Siegerehrung zu später Stunde, von links: EZ-Sportchef Sigor Paesler, Oliver Wamsler vom TSV Berkheim, Lucas Gehret und Julian Augustin vom FV Plochingen, Robin Harnisch von der TSG Esslingen, Turniersprecher Michael Lenz, Karl-Heinz Handschuh vom VfB Reichenbach und Manuel Späth vom Hauptsponsor Leos Sportmarketing. Foto: Robin Rudel

Das Wetter war ein ständiges Thema beim diesjährigen EZ-Fußballpokal – aber außerhalb der Spielfeldbegrenzung längst nicht das einzige .

Fußball ist immer auf dem Platz. Aber auch rund um den Rasen und den Kunstrasen ist beim EZ-Pokal Jahr für Jahr einiges geboten. Sicherlich nicht alles, aber manches davon bekommt man mit.

Neues Jahr im August

Der EZ-Pokal-Kalender geht offenbar ein bisschen anders. Das Jahr begann hier am 1. August um 21.26 Uhr. Wie bitte? Der wortgewaltige und nie um einen Spruch verlegene EZ-Pokalsprecher Michael Lenz jedenfalls kommentierte das Feuerwerk, das der ausrichtende VfB Reichenbach nicht nur im übertragenen Sinne auf den Rasen gezaubert hatte, sondern bei einbrechender Dunkelheit auch wahrhaftig über dem Hermann-Traub-Stadion leuchten ließ, mit den Worten: „Ein frohes neues Jahr.“ Die EZ-Kollegen auf der Pressegarage hatte er zuvor schon mehrfach mit dem Klassiker vom „torlosen Null zu Null“ erfreut, das ihn vor ein paar Jahren schon mal in die Pokalsplitter gebracht hatte. Macht einfach Spaß, der Mann.

TSG hinten und vorne stark

Die TSG Esslingen schied erst im Halbfinale aus und war damit das beste Kreisliga-A-Team des diesjährigen EZ-Pokals. Das entsprang natürlich einer Mannschaftsleistung, zwei Akteure vom Zollberg stachen aber doch etwas hervor: Resul Tunc war mit sechs Treffern der beste Torschütze des Turniers, knapp gefolgt von Plochingens Steven Schötz mit fünf Toren. Als bester Torhüter wurde Robin Harnisch ausgezeichnet.

Vater und Sohn (1)

Der Name Handschuh steht für Fußballkunst. Karl-Heinz Handschuh hat zwischen 1966 und 1974 in der Bundesliga 358 Spiele absolviert – die allermeisten für den VfB Stuttgart, wo er zum Publikumsliebling wurde. Sohn Steffen hat später auch für den VfB gekickt – und es im Jahr 2002 zur brutalen Effizienz gebracht: Ein Bundesligaspiel, ein Tor. Dass Vater und Sohn Handschuh auch andere Talente haben, haben sie beim EZ-Pokal gezeigt: Vater Karl-Heinz leistete seinen Helferdienst an der Kasse ab, Sohn Steffen Handschuh am Zapfhahn. Denn ihr Heimatverein ist und bleibt der VfB – der VfB Reichenbach.

Vater und Sohn (2)

Der Herr der EZ-Pokal-Kassen war Axel Kern. Der frisch gewählte Vorsitzende des VfB-Freundeskreises war während der vier Turniertage permanent auf dem Reichenbacher Sportgelände – wie sein Sohn Robin. Der war als Sportredakteur der Eßlinger Zeitung der Chef des Liveblogs, der im weltweiten Netz kräftig geklickt wurde.

EZ-Pokal voll digital

Voll digital geht es inzwischen auch bei der Ergebnisübermittlung zu. Da die rot-schwarz-weiß-schräggestreiften Trikots der TSG Esslingen zwar immer noch ein Hingucker sein mögen, die in Gold aufgedruckten Zahlen aber praktisch unlesbar machen, ist das mit dem Erkennen der Torschützen nach wie vor so eine Sache. Wurden diese früher noch mittels Hand- beziehungsweise Fingerzeichen übermittelt, geschah das dieses Mal online. TSG-Coach Michael Lattacher schickte die Nummern per WhatsApp an die Spielleitung, sodass die entsprechenden Durchsagen zeitnah erfolgen konnten.

Pommesgabel als Schiene

Axel Kerns Vorgänger als VfBR-Freundeskreisvorsitzender war Lothar Mahling. Eine ruhige Kugel schob er beim EZ-Pokal aber beileibe nicht. Mahling kümmerte sich um fast alles, war immer wieder mit seinem Sani-Koffer gefragt und musste auch drei Mal einen Krankenwagen rufen. Am Finaltag hatte er – nur diesbezüglich freilich – nichts zu tun. Dass er ein Meister der Improvisation ist, zeigte der 73-Jährige ebenfalls: Als ein Spieler mit gebrochenem Zeh und abgerissenem Nagel bei ihm vorsprach, schiente er mit zwei – selbstverständlich gründlich desinfizierten – hölzernen Pommes-Gabeln. Hebt.

Abba bis Peppers

Der Fußball und der Treff der Szene stehen beim EZ-Pokal im Mittelpunkt. Gefeiert wurde aber auch. Am Freitagabend gab es auf der Terrasse der Sportgaststätte zunächst eine Zusammenkunft von Freunden, Förderern und Sponsoren des VfBR, später übernahm dort DJ Stippy das Kommando. Er erfreute das nun eher jüngere Publikum mit Musik von Abba über gängige Party-Hits bis hin zu den Red Hot Chili Peppers. Es ging lange und anschließend „waren wir ausverkauft“, wie Steffen Lansche vom Orga-Team am nächsten Tag fröhlich berichtete.

Neue Regel einmal umgesetzt

Neue FIFA-Regeln gibt es immer wieder, heuer eine, die es dem Torwart erlaubt, den Ball vor dem Abschlag für acht Sekunden in den Händen zu halten. Übertreibt er es, wird dies, warum auch immer, mit einem Eckball für den Gegner geahndet. Beim EZ-Pokal wendete Schiedsrichter Soner Celkin – gewissermaßen beispielhaft – die Regel genau einmal an. Es erwischte Paul Gleißner, den Keeper des FV Neuhausen. Der anschließende Eckball brachte, wie es in TV-Zusammenfassungen immer so schön heißt, nichts ein.