An das Gefühl des Sieges erinnern sich die Fußballer des VfB Oberesslingen/Zell gerne – 2019 holten sie den Titel. Foto: Archiv

Vom 28. bis 31. Juli 2021 wird im Sportpark Weil der EZ Fussballpokal ausgetragen. Die Freude, dass das Turnier stattfinden kann, ist bei allen Beteiligten riesig.

Esslingen – - Dabei sein ist alles? Von wegen. Zwar sagt Egzon Smajli, der Kapitän des VfB Oberesslingen/Zell: „Wir haben so sehr darauf gewartet, wieder mit dem Sport anfangen zu können und freuen uns riesig, dass wir auf dem schönen Gelände in Weil wieder vor Publikum spielen können.“ Aber dann schiebt er sofort hinterher: „Wir wollen den Titel verteidigen.“

Wie Smajli geht es allen, wenn sie auf den EZ-Pokal angesprochen werden – mit Ausnahme davon, dass 19 der 20 teilnehmenden Mannschaften nicht von sich behaupten können, als Titelverteidiger anzureisen: Sie sind dankbar, nach der langen Durststrecke wieder bei so einem Turnier mitspielen zu können. Wieder gegen den Ball zu treten, wieder Sportkameraden zu treffen. Sich unter Wettkampfbedingungen auf die Saison vorzubereiten.

Nicht selbstverständlich

Dass vom 28. bis 31. Juli im Sportpark Weil Fußball gespielt wird, ist nicht selbstverständlich. Auch das erklärt das Gefühl der Dankbarkeit. Nicht, weil etwa die Bauarbeiten im frisch renovierten Sportpark bis kurz vor dem Turnier andauern – einen Tag vor dem ersten Anpfiff beim EZ-Pokal wird das Gelände übergeben. Die Planungen des Turniers nahmen bei allen Beteiligten schon viel Zeit und Energie in Anspruch, als noch lange nicht klar war, ob die Pandemielage die Durchführung erlauben würde. Und es war auch knapp. Andere Turniere, die kurz vor dem EZ-Pokal hätten stattfinden sollen, wurden abgesagt. So wie im vergangenen Jahr, als auch der Wanderpokal der Eßlinger Zeitung nicht ausgespielt werden konnte und in der Vitrine des VfBO stehen blieb. Aber die ausrichtenden Vereine FC Esslingen und SV 1845 Esslingen sowie die Verantwortlichen der EZ, allen voran Geschäftsführer Andreas Heinkel, signalisierten stets, dass sie an das Turnier glauben und mit den Spielen ein Zeichen setzen wollen. Gleichzeitig war klar, dass Corona auch kurzfristig noch eine Absage nach sich ziehen könnte – bei wieder steigendem Risiko wäre nicht gespielt worden und die Vorbereitungen wären vergeblich gewesen.

So aber steht den Spielen nichts im Wege, weil die Inzidenzzahlen in den vergangene Wochen insgesamt deutlich gesunken sind, weil das Gelände so weitläufig ist, dass alle Hygienemaßnahmen eingehalten werden können, und weil alle gelernt haben, sich an gewisse Regeln zu halten. Es wird Einschränkungen geben, niemand wird sich darüber beschweren. Weil die Fußballer Lust auf Fußball haben und Zuschauer darauf, zuzuschauen.

Dass Fans dabei sein dürfen, freut alle Beteiligten besonders. Martin Hägele, der Sportvorstand des FCE, betont dennoch: „Ich war von Anfang an optimistisch. Auch, weil wir gesagt haben, dass wir notfalls ohne Zuschauer spielen und den Teams die Gelegenheit geben, wieder Fußball spielen zu können.“ Aber die Fans dürfen kommen.

Das freut freilich auch Michael Lenz, Staffelleiter, Schiedsrichter – und im Fall des EZ-Pokals seit vielen Jahren Stadionsprecher. Seine Worte vor dem Anpfiff der ersten beiden Begegnungen am Mittwochabend muss sich Lenz nicht mehr zurechtlegen. „So, liebe Freund es gepflegten Rasensports . . .“, wird er die Fußballer und Fans begrüßen. „Nach der Zeit der langen, langen Fußballpause ist es eine erfreuliche Geschichte, dass das Turnier stattfinden kann“, sagt Lenz, „ich freue mich ungemein, auf dem tollen Gelände mit dabei sein zu dürfen.“

„Teilnehmerfeld ist überragend“

Hägele hält das letzte Juli-Wochenende für den „idealen Zeitpunkt“ und freut sich auf spannende Spiele. „Das Teilnehmerfeld ist überragend“, sagt der langjährige Trainer. Und mit 20 Mannschaften so groß wie noch nie. Landesligist TSV Deizisau und die Bezirksligisten im Feld zählt Hägele natürlich zu den Favoriten. Aber er rechnet auch mit einem Überraschungsteam, wobei er dem TSV Baltmannsweiler aus der Kreisliga B besonders viel zutraut. Mit dem bekommt es Hägeles FCE gleich in der Gruppe zu tun. Wie auch mit dem VfBO, dem die Esslinger vor zwei Jahren im Elfmeterschießen des Finales mit 5:6 unterlegen waren. „Hammergruppe“? Na und, sagt VfBO-Kapitän Smajli. „Mir gefällt es, wenn wir gleich richtig gefordert sind“, sagt er und erinnert sich gerne an den Überraschungssieg als Gastgeber vor zwei Jahren: „Der EZ-Pokal hat uns beflügelt.“

Eine detaillierte Beschreibung der Gruppen finden Sie in unserer Sonderbeilage zum EZ Fussballpokal 2021.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: