Denis Egger will es mit seinem neuen Club FVP wissen. Foto: /Herbert Rudel

Die 46. Auflage des EZ-Fußballpokals ist so offen wie lange nicht mehr. Ein Favorit sticht dennoch heraus.

Ein frischer Wind weht durch das Turnierfeld, denn der große Favorit – und amtierende Titelverteidiger – FC Esslingen, der viermal in Serie den Titel holte, fehlt in diesem Jahr. Die 46. Auflage des EZ-Fußballpokals beim VfB Reichenbach verspricht dadurch noch mehr Spannung, Abwechslung und macht das Rennen um den Pokal so offen wie lange nicht mehr. Ausrichter Reichenbach ist jedenfalls bereit für das Fußballfest: Das Hermann-Traub-Stadion bietet hervorragende Rahmenbedingungen für vier spannende Turniertage, auf die sich die Fans freuen dürfen.

Der Spielplan des 46. Turniers verspricht Spannung. Foto: oh

Favorit auf den EZ-Pokal-Sieg ist Landesligist FV Neuhausen, der zuletzt eine starke Runde spielte und sich den Klassenverbleib im ersten Aufstiegsjahr souverän sicherte. „Natürlich wollen wir der Favoritenrolle gerecht werden und das Turnier mal gewinnen“, betont FVN-Trainer Ugur Yilmaz. Aber auch die Bezirksligisten FV Plochingen, TSV Berkheim, Aufsteiger TSV RSK Esslingen sowie Relegations-Übersteher TSV Denkendorf haben Ambitionen, das Turnier zu gewinnen. Dahinter werden sich die vermeintlichen Underdogs aber nicht verstecken.

Gruppe A

Ausrichter VfB Reichenbach, der in der abgelaufenen Saison in der Kreisliga A auf Rang vier landete, dürfte vom Papier der Favorit mit Heimvorteil auf den Gruppensieg sein. Aber auch die TSG Esslingen, die eine starke Rückrunde in der A-Liga spielte, ungeschlagen blieb und aus dem Tabellenkeller auf Platz fünf kletterte, hat ein Wörtchen um den Gruppensieg mitzureden. Außenseiterchancen haben aber auch freilich der TSVW Esslingen (Kreisliga B) und die Turniermannschaft VfB Oberesslingen/Zell, die den Pokal fünfmal gewann, zuletzt im Jahr 2019. Der VfBOEZ verlor zwar das Relegationsspiel zur Kreisliga A gegen den TSV Notzingen deutlich mit 2:7, verhinderte aber durch die „Lucky-Loser-Regelung“ – der Aufstieg des 1. FC Eislingens in die Landesliga machte einen Platz in den unteren Ligen frei – den Abstieg. Der Umbruch im Team des VfBOEZ zur kommenden Saison macht den Club zu einer Wundertüte – aber auch unberechenbar für die anderen Teams in der Gruppe.

Gruppe B

Mit drei A-Liga-Teams – darunter der TSV Deizisau als Absteiger – sowie mit dem TSV Denkendorf als Bezirksliga-Aufsteiger ist in dieser Gruppe besonders viel Spannung garantiert. Während die Deizisauer unter Neu-Coach Felix Luz den Wiederaufstieg anstreben, möchten sich die Denkendorfer nach dem Relegationsfinal-Triumph in der Bezirksliga etablieren. Und dazu hat Denkendorf sich gut verstärkt: In David Srsa, Timo Müller und Dominik Lleshaj verpflichtete der Verein drei Spieler vom FCE. „Meiner Meinung nach ist es die ausgeglichenste aller Gruppen. Wir freuen uns auf das Turnier und es wird ein erster guter Gradmesser, um zu sehen, wie weit wir schon sind, auch in der Einbindung der neuen Spieler“, sagt Denkendorfs spielender Co-Trainer Georgios Natsis.

Vorjahres-Dritter Deizisau – unterlag dem FVP im Halbfinale mit 3:5 nach Elfmeterschießen und gewann dann das Spiel um Platz drei gegen Berkheim – möchte auch in diesem Jahr im Turnier weit kommen. Die beiden A-Ligisten TB Ruit sowie TV Hochdorf spielten eine solide Saison und sind beide für Überraschungen gut. „Zumal die Ruiter einige gute, junge Spieler aus der A-Jugend dazubekommen haben, die frischen Wind reinbringen werden. Ein Überraschungsteam wird in diesem Jahr lange mitspielen“, betont Natsis.

Gruppe C

„Wir haben gute Trainingseinheiten absolviert, die Spieler kennen den Fahrplan und sind sehr motiviert“, sagt Denis Egger, der neue Coach des FV Plochingen, der den Posten von Thorsten Schöllkopf übernahm – und im vergangenen Jahr noch die Deizisauer trainierte . „Plochingen ist in den vergangenen zwei Turnieren einmal Zweiter und einmal Dritter geworden, daher wird es wieder Zeit, ins Finale zu kommen“, setzt Egger die Marschroute und ergänzt: „Wir haben aber keine interne Zielsetzung, wollen einfach nur gut spielen und das umsetzen, was wir in der Vorbereitung trainiert haben. So ein Turnier hat sowieso seine eigenen Gesetze.“ Die Plochinger bekommen es in der Gruppenphase mit dem nicht abgestiegenen TSV Berkheim aus der Bezirksliga, mit der ebenfalls den Klassenverbleib in der A-Liga feiernden SG Eintracht Sirnau sowie dem Nachwuchsteam des TSV Köngen zu tun. „Das wird eine schwierige Gruppe, die wir erst mal überstehen müssen“, sagt Egger, der sich darüber gefreut hätte, wenn der FCE mitgespielt hätte: „Das wäre ein guter Gradmesser gewesen. Aber die Neuhausener können ja auch kicken.“

Gruppe D

Landesligist FV Neuhausen möchte die Gruppe mit drei Siegen schnellstmöglich überstehen und in die K.o.-Runde als Erstplatzierter einziehen. „Die Losfee war mal wieder nicht unser Freund“, scherzt FVN-Coach Ugur Yilmaz und ergänzt: „Wir haben eine interessante Gruppe erwischt, aber wir müssen als höherklassiges Team liefern.“ Dem FVN ein Bein stellen möchte der Bezirksliga-Aufsteiger TSV RSK Esslingen. Die Esslinger sind ein eingespieltes Team und holten in Anastasios Ketsemenidis, Maurice Regber (beide FCE) sowie Moritz Ragg vom Verbandsligisten TSG Tübingen drei erfahrene Spieler, die das TSV-RSK-Spiel beleben sollen. Der TV Nellingen blickt dagegen auf eine durchwachsene, aber keine schlechte Runde in der KLA zurück. A-Liga-Wiederaufsteiger SC Altbach rechnet sich Außenseiterchancen aus, verstärkte den Kader – unter anderem mit Ex-TSG-Kicker Emre Kalender – und möchte die Favoriten ärgern.