Die Ludwigsburger Schlossfestspiele steuern auf den nächsten Höhepunkt zu: Das Monrepos Open Air am 19. Juli. Statt Feuerwerk gibt es eine Lichtershow – und einen Picknick-Contest.
Für Fans des Monrepos Open Air war es eine bittere Nachricht: Relativ kurzfristig wurde das Feuerwerk, das sonst den Höhepunkt der Veranstaltung bildet, vom Stuttgarter Regierungspräsidium verboten, weil der streng geschützte Nachtreiher an dem See lebt. Seither steht sogar die Frage im Raum, ob das Event in dieser oder einer anderen Form in Zukunft noch wird stattfinden können.
Intendant Lucas Reuter und das Team der Schlossfestspiele wollen aber keine Trauerstimmung aufkommen lassen. Schließlich feiert die beliebte Veranstaltung dieses Jahr ihr 30-jähriges Bestehen. Mit einem neuen Orchester, einem Programm rund um den Walzerkönig Johann Strauss und einer festlichen Lichtershow zum großen Finale sollen die Besucherinnen und Besucher einen schönen und im wahrsten Sinne strahlenden Abend genießen. Beginn ist am Samstag, 19. Juli, um 20 Uhr mit einem Auftritt des Orchesters des Goethe-Gymnasiums Ludwigsburg. Von 21 Uhr an spielt das Orchester Divertimento Viennese aus Wien Melodien aus seiner Heimat.
Lichteffekte passend zur Musik
„Bei den Überlegungen zum Programm sind wir schnell auf die Idee gekommen, dass es auch etwas mit Österreich und Wien zu tun haben soll“, erzählt der Intendant, Lucas Reuter. Und da die Stadt Wien gerade den 200. Geburtstag eines ihrer berühmtesten Söhne feiert, nämlich Johann Strauss, war bald die Idee zu einem großen Walzer-Konzert geboren, bei dem unter anderem Arien und Duette aus Strauss’ berühmtesten Operetten erklingen sowie Werke von Richard Strauss und Alexander von Zemlinsky. Als Solisten treten Anna Gabler und Norbert Ernst auf.
Und was erwartet die Zuschauer zum großen Finale, wenn sonst immer ein üppiges Feuerwerk den Himmel erleuchtet hat? Dann zeigt die Firma Potsdamer Feuerwerk, die auch für das eigentliche Feuerwerk zuständig gewesen wäre, eine „festliche Illumination“, so Reuter. Eine bunte Show aus Licht und Lichteffekten, die passend zur Musik erstrahlen werden – nur eben ohne das laute Böllern.
Dass das Feuerwerk zu dem Zeitpunkt bereits komplett fertig geplant war, als die Entscheidung vom Regierungspräsidium verkündet wurde, war nur eine der Herausforderungen, vor die Lucas Reuter und sein Team damit gestellt wurden. „Glücklicherweise waren die benötigten Feuerwerkskörper da noch nicht bestellt“, berichtet Lucas Reuter. Wenigstens auf den Kosten für die Materialien sind die Veranstalter also nicht sitzen geblieben.
Fehlendes Feuerwerk wirkt sich auf Verkaufszahlen aus
Allerdings haben sich die Veränderungen merklich auf die Verkaufszahlen ausgewirkt. Während in früheren Jahren der Verkauf kurz vor der Veranstaltung, sobald die Wettervorhersage einigermaßen verlässlich wurde, noch einmal so richtig in die Höhe geschnellt war, blieb das Interesse nach der Absage des Feuerwerks spürbar verhaltener. „Ende der 90er hatten wir regelmäßig um die 10 000 bis 12 000 Besucher“, erzählt Lucas Reuter. Mit neuen Sicherheitsbestimmungen und später dann der Coronapandemie gingen die Zahlen auf durchschnittlich etwa 7000 bis 8000 zurück. „Dieses Jahr rechnen wir mit rund 6000.“
Immerhin: Nur wenige der bereits verkauften Karten seien aufgrund der Absage nachträglich zurückgegeben worden, was Lucas Reuter positiv stimmt. Es zeige, dass viele trotzdem gerne dabeisein möchten. „Ein paar haben sogar gesagt, dass sie das gar nicht so tragisch finden und ohnehin vor allem wegen der Musik da sind.“ Der Großteil der Leute vermisse aber natürlich das Feuerwerk, „das war ein wichtiger Baustein, der die Menschen dazu bewegt hat, hierherzukommen.“
Ob und wie es in Zukunft weitergehen wird, darüber lässt sich noch nichts Konkretes sagen. Lucas Reuter hatte im Vorfeld bereits bemängelt, dass die Angaben des Regierungspräsidiums recht schwammig gewesen seien und keine Klarheit darüber herrsche, was künftig am Monrepos erlaubt sein wird und was nicht – selbst mit Blick auf die Musik. „Und für eine Veranstaltung dieser Größenordnung brauchen wir einfach Planungssicherheit.“ Von einem kompletten Aus für das Monrepos Open Air möchte zum jetzigen Zeitpunkt aber niemand sprechen. „Wir denken jetzt darüber nach, wie wir in Zukunft damit umgehen und was wir vielleicht Neues und Spannendes gestalten können, nicht nur am Monrepos, sondern für die gesamten Schlossfestspiele.“ Die Gespräche sollen im Anschluss an die Spielzeit beginnen.
Erste kleine Neuerungen haben bereits in der jetzigen Saison ihren Platz gefunden. So finden mehrere Konzerte an historischen Spielstätten statt, was bereits auf großen Zuspruch gestoßen ist. Für das Monrepos Open Air, das traditionell viele Picknicker anzieht, wurde zudem ein Wettbewerb ausgerufen um den schönsten Picknick-Platz.
Monrepos Open Air
Das Konzert am Seeschloss Monrepos am Samstag, 19. Juli, steht unter dem Titel „Alles Walzer! 200 Jahre Johann Strauss“. Sitzplatzkarten gibt es ab 49 Euro (ermäßigt für 15 Euro), Picknickplätze auf der angrenzenden Wiese kosten 38 Euro. Erhältlich sind sie online oder an der Abendkasse ab 17 Uhr.
Picknick-Wettbewerb
Wer am Wettbewerb teilnehmen um den schönsten Picknick-Platz teilnehmen möchte, erhält am Einlass eine Nummer, eine Jury bewertet im Laufe des Abends die Picknickplätze. Zu gewinnen gibt es Freikarten für die Spielzeit 2026.