Alfred Fögen (rechts) im Jahr 1999 Foto: Stadt Ditzingen

Die Stadt Ditzingen trauert um ihren früheren Oberbürgermeister und Ehrenbürger Alfred Fögen. Mit ihm an der Spitze hat sich die Stadt maßgeblich verändert.

Alfred Fögen sagte immer, dass sich sein Amtsnachfolger Michael Makurath viel größeren Herausforderungen stellen müsse, als er in seiner Zeit als Rathauschef. Dass er sein eigenes Wirken stets hinten anstellte, war typisch für den Verwaltungsfachmann – der jetzt im Alter von 89 verstorben ist. Bescheidenheit attestierten ihm seine Weggefährten gleich mehrfach.

Dabei hatte er mit seinem Amtsantritt im Jahr 1982 die Stadt zunächst zur Ruhe bringen müssen. Es sei keine Bürde gewesen, das Amt zu übernehmen, sagte Fögen später einmal. Er ging auf seine Weise damit um: Er machte seine Arbeit. „Normalität ist immer das Beste“, sagte er.

Bis 1999 stand er als Oberbürgermeister an der Spitze der noch jungen Großen Kreisstadt. Mit ihm begann eine Phase der Stabilität und Verlässlichkeit, in der er das Vertrauen in die kommunalpolitische Führung nach turbulenten Zeiten zurückbrachte. Seine beiden Amtsvorgänger hatten dem Ort – und auch sich – wenig Glück gebracht: Der eine war in dubiose Grundstücksgeschäfte verwickelt, der andere setzte nach wenigen Monaten seinem Leben ein Ende.

Große Projekte prägten seine Amtszeit

In Amtszeit von Alfred Fögen fielen zahlreiche Projekte, die das Stadtbild unverändert prägen: Etwa der Neubau des Rathauses nebst Bürgersaal, die Neugestaltung des Laiens mit der Einrichtung der Stadtbibliothek im Dreigiebelhaus und dem Stadtmuseum – Gebäude, die historische Wurzeln und Moderne vereinen. In seine Amtszeit fiel auch die Verkehrsentlastung der Innenstadt mit dem Bau der Westumfahrung sowie die Vorbereitungen für den Bau der Südumfahrung von Hirschlanden.

Ein besonderes Anliegen sei ihm das Zusammenwachsen der vier Ditzinger Stadtteile gewesen, die „Schaffung einer leistungsfähigen Infrastruktur für alle Bürgerinnen und Bürger“, heißt es in einer Mitteilung der Stadt über Fögens Wirken.

„Alfred Fögen hat mit Ausdauer, Weitblick und großem persönlichen Einsatz die richtigen Weichen dafür gestellt, dass sich Ditzingen zu der modernen und lebenswerten Stadt entwickeln konnte, die wir heute kennen. Seine Amtsführung war geprägt von Menschlichkeit, persönlicher Verlässlichkeit und ausgeprägtem Sachverstand. Wir werden ihm als prägender Persönlichkeit unserer Stadtgeschichte ein ehrendes Andenken bewahren“, würdigt Oberbürgermeister Michael Makurath (parteilos) den Verstorbenen.

Vertrauen in die Kommunalpolitik wieder hergestellt

Fögen sei es gelungen, Vertrauen in den Gemeinderat und in die Verwaltung herzustellen durch seine ruhige Art, die Stadt zu führen, sagte der ehemalige Stadthistoriker Herbert Hoffmann einmal. Denn trotz der Herausforderung im Rahmen der Verwaltungsreform, aus vier Orten eine Stadt zumachen, sei das damalige Stadtoberhaupt stets die treibende Kraft gewesen, nie der Getriebene. Für viele Bürger ist Fögen deshalb gleichbedeutend mit Ditzingen.

Wegbegleiter zeichnen auch das Bild einer Respektsperson. Doch Fögen konnte auch anders. Da war er der warmherzige, menschen-zugewandte Oberbürgermeister, der gesellige Ratsvorsitzende auch, der mit seinen Stadträten die Tradition der Nachsitzung pflegte.

Diplomatisch, pragmatisch, schlagfertig, knitz und mit Humor führte er, der aus Verärgerung einst aus der CDU ausgetreten war, die Stadträte, aber auch die Bürger. „Man muss sie mitnehmen“, sagte Fögen einmal. Der Bürger sei kritisch, sei mündig geworden. Das habe zwar auch die Kommunalpolitik verändert, aber das sei gut: „So muss es sein.“

Bereits im Alter von 25 Jahren war Fögen zum Bürgermeister des noch selbstständigen Hirschlanden gewählt worden. Nach seinem Ausscheiden aus dem Amt des Bürgermeisters gehörte er Anfang der 80er Jahre dem Ditzinger Gemeinderat und dem Ortschaftsrat Hirschlanden an und machte auch auf Kreisebene Politik. Für seine Verdienste um die Stadt ist Alfred Fögen vielfach von Land und Stadt gewürdigt worden. Er war Ehrenbürger von Ditzingen und der ungarischer Partnerstadt Gyula.

Am 22. August ist Alfred Fögen gestorben. Er wurde 89 Jahre alt.