Leverkusens Torschütze Moussa Diaby (2.v.r.) feiert seinen Treffer zum 1:0 gegen die Glasgow Rangers mit mit Kai Havertz. Foto: Martin Meissner/AP-Pool/dpa Foto: dpa

Die Bedenken, ob das Team nach nur kurzer Vorbereitung schon fit genug ist, erwiesen sich als überflüssig. Leicht und locker zog Leverkusen gegen die Glasgow Rangers in das Viertelfinale der Europa League ein. Schon am 10. August geht es gegen Inter Mailand.

Leverkusen - Kniffliger Kaltstart, ungefährdeter Erfolg - Bayer Leverkusen ist trotz nur kurzer Vorbereitung in das Viertelfinale der Europa League gegen Inter Mailand spaziert.

Nach lediglich zweiwöchigem Training setzte sich die Werkself in souveräner Manier mit 1:0 (0:0) gegen die Glasgow Rangers durch. Wie schon beim 3:1 im Hinspiel vor fünf Monaten im noch gut gefüllten und lauten Ibrox-Stadion kontrollierte das Team um den wohl in Kürze scheidenden Kai Havertz auch in der Stille der Bay-Arena die Partie und belohnte sich mit dem Treffer von Moussa Diaby (51. Minute) für eine ansprechende Leistung.

Das macht Mut für das bereits am 10. August anstehende Duell mit den Italienern in Düsseldorf, die sich am Tag zuvor in Gelsenkirchen mit 2:0 gegen den FC Getafe durchgesetzt hatten. Die Endrunde der letzten acht Teams wird nach der langen Corona-Unterbrechung des Wettbewerbs in Nordrhein-Westfalen ausgespielt. Fehlen wird Bayer dann aber der starke Charles Aranguiz, der eine Gelbsperre absitzen muss.

"Es war ein souveräner Auftritt. Wir hätten noch ein, zwei Tore mehr machen können. Es war wichtig, gut reinzukommen und sich in den Rhythmus zu spielen. Die mentale Frische ist wichtig, das Körperliche kam über die 90 Minuten", sagte Leverkusens Lars Bender und blickte bereits auf das Duell mit Inter: "Es ist nur ein Spiel. Das ist sowohl der Vor- als auch der Nachteil. Wir wissen, dass es ein schwerer Gegner ist."

Anders als die bereits mit einem 1:0-Erfolg über Aberdeen in die Saison gestarteten Schotten mussten die Leverkusener den Re-Start in den wegen der Corona-Krise seit März unterbrochenen Wettbewerb ohne Spielpraxis bewältigen. Zudem fehlten Karim Bellarabi, Kerem Demirbay, Mitchell Weiser, Nadiem Amiri und Paulinho. Dennoch schien das Team von Peter Bosz gut vorbereitet und übernahm bei schwül-warmem Wetter von Beginn an die Regie.

Doch bei allem Ballbesitz mangelte es zunächst an Esprit, um die Abwehr der Gäste ernsthaft ins Wanken zu bringen. Das sollte sich jedoch in der 16. Minute ändern, als Havertz mit einem satten Schuss aus 14 Metern die Latte traf. Nur sechs Minuten später hatte der Nationalspieler das mögliche 1:0 erneut auf dem Fuß, verfehlte aber nach feinem Zuspiel von Exequiel Palacios knapp das Tor. Weitere Möglichkeiten von Diaby (38.) und Florian Wirtz (43.) blieben ebenfalls ungenutzt. Dagegen verlebte Bayer-Keeper Lukas Hradecky gegen die bis dahin harmlosen Schotten eine sehr ruhige erste Halbzeit.

Auch nach Wiederanpfiff ging die Partie zunächst wieder nur in eine Richtung. Doch diesmal fand der Bundesliga-Fünfte eine Lücke: Charles Aranguiz bediente Diaby mustergültig und der Franzose traf aus kurzer Distanz zur längst fälligen Führung für sein Team. Und wäre Havertz nur drei Minuten später nicht erneut an Rangers-Schlussmann Allan McGregor gescheitert, wäre die Partie schon früher entschieden gewesen. Nur einmal geriet der Sieg in Gefahr, als Edmond Tapsoba nach einem Kopfball von Alfredo Morelos (71.) auf der Linie klärte.

© dpa-infocom, dpa:200806-99-71839/3

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