Auf der Karrieremesse im Neckarforum konnten sich Schüler über Berufe informieren (Archivfoto). Foto: SDMG

Die Ausbildungsmesse „Karriere 2021“ ging in diesem Jahr als Hybridveranstaltung über die Bühne. Online lief sie sehr gut. Am Samstag hatten die Jugendlichen dann aber auch die Gelegenheit, sich im Neckar Forum mit den Ausstellern persönlich auszutauschen.

Esslingen - Wie geht Messe in Corona-Zeiten? Die AusbildungsmesseKarriere 2021“ fand nun bereits zum zweiten Mal unter Pandemiebedingungen als Hybridveranstaltung – digital über mehrere Tage, aber auch in Präsenz eintägig im Neckar Forum – statt. Besonders das digitale Angebot wurde sehr gut angenommen.

Auf der digitalen Ebene war vor allem beim „Eventtag der Schulen“ viel Betrieb in den Chats. „Rund 300 Schüler haben sich zurückmeldet, das ist eine sehr gute Zahl“, freute sich Projektleiterin Heike Poliak-Klein vom Veranstalter Eßlinger Zeitung. Auch sonst sei das Angebot, sich an vier Tagen ganz bequem vom heimischen Rechner aus über Berufswahl, Aus- und Weiterbildung zu informieren, erneut gut angenommen worden. So gut, dass das Format als Hybridveranstaltung auf jeden Fall weiterlaufen wird – auch falls die Corona-Pandemie irgendwann nur noch eine schlechte Erinnerung sein sollte. „Die digitale Messe hat sich auf jeden Fall bewährt, viele nutzen das niederschwellige Angebot. Digital und in Präsenz ist ein gelungener Mix, das behalten wir künftig bei“, bestätigte Poliak-Klein.

März-Termin eignet sich besser

Eigentlich hätte die Messe wie immer im März stattfinden sollen. Da funkte allerdings der zweite Lockdown dazwischen. Im Neckar Forum ließen sich nun am Samstag dennoch rund 500 Besucher die Gelegenheit nicht entgehen, sich vor Ort zu informieren. „Wir hätten uns schon ein bisschen mehr gewünscht“, räumt Poliak-Klein ein. Der Frühjahrstermin sei dafür allerdings der bessere Zeitpunkt – darin waren sich die meisten der insgesamt 23 Aussteller bei der Präsenzveranstaltung einig. Warum es im März besser gewesen wäre, erklärte Eva-Maria Eisele vom Klinikum Esslingen. „Bei uns im Klinikum sind die Ausbildungsplätze für den Herbst zum Beispiel schon komplett belegt. Es gibt sogar eine Warteliste.“ Im Frühjahr sei es dagegen meist möglich, noch einen Ausbildungsplatz für den Herbst zu ergattern. Die Ausbildungsmesse „Karriere 2021“ an sich sei aber ein gelungenes Format – daran gibt es für die stellvertretende Leiterin der Pflegeschule des Esslinger Klinikums nichts zu rütteln: „Das ist für uns immer eine gute Gelegenheit vorzustellen, was es für Möglichkeiten im pflegerischen aber auch im kaufmännischen Bereich im Klinikum gibt. “

Lesen Sie auch, wie die Karriere-Messe im vergangenen September organisiert war: Messe mit Mundschutz und Einlass-Chip

Dass man sich als Unternehmen den Interessenten mal wieder von Angesicht zu Angesicht zeigen konnte, fand überall Beifall: „Es ist schön, sich mal wieder öffentlich zu präsentieren“, bestätigte Sven Dittus vom GARP-Bildungszentrum ein paar Stände weiter. Als Blickfang hatte er einen 3D-Drucker mitgebracht.

Mit sieben Mitarbeitern gab es am Stand der Arbeitsagentur potenzielle Gesprächspartner zu Genüge. „Es ist schon toll, wieder mal in Präsenz zu sein. Aber wir hatten gehofft, deutlich mehr Jugendliche zu erreichen“, bedauerte Teamleiter Markus Knorpp von der Berufsberatung. Das sei allerdings ein allgemeines Problem: „Ich frage mich schon seit einiger Zeit, wo die Jugendlichen sind.“ Im Landkreis Esslingen seien zwar zehn Prozent weniger Ausbildungsplätze für Anfang September als im Vorjahr gemeldet worden, davon seien aber noch fast 1200 unbesetzt. „Das geht quer durch alle Branchen“, sagte Knorpp. Darunter sind auch freie Ausbildungsplätze etwa im kaufmännischen Bereich, die als beliebt gelten.

Corona verunsichert Schüler

Der Berufsberater mutmaßte, dass viele Jugendliche entweder länger an ihrer Schule bleiben oder lieber erst ein Freiwilliges Soziales Jahr einschieben, bevor sie sich mit Ausbildungsfragen beschäftigen. Ein großes Problem sei, dass die meisten seit Beginn der Pandemie keine Chance gehabt hätten, über Praktika in verschiedenen Branchen hineinzuschnuppern. Viele seien zudem verunsichert, weil sie seit März 2020 hauptsächlich Online unterrichtet worden sind. Er ist überzeugt, dass sie aber spätestens im Herbst bei der Arbeitsagentur ankommen: „Viele Schüler hat Corona total aus der Bahn geworfen. Das muss sich alles erst wieder einspielen.“

Mit der Qualität der Gespräche seien die Aussteller durch die Bank sehr zufrieden gewesen, bilanzierte Heike Poliak-Klein. Auch ihr ist klar, dass der Märztermin für alle Beteiligten günstiger gewesen wäre: „Wir wollen auch wieder in den normalen Modus zurück. Dieses Jahr ging das eben nicht anders.“ Und deshalb gibt es für die nächste Auflage der Karrieremesse auch schon einen fixen Termin: „Und zwar vom 10. bis 13. März 2022 digital mit einer Präsenzveranstaltung am 12. März im Neckar Forum.“ Die Esslinger Karrieremesse, die von der Kreishandwerkerschaft Esslingen-Nürtingen, der Bundesagentur und der Agentur für Arbeit Esslingen, der IHK Region Stuttgart und der Bezirkskammer Esslingen-Nürtingen, der Südwestmetall, dem Landkreis Esslingen und der Eßlinger Zeitung auf die Beine gestellt wird, gilt als die bedeutendste Aus- und Weiterbildungsmesse für die Berufswahl in der Region. Unternehmen haben hier die Gelegenheit, auf ihre Ausbildungsmöglichkeiten aufmerksam zu machen.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: