Mitglieder der Gruppe Transition Town beim Gärtnern: Christiane Klei, Wiebke Heite, Arturo Morales (von links) Foto: Bulgrin - Bulgrin

Klimaschutz aus Esslinger Sicht oder wie jeder sich im Alltag Schritt für Schritt umweltfreundlicher verhalten kann.

Esslingen Seit einigen Wochen finden auch in Esslingen regelmäßig „Fridays for Future“-Demonstrationen statt. Dabei gehen Schülerinnen und Schüler immer Freitags während der Schulzeit für mehr Klimaschutz auf die Straße. Doch was kann man als Esslinger eigentlich konkret für den Klimaschutz tun? Wir haben zwei Expertinnen gefragt und einige Tipps zusammengestellt, wie man sich ohne allzu viel Aufwand im Alltag klimafreundlicher verhalten kann.

Dass es umweltfreundlicher ist, vom Auto aufs Fahrrad oder auf Bus und Bahn umzusteigen oder aber gleich zu Fuß zu gehen, dürfte den meisten Menschen bekannt sein. Und dass Strom sparen nicht nur den Geldbeutel, sondern auch das Klima schont, ist inzwischen ebenfalls eine Binsenweisheit. Aber wie man klimafreundlicher einkauft, kocht oder isst, ist vielleicht nicht unbedingt jedem klar. Deshalb zeigen wir auf dieser Seite eine Auswahl von Tipps zu verschiedenen Lebensbereichen.

Sie stammen unter anderem von Katja Walther, Leiterin der städtischen Abteilung Nachhaltigkeit und Klimaschutz, sowie von Christiane Klei von der Esslinger Gruppe Transition Town. Beide sind ausgewiesene Expertinnen, was das Thema angeht: Walther hauptberuflich, Klei ehrenamtlich.

Die beiden sind sich einig, dass man sich nicht gleich extreme – und damit vielleicht auch unrealistische – Ziele setzen sollte wie etwa „nie wieder Autofahren“ oder „null Plastikmüll mehr produzieren“. Vielmehr gehe es darum, das eigene Handeln bewusst zu überdenken – und an einigen Punkten an der einen oder anderen Stellschraube zu drehen.

Katja Walther verweist auf verschiedene Projekte der Stadt, die dabei helfen können, sich umweltfreundlicher zu verhalten. Dazu gehöre der Stadtbecher, ein Pfandbecher, in den man sich in verschiedenen Esslinger Läden Kaffee zum Mitnehmen einfüllen lassen und den man später in einem der Lokale wieder abgeben kann. Damit sollen Wegwerf-Kaffeebecher eingespart werden. Mit dem Esslinger Marktrad hingegen können sich Kunden des Wochenmarkts ihre Einkäufe kostenfrei nach Hause liefern lassen – und ihr Auto daheim stehen lassen. Das Projekt Ökoprofit wiederum unterstützt mittlere und größere Unternehmen dabei, sich umweltfreundlicher aufzustellen; das erst im vergangenen Jahr gegründete Pendant für kleinere Unternehmen nennt sich Esslinger Energienetzwerker. Ganz konkrete Tipps für mehr Nachhaltigkeit im Alltag gibt es zudem auf der städtischen Seite www.esslingenundco.de.

Christiane Klei ist Ansprechpartnerin der Esslinger Gruppe Transition Town. Diese hat sich zusammengefunden, um nach Ideen und lokal umsetzbaren Lösungen für den Klimawandel und die Ressourcenverknappung zu suchen. Ein Schwerpunkt ist das gemeinsame Gärtnern im Stadtgärtle am Kesselwasen. „Denn was gibt es klimafreundlicheres als Gemüse direkt vor dem Haus anzubauen?“, fragt Klei. Und ergänzt: „Wir wollen die Leute zum Gärtnern bringen. Mit den Händen in der Erde ist man dem Klima gleich viel näher.“ Dieses Jahr habe die Gruppe auch eine Esslinger Nutzpflanzenbibliothek initiiert: In dieser sollen nach und nach Samen für den regionalen Anbau vermehrt werden.

Die Gruppe trifft sich alle zwei Wochen, um sich auszutauschen – etwa über veganes sowie regionales und saisonales Kochen, über Schritte ins plastikfreie Leben oder darüber, wie man am besten Ressourcen schont. „Dabei sollte sich jeder das heraussuchen, was er am leichtesten schafft und schauen, welche kleinen Schritte er tun kann“, rät Christiane Klei. Ihrer Erfahrung nach ist die Umstellung in der Gruppe leichter, weil man sich gegenseitig motivieren kann. Alleine sei es oft frustrierend, wenn man doch nicht so konsequent sein könne, wie man eigentlich wolle.

Hier die Tipps der Expertinnen

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