Herbert (links) und Jens Ehmann posieren vor „ihrer“ Kasse. Foto: Robin Rudel

60 Helferinnen und Helfer des VfB Reichenbach sind beim EZ-Pokal im Einsatz – selbstverständlich ist auch Herbert Ehmann dabei.

Herbert Ehmann liebt die Gemeinschaft bei seinem VfB Reichenbach, das Zusammensitzen am Stammtisch, die Sitzungen des Freundeskreises – und das Schaffen rund um die Spieltage. Beim EZ-Pokal ist das 81-jährige Vereinsurgestein natürlich auch im Einsatz. Allerdings ist er weit weg von seinen Kameraden. Gemeinsam mit seinem Sohn Jens betreut er die Kasse am hinteren Eingang des Stadionplatzes. „Ich muss Rauchzeichen senden, wenn ich was brauche“, sagt er und lacht.

60 Helferinnen und Helfer

Will er es eher gemütlich haben und möglichst viel von den Spielen sehen? Mitnichten. „Sobald die Parkplätze vorne am Haupteingang komplett belegt sind, kommen die meisten Leute hier rein“, erklärt er. Es ist also genug zu tun. Und das ist ganz nach Ehmanns Geschmack. Mit der Kasse kennt er sich ohnehin aus, denn bei den Heimspielen der Kreisliga-A- und B-Kicker des VfBR ist er ebenfalls fürs Kassieren zuständig. Und das seit vielen, vielen Jahren.

Beim EZ-Pokal sind Vater und Sohn Ehmann zwei von etwa 60 fleißigen Helferinnen und Helfern, ohne die so eine Veranstaltung nicht möglich wäre. Grill, Bierwagen, Auf- sowie Abbau und eben Kasse. Als es um die Verteilung der Dienste ging, musste man nicht lange fragen. „Mister Immer-Da“, nennen sie Herbert Ehmann im Verein. Früher hat er mit seiner Frau Christa den Kiosk im Stadion betrieben. Sie ist vor zwei Jahren gestorben. „Würde sie noch leben, würde sie hier auch mithelfen“, sagt Ehmann.

Und warum macht er das alles, warum engagiert er sich so sehr für den Club und ist eben immer da? Ehmann muss kurz überlegen. Es ist einfach selbstverständlich für ihn. „Die Kameradschaft ist schön“, sagt er dann, „und daheim sitze ich ja alleine rum.“ Das gemeinsame Schaffen macht ihm Spaß. „Es ist auch toll, dass ein paar Junge dabei sind“, sagt er und fügt lachend hinzu: „Mal schauen, ob auch beim Abbauen nach dem Turnier alle da sind.“ Er wird es sein.

Erfinder des „Clubs der 100er“

Ehmann hat auch mal gekickt, allerdings nicht in Reichenbach. Er hat Tischtennis gespielt und hat sich bei der DLRG engagiert. Das hat er irgendwann aufgegeben: „Beides war einfach zu viel. Hier mache ich, was ich kann.“ Und das ist eine Menge. Zum Verein kam er wie so viele: Als sein Sohn mit dem Fußballspielen angefangen hat „haben sie mich gefragt, ob ich was machen kann“. Er machte. Trainer war er, stellvertretender Jugendleiter und er packte an, wo immer es nötig war. Christa Ehmann wusch die Trikots . Sohn Jens ist heute 53 Jahre und auch ehrenamtlich engagiert.

Herbert Ehmann hat auch immer wieder gute Ideen. „Der Verein hat ja nie genug Geld“, sagt er. Als vor einigen Jahren ein paar Projekte anstanden, etwa der Bau der Terrasse vor dem Vereinsheim, sagte er: „Ich gebe mal 100 Euro.“ Daraus entstand die Idee des „Clubs der 100er“. 100 Mal 100 Euro wollten er und seine Mitstreiter einsammeln – das Soll wurde sogar übererfüllt. Die Terrasse ist toll geworden und bietet auch beim EZ-Pokal einen guten Blick auf den Rasen und zudem Platz für das gesellige Zusammensein. Daran beteiligt sich auch Herbert Ehmann, nachdem er seine Kasse geschlossen hat. Er kommuniziert mit seinen Kameraden eben doch lieber ohne Rauchzeichen.