Das Turnier in im Hermann-Traub-Stadion in Reichenbach verspricht Spannung und ein gutes Miteinander.
Fußball ist ein einfaches Spiel: 22 Männer jagen 90 Minuten lang einem Ball nach, und am Ende gewinnen immer die . . .“ Ja, wer gewinnt? Würde man die englische Fußball-Legende Gary Lineker, so er sich vorher ein bisschen mit der hiesigen Fußballszene befasst hätte, nach dem Ausgang des 46. EZ-Fußballpokals fragen, dann täte sich der Urheber dieses berühmt gewordenen Zitats vermutlich ebenso schwer wie alle Experten rund um Reichenbach. Nachdem die zuletzt vier Mal in Folge siegreiche Mannschaft diesmal aussetzt, heißt die Antwort in jedem Fall nicht FC Esslingen. Die Liste der möglichen Kandidaten ist lang. Und gespielt wird beim EZ-Pokal im Übrigen nicht 90, sondern 50 Minuten pro Begegnung.
Vorfreude ist groß
Die Vorfreude bei den Fußballern ist groß. Das gab es noch nie: Nur einen Tag nach dem Beginn der Anmeldephase waren die 16 Plätze vergeben, vier Mannschaften standen auf der Warteliste. Der SC Altbach rückte tatsächlich – für den TSV Scharnhausen – nach. Die Altbacher kommen mit dem Schwung des Kreisliga-A-Aufstiegs nach Reichenbach. Rein hierarchisch betrachtet ist nun aber Landesligist FV Neuhausen der Top-Favorit. Aber so ganz klar erscheint die Sache nicht: Das Niveau der Mannschaften vor allem aus der Bezirksliga um den ambitionierten Vorjahresfinalisten FV Plochingen ist hoch und auch bei den starken Kreisliga-A-Teams wissen sie, wie man das Runde ins Eckige befördert.
FVN „bestmöglich vorbereitet“
FVN-Coach Ugur Yilmaz hat sich mit seinem Team jedenfalls einiges vorgenommen. „Wir sind Anfang Juli mit der Vorbereitung gestartet, sodass wir dann auch bestmöglich für den EZ-Pokal vorbereitet sind“, sagt er. Und: „Ich bin nun als Coach zum dritten Mal beim EZ-Pokal dabei. Im ersten Jahr unter meiner Leitung haben wir das Finale im Elfmeterschießen gegen den FCE verloren, im vergangenen Jahr unterlagen wir den Esslingern im Viertelfinale, daher wollen wir dieses Mal natürlich das Turnier gewinnen. Wir möchten der Favoritenrolle gerecht werden und Werbung in eigener Sache betreiben.“ Gleichzeitig will aber auch er wie seine Kollegen der anderen Mannschaften das Turnier zur weiteren Saisonvorbereitung nutzen und „potenziellen Spielern aus dem zweiten Team, die ich künftig auch im ersten sehen würde, Einsatzzeiten geben“.
Aber auch Yilmaz weiß: Die Konkurrenz ist stark, das Teilnehmerfeld sehr ausgeglichen. „Man weiß auch nie, in welcher Form die Mannschaften antreten“, gibt zudem Abteilungsleiter Ioannis Fotarellis vom gastgebenden VfB Reichenbach zu bedenken, hat auch „die starken Bezirksliga-Aufsteiger TSV RSK Esslingen und TSV Denkendorf“ auf der Rechnung und ist gleichzeitig davon überzeugt, „dass eine Überraschung in der Luft liegt.“ Für die könnte vielleicht auch sein VfBR sorgen, der den EZ-Pokal noch nie gewonnen hat. „Die Mannschaft hat den Druck des Gewinnenmüssens“, sagt Fotarellis, meint das aber freilich im Spaß. Denkendorf war übrigens der Sieger, als die Reichenbacher im Jahr 2008 zuletzt Gastgeber des Turniers waren.
„Miteinander und Fairplay“
Dem fußballverrückten Fotarellis sind beim EZ-Pokal auch andere Dinge wichtig. „Ich freue mich auf die Persönlichkeiten, die die Mannschaften mitbringen“, erklärt er, „das Miteinander und das Fairplay machen so ein Turnier aus.“ Zudem werde es nicht nur von den Fußballern selbst getragen, „sondern auch von den vielen Ehrenamtlichen, die dabei sind“. Die Reichenbacher wollen „ein sehr guter Gastgeber sein“ und so den Rahmen für ein schönes Fest des Amateurfußballs bereiten.
Welche 22 Männer am Samstag ab 17.45 Uhr 50 Minuten lang im Finale dem Ball nachjagen, ist offen. Klar ist aber, dass danach alle dem Sieger gratulieren werden zum Gewinn des 46. EZ-Fußballpokals.