Frank Hofmeister führt nicht nur zwei Möbelhäuser – er zeigt soziales Engagement, ist Zirkusveranstalter und kennt die Stars und Sternchen. Was treibt ihn an?
Es war der Anblick von krebs-, herz- und mukoviszidosekranken Kindern und Jugendlichen, der bei Frank Hofmeister einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen hat. Der 64-Jährige leitet in vierter Generation die Geschäfte des großen Möbelunternehmens mit Häusern in Bietigheim-Bissingen und Sindelfingen. Doch neben dem wirtschaftlichen Erfolg hat der Geschäftsmann ein wichtiges Anliegen: das soziale Engagement. Dabei stellt er nicht bloß Spendenschecks aus. Was treibt ihn an?
Seit Wochen ist am Ortsrand von Bietigheim-Bissingen, an der Kirchheimer Straße, wieder das große, gelbe Zelt zu sehen. Noch bis zum 7. Dezember gastiert auf dem Hofmeister-Gelände der Weihnachts-Circus, aufgrund der großen Nachfrage mittlerweile vier Wochen lang. Für moderate Eintrittspreise (5 Euro für Kinder) gibt es mehrfach täglich 60 Minuten Programm – organisiert vom Einrichtungsunternehmen. Seit vielen Jahren ist das große Zelt auch der Ort, in dem in der Vorweihnachtszeit eine Spendengala mit Zirkusprogramm, Tombola und prominenten Gästen stattfindet, um Geld für kranke und bedürftige Kinder zu sammeln.
Soziales Engagement liegt dem Seniorchef im Blut
Sowohl Frank Hofmeister als auch sein Sohn Carl Friedrich (29), der ebenfalls in die Geschäftsführung eingestiegen ist, spüren derzeit die Wirtschaftskrise. Die Kunden sind momentan sparsamer. „Wir sind in einer großen Prüfungsphase“, sagt der Seniorchef. Dennoch halte er weiter an der Benefizgala fest, die für den kommenden Freitag geplant ist. Die Spendenveranstaltung sei für ihn eine Herzensangelegenheit, betont er. „Das liegt in unserer DNA“, sagt Frank Hofmeister.
Schon für seine Großeltern sei soziales Engagement wichtig gewesen, erklärt der Unternehmer. Im Urlaub, als seine Kinder an einem Mitmachzirkus teilnahmen, wurde Frank Hofmeister dazu inspiriert, selbst einen Zirkus zu organisieren. Im Laufe der Jahre ist daraus die Idee entstanden, in diesem Rahmen eine Gala für den guten Zweck zu veranstalten.
Der Aufwand ist jedes Jahr immens groß
In diesem Jahr geht die Benefizgala bereits in die 18. Ausgabe. Ein Großteil der Organisation ist schon zur Routine geworden. Frank Hofmeister fühlt sich jedoch nicht nur aus Tradition verpflichtet, sondern ist mit viel Leidenschaft bei der Sache. Schon viele Monate vor der nächsten Veranstaltung sichtet er zusammen mit seinem Sohn Zirkusnummern, führt Gespräche und überlegt sich Besonderheiten fürs Programm. Der Aufwand sei immens, gibt der Seniorchef zu. Viele Kontakte bestehen allerdings von Beginn an. „Daher ist es nicht schwierig, auf das Pflichtprogramm noch eine Kür draufzusetzen“, sagt Frank Hofmeister.
In den Anfängen war es eine Herausforderung, genügend Gäste für die Gala im Zirkuszelt zu gewinnen. Davon kann nun längst keine Rede mehr sein. Die Tickets verkaufen sich gut. Und die Prominenz aus Politik, Sport und Showbusiness lässt sich nicht lange bitten, mitzumachen. „Gerade erst habe ich mit Sänger Peter Freudenthaler telefoniert, der mit Eckart von Hirschhausen auftreten wird“, sagt der Seniorchef. Der aus dem Fernsehen bekannte Arzt und Wissenschaftsjournalist Hirschhausen kommt sogar zum zweiten Mal zur Gala. Er sei von der Stadt Bietigheim-Bissingen und der familiären Atmosphäre der Veranstaltung begeistert gewesen.
Mit dabei sind in diesem Jahr unter anderem auch Schauspieler Steffen Groth und Musikproduzentin Alegra Cole. Die prominenten Gäste erleben die Zirkusshow nicht nur mit, sondern werden wie die professionellen Artisten selbst Teil des Programms.
Auch die Geschäftsführer haben am Abend viel zu tun
Als Gastgeber hat die Familie Hofmeister nicht nur vorab, sondern auch am Abend viel zu tun. „Ich renne selbst viel herum und schaue, dass alles funktioniert“, sagt der Seniorchef. Im Programm beteiligt er sich ebenfalls. Frank und Carl Friedrich Hofmeister können also nicht in einer Loge die Füße entspannt hochlegen. „Wir sind an dem Abend angespannt“, gibt er zu. Als Arbeit oder zusätzliche Belastung empfindet der 64-Jährige diese Aufgaben aber nicht. Möglich sei eine so große Veranstaltung aber nur durch die motivierte Unterstützung seiner Angestellten. „Der Abend wird getragen von einem riesigen Team an Mitarbeitern.“
Die gesamten Einnahmen gehen an mehrere ausgewählte Stiftungen, soziale Einrichtungen und Vereine aus der Region: vor allem an die Stiftung der Stuttgarter Kinderklinik Olgäle, an die Nachsorgeklinik Tannheim (Villingen-Schwenningen) und die Deutsche Kinderschutzstiftung Hänsel und Gretel. Hofmeister räumt ein, dass die Gala auch eine gute Imagewerbung für das Unternehmen ist. Aber vor allem empfindet er es als sehr erfüllend, soziale Zwecke zu unterstützen. Um sich ein Bild davon zu machen, wo Mittel benötigt werden, besucht er die Kliniken regelmäßig. „Wenn ich dort sehe, was mit dem Geld erreicht werden kann, gibt es mir das viel zurück“, sagt Frank Hofmeister.