Zwei Dribbler im direkten Duell: Lionel Messi (links) gegen Alexander Hleb. Das war im Frühjahr 2010, als der VfB Stuttgart in der Champions League auf den FC Barcelona traf. Foto: Baumann/Hansjürgen Britsch

Er hat zur besten Mannschaft der damaligen Zeit gehört: Alexander Hleb. Doch glücklich ist das einstige Talent des VfB Stuttgart beim FC Barcelona nicht geworden.

Stuttgart - Seine Mitspieler hießen Xavi, Andrés Iniesta und Lionel Messi. Es herrschte eine besondere Ära, als Alexander Hleb zum FC Barcelona kam – und Trainer Pep Guardiola vergoldete sie mit zahlreichen Titeln. Das war 2008 und Hleb hatte zuvor beim FC Arsenal mit seinen Tempodribblings Begeisterung ausgelöst. 18 Millionen Euro ließ sich Barça die Fußballkünste des Weißrussen kosten. Und nun da der VfB Stuttgart an diesem Samstag (18 Uhr/Servus TV) den FC Barcelona zu einem Testspiel erwartet, darf daran erinnert werden, wo das Offensivjuwel seinen Feinschliff erhielt – in Stuttgart.

1999 kam Hleb von Bate Borisow zum VfB. Ein junger, schüchterner und dürrer Kerl, der nur aufblühte, wenn er den Ball am Fuß hatte. Seine Technik und sein Tempo waren sofort zu erkennen. Der damalige VfB-Coach Ralf Rangnick verhalf ihm deshalb am 5. September 2000 schnell zu seinem Profidebüt – mit 19 Jahren.

Doch Hleb fehlte es noch an Durchsetzungsvermögen, weshalb er erst über die zweite Mannschaft endgültig den Weg zu den Profis fand. Ab der Saison 2001/2002 gehörte Hleb zum Stammpersonal – und unter dem Trainer Felix Magath auch zu den jungen Wilden des VfB, die über die Bundesligafelder stürmten. Spätestes mit seinen furiosen Auftritten in der Champions League machte Hleb auch international auf sich aufmerksam. Der FC Arsenal verpflichtete ihn 2005 für knapp acht Millionen Euro.

In London war der Weißrusse glücklich und später gestand der heute 40-Jährige, dass er bis heute nicht verstehe, warum er nach Barcelona gegangen sei. Anfangs lief es noch gut. Doch schon bald setzte Guardiola den Flügelspieler nur noch auf die Bank. Später war Hleb oft gar nicht mehr Kader. Wegen mangelnder Disziplin hieß es. Offiziell gewann Hleb mit Barça zwar die Champions League, doch sein aktiver Beitrag war bescheiden. Weshalb er sich im Sommer 2009 für eine Saison noch einmal an den VfB ausliehen ließ – eine Zeit mit Höhen und Tiefen, in der es im Frühjahr 2010 im Achtelfinale der Champions League zur Begegnung zwischen dem VfB und Barça kam.

Anschließend kam Hlebs Karriere nicht mehr richtig in Fahrt. Stationen in der Türkei, Russland und Weißrussland sind verzeichnet, ehe er im Frühjahr 2020 mit dem Fußball aufhörte. Dennoch bleibt er ein VfB-Talent, das im Barça-Trikot spielte.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: