Strahlend und sichtlich zufrieden: Dietmar Kuntz genießt den Moment mit seinem Rad. Foto: oh

Extremsportler Dietmar Kuntz aus Lichtenwald legt bei seiner Radtour auf dem Schurwald 330 Kilometer in 16 Stunden zurück – und trotzt der Hitze.

Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, 16 Stunden im Sattel – und nur unterbrochen von kurz gehaltenen Pausen auf Holzbänken. Was für viele kaum vorstellbar ist, wurde für den 58-jährigen Dietmar Kuntz aus Lichtenwald zur sportlichen Grenzerfahrung auf zwei Rädern. Bei seiner jüngsten Extremtour auf dem Schurwald ließ er sich weder von der schweißtreibender Hitze noch von Gegenwind oder schmerzenden Beinen stoppen. „Natürlich war es warm, aber zuhause hätte ich auch geschwitzt, so hatte ich wenigstens den Fahrtwind als Abkühlung. Mehr als zehn Liter Flüssigkeit habe ich zu mir genommen, aber es hat einfach Spaß gemacht“, erzählt Kuntz.

330 Kilometer auf dem Rennrad

Zwischen 200 und 300 Kilometer wollte Kuntz auf dem Rennrad zurücklegen. Am Ende sind es 330 Kilometer geworden. „Ich habe zwar die Wochen davor dafür trainiert, aber kleinere Knieprobleme sind dann irgendwann schon aufgetreten“, sagt Kuntz, der die Kilometer-Wette mit seinem Sohn dadurch gewann: „Er hat getippt, dass ich weniger schaffe. Nun darf er eine Woche lang den Müll wegbringen.“

Kuntz, der seine Wurzeln im Triathlon hat, betreibt seit Jahrzehnten Extremsport. Mehrmals war er bereits in Norrköping – in beiden Fällen natürlich mit dem Fahrrad. 1995 nahm er an einer vom Esslinger Verein Nonplusultra organisierten Tour in die schwedische Partnerstadt teil. Im vergangenen Jahr legte Kuntz zusammen mit seinem Arbeitskollegen Andreas Hahn 1497 Kilometer zurück, um in acht Tagen mit dem Rennrad nach Schweden zu kommen.

Start zum Sonnenaufgang

Der 58-Jährige starte mit seiner Tour auf dem Schurwald um 5.24 Uhr und um 10 Uhr ist laut ihm die erste „Schlafattacke“ eingetreten: „Während dem Treten bin ich dann fast vom Rad gefallen, daher habe ich auf einer Parkbank bei Krapfenreut einen kurzen Powernap eingelegt. Dann ging es wieder.“ Seine Strecke begann in Lichtenwald, setzte sich bei den „Windräder bei Büchenbronn“ und am „Kaisersträßle“ vorbei bis zum Jägerhaus fort und endete an einem Kreisverkehr in Hohengehren. „Ich bin dann aber auch von der Strecke abgewichen, ganz oft zum Jägerhaus hin und her gefahren. Es ging ja nicht um die schöne Strecke, sondern darum, Kilometer zu schrubben“, sagt Kuntz.

Dietmar Kuntz: „Das war prima“

Ganz alleine musste Kuntz die Tour dann aber doch nicht antreten. Sein Freund Harald Flößer, der frühere Leiter der Kreisredaktion der Eßlinger Zeitung, begleitete ihn eine Zeit lang ab dem Start. „40 Kilometer ist er mitgefahren und wir haben dann ein bisschen schwätzen können. Das war prima“, betont Kuntz und ergänzt: „Wir haben dann noch zusammen Pause gemacht und Kuchen gegessen.“ Kuntz hatte aber mit weniger Pausenzeiten gerechnet. „Nun waren es knapp über drei Stunden Pause, dafür bin ich zufrieden mit meiner Durchschnittsgeschwindigkeit von 26,1 in 16 Stunden und vier Minuten“, erzählt Kuntz und ergänzte: „Es war ein Event, das man mit einem geringen Aufwand umsetzten konnte. Natürlich ist es irre, das weiß ich auch“, sagt Kuntz mit einem Lächeln. Die letzte Extremtour soll es für den 58-Jährigen aber nicht gewesen sein.