Kalle Maier (links) behauptet im Halbfinale gegen den TSV Köngen den Ball. Foto: /Herbert Rudel

Der neue Stürmer des FV Plochingen wird mit deutlichem Abstand zum besten Spieler des EZ-Fußballpokals gewählt. Der nächste Schritt ist die Bezirksliga.

Zu allererst dankte er seinen Teamkameraden. Weil sie ihn schon so gut mit Vorlagen füttern. Und weil sie in den sozialen Medien so kräftig für ihn geworben haben. Kalle Maier, der neue Stürmer des Fußball-Bezirksligisten FV Plochingen, wurde von den Leserinnen und Lesern der Eßlinger Zeitung zum besten Spieler des EZ-Pokals gewählt, der Ende Juli in Köngen über die Bühne gegangen war. Der 21-Jährige, der in der vergangenen Saison noch 31 Tore zum Aufstieg des TSV Baltmannsweiler in die Kreisliga A beigetragen hatte, erhielt 32 Prozent der Stimmen. Mit einigem Abstand Zweiter wurde Amir Brockmann vom Turniersieger FC Esslingen mit 16 Prozent knapp vor Torhüter Lamin Dampha vom TSV Denkendorf mit 15 Prozent.

Maier hat noch kein einziges Pflichtspiel für die Plochinger bestritten – aber bereits diese Anerkennung in der Tasche. „Ich habe mich schon sehr über die Nominierung gefreut. Dass ich jetzt auch noch gewonnen habe, ist natürlich sehr schön“, sagt er gewohnt bescheiden. Dass er ein echter Sportsmann ist, hat Maier – nicht nur – vor knapp einem Jahr bewiesen, als er vom Württembergischen Fußball-Verband als fairster Spieler des Monats September ausgezeichnet wurde. Er hatte zugegeben, vor dem Tor eines Mitspielers ein Foul begangen zu haben.

Hartnäckige Plochinger

„Ein echter Siegertyp“, sagt Thorsten Schöllkopf dazu. Der Plochinger Trainer ist mächtig froh, dass sich der schwer umworbene Maier für einen Wechsel zum FVP entschieden hat. Vor zwei Jahren hatte er dort schon mal vorgespielt. „Ich kann mich in meiner Karriere maximal an zwei Spieler erinnern, die so ein Probetraining gezeigt haben“, erzählt der Coach, „da war klar, dass ich ihn haben will.“ Das ließ er den Stürmer auch wissen. Oft. „Ich war sehr hartnäckig“, sagt Schöllkopf. Maier bestätigt das. Aber er schaute sich den Club genau an, bevor er zusagte. „Mir gefällt, dass in Plochingen die Gemeinschaft eine große Rolle spielt. Ich bin ein Spieler, der das braucht“, sagt er. Berichten konnten ihm davon auch einige ebenfalls ehemalige Baltmansweilerer beim FVP.

Dass er dem Werben jetzt erst nachgab, war ebenso wohl überlegt: Nachdem sein Heimatclub in der Saison 2020/2021 von Corona auf dem Weg in die Kreisliga A ausgebremst worden war, wollte er den Aufstieg in Baltmannsweiler unbedingt miterleben. Und seinen Teil dazu beisteuern. Als die Mission erfüllt war, konnte er den nächsten Schritt gehen. Schöllkopf ist davon überzeugt, dass es nicht der letzte sein wird. „Ich bin gespannt, es kann viel aus ihm werden“, sagt er und bezeichnet Maier als „Gesamtpaket“. Er sei technisch versiert und „unglaublich schnell, sowohl auf dem Platz als auch im Kopf. Er wäre auch ein guter Sechser, aber da wäre er verschenkt“. Wegen seiner Torgefahr. Defensiv müsse er sich noch ein paar taktische Dinge erarbeiten.

Den Lehramtsstudenten in den Fächern Sport und Geografie freut das Kompliment. Er betont jedoch: „Ich hatte Bock, einen weiteren Schritt zu machen. Jetzt will ich mich in Plochingen beweisen.“ Die Bezirksliga bezeichnen sowohl Spieler als auch Coach als den zunächst richtigen Sprung.

Dass er sich dort vermutlich sehr schnell zurechtfinden wird, hat Maier eben schon beim EZ-Pokal gezeigt, wo sich die Plochinger im Halbfinale mit dem Ligakonkurrenten TSV Köngen gemessen haben und erst im Elfmeterschießen unterlagen. Dass er nach langer Führung mit seinen fünf Treffern in der Torjägerliste des Traditionsturniers noch von Esslingens Marcel Sichwardt, der auf sechs Tore kam, überholt wird, stört Maier nicht: „Am liebsten wäre mir gewesen, ins Finale zu kommen.“ Es wurde nach dem verlorenen Elfmeterschießen um Platz drei gegen den VfB Oberesslingen/Zell Rang vier.

Respekt vor Esslingen

Auf die obligatorische Frage, wen er denn zum besten Spieler des Turniers gewählt hätte, muss Maier kurz überlegen. „So richtig herausgestochen hat für mich ehrlich gesagt niemand, ich habe mich auf unser Spiel konzentriert“, sagt er dann, „aber der FCE hat einige sehr gute Spieler. Es macht Spaß, der Mannschaft zuzuschauen.“ Am 2. Oktober – so nicht eines der beiden Teams einen Tag später im Finale des Bezirkspokals steht – wird sich Kalle Maier mit seiner neuen Mannschaft mit dem selbst ernannten Aufstiegskandidaten Esslingen messen. Und dabei von seinen Teamkameraden wieder kräftig mit Vorlagen gefüttert werden.