Lange hat Maurice Regber das FCE-Trikot getragen, zum EZ-Pokal nach Reichenbach kommt er mit dem TSV RSK Esslingen. Foto:  

Warum die neuen TSV-RSK-Fußballer Ketsemenidis und Regber sowie die Denkendorfer Zugänge Lleshaj, Müller und Srsa das Traditionsturnier unbedingt gewinnen wollen.

Frotzeln gehört unter Freunden zum guten Ton. „TSV RSK gegen Denkendorf wäre das Traumfinale“, sagt Anastasios Ketsemenidis. „Ach was, den TSV RSK hauen wir schon vorher raus“, antwortet Dominik Lleshaj mit einem Schmunzeln, „wir haben keine Gnade.“ Einig sind sich die Beiden darin, dass es anschließend ein gemeinsames Kaltgetränk gibt, egal ob oder wann die Teams aufeinandertreffen und wer gewinnt. Der Hintergrund: Vier Mal in Folge hat zuletzt der FC Esslingen den EZ-Fußballpokal gewonnen. In diesem Jahr ist der Verbandsligist nicht dabei. Fünf Spieler aber könnten zum fünften Mal hintereinander den Wanderpokal der Eßlinger Zeitung in die Höhe recken: Ketsemenidis und Maurice Regber, die gerade vom FCE zum TSV RSK Esslingen gewechselt sind, sowie Lleshaj, Timo Müller und David Srsa, die neu für TSV Denkendorf kicken. Die bisherigen Erfolge des FCE hatten sie zusammen gefeiert.

„Wir sind nicht der Top-Favorit. Aber wir zählen, wie man so schön sagt, zum erweiterten Kreis der Titelanwärter“, glaubt Müller, der sich darüber freut, wie ausgeglichen der EZ-Pokal in diesem Jahr ist. Im FV Neuhausen ist ein Landesligist am Start, dazu kommen vier Bezirksligisten – inklusive der Aufsteiger TSV RSK und Denkendorf, die gerade aufgrund der Zugänge vom FCE stark eingeschätzt werden. Und auch die Teams aus der Kreisliga A und B sind nicht zu unterschätzen.

Diesmal nicht in der Favoritenrolle

Die fünf Ex-FCE’ler gehen diesmal also nicht mit der Favoritenbürde in das Traditionsturnier. Aber ist die Herangehensweise deshalb eine andere? „Nein, nein, ich will das Turnier gewinnen“, sagt Regber, der sich an der neuen, alten Wirkungsstätte auf der Katharinenlinde pudelwohl fühlt. Mit Lleshaj, Müller und Srsa verbindet ihn nach wie vor eine Freundschaft, ihnen nach Denkendorf zu folgen stand aber nie zur Diskussion: „Für mich war klar, dass, wenn ich wechsle, dann nur zum TSV RSK, wo ich früher schon gespielt habe“, erklärt er. Bei Müller sprach das gleiche Argument für Denkendorf und auch er fühlt sich schon angekommen. Müller hofft ebenfalls auf ein Duell mit den langjährigen Kameraden. „Es ist ja jetzt keine Rivalität, aber wir wollen uns schon mit ihnen messen“, sagt er – reiht sich aber nahtlos in Sachen Kampfansage ein: „Wir fahren da hin und holen das Ding.“

„Das Highlight des Jahres“

Die Vorfreude auf den EZ-Pokal ist dem Quintett anzumerken. Srsa wird allerdings nach der Rückkehr aus dem Urlaub erst am Freitag im Denkendorfer Trikot auf dem Platz stehen. „Es ist auf jeden Fall ein riesen Ansporn, zum fünften Mal zu gewinnen“, sagt Lleshaj und spricht damit auch für die anderen. Schon der vierte Sieg in Folge mit dem FCE war ein neuer EZ-Pokal-Rekord. Aber nicht nur deshalb fiebern sie dem Turnier entgegen. „Wer da nicht gewinnen will, sollte mit dem Fußballspielen aufhören“, sagt Lleshaj gar und fügt hinzu: „Für mich ist der EZ-Pokal das Highlight des Jahres.“

„Auf dem Platz gibt es keine Freunde“

Ein Duell mit den ehemaligen Kameraden wäre die Krönung, egal wann im Turnierverlauf. Wie sehr sich die Fünf damit beschäftigen, erkennt man auch daran, dass sie bereits ausgerechnet haben, „dass wir schon im Viertelfinale aufeinandertreffen könnten“, wie Ketsemenidis erklärt. Dann nämlich, wenn sich die Denkendorfer in der Gruppe B, wie von vielen Experten erwartet, gegen den TSV Deizisau, den TB Ruit sowie den TV Hochdorf durchsetzen und der TSV RSK hinter den favorisierten Neuhausenern in der Gruppe D als Zweiter weiterkommt. Samstag, 12 Uhr, Kunstrasen wäre dann der Showdown. „Wir hätten es auf jeden Fall mit zwei unangenehmen Gegenspielern zu tun, wie ich aus vielen Trainingsspielen weiß“, sagt Denkendorfs Müller – und wundert sich nicht über Ketsemenidis’ Aussage: „Natürlich werde ich 110 Prozent geben.“ Denn, wie sein TSV-RSK-Kamerad Regber erklärt: „Auf dem Platz gibt es keine Freunde. Danach sind wir wieder cool miteinander.“

Wenn es beim EZ-Pokal zum Aufeinandertreffen zwischen dem TSV RSK und Denkendorf kommt, werden wohl auch einige ehemalige Kameraden interessiert zuschauen, die beim FCE geblieben sind. Anschließendes Frotzeln unter Freunden ist gewiss.