Von der Neuterminierung des EZ-Laufs soll auch ein Signal der Zuversicht ausgehen. Foto: Roberto Bulgrin/Archiv

Der Eßlinger Zeitung Lauf soll am 7. November stattfinden. In Teilen wird es einen neuen Streckenverlauf geben.

Esslingen - Es sind Schritte auf einem nach wie vor unsicheren Terrain, doch die Veranstalter des Eßlinger Zeitung Laufs wagen einen neuen Versuch. Nachdem der Lauf im Zuge der Absage des für Anfang Juli vorgesehenen Bürgerfests gestrichen worden war, wurde nun ein neuer Termin fixiert: Am 7. November dieses Jahres soll wieder durch Esslingens Altstadtgassen gelaufen werden. Und zwar im gewohnten Programm, also mit Bambini- und Schüler-Läufen sowie dem Zehn-Kilometer-Hauptlauf. Von dieser Entscheidung soll auch ein Signal der Zuversicht ausgehen, dass in wenigen Monaten der Alltag wieder als „halbwegs normal“ bezeichnet werden kann. Beim Blick in die Zukunft schwingt also, trotz der Unsicherheiten durch die Coronapandemie, eine gehörige Portion Optimismus mit.

Beim Neustart im Herbst ziehen nicht nur TSG Esslingen und EZ an einem Strang, ohne die Unterstützung der Stadt wäre dieser undenkbar. Esslingens Oberbürgermeister Jürgen Zieger verweist darauf, dass im Zuge der Pandemie seit mehr als einem Jahr keine größeren Veranstaltungen mehr möglich sind. Auch das Bürgerfest mit EZ-Lauf 2020 wurde abgesagt, eine erwogene Verlegung des Laufs in den Oktober des vergangenen Jahres ließen die behördlichen Vorgaben nicht zu. Nun sagt Zieger: „Gemeinsam mit den Veranstaltern des EZ-Laufs teile ich die Überzeugung, dass wir im Herbst eine verbesserte Covid-19-Gesamtsituation vorfinden werden.“ Das Stichwort in diesem Zusammenhang lautet Herdenimmunität: Denn ohne eine weit fortgeschrittene Impfkampagne ist es auch im November kaum vorstellbar, einen Volkslauf zu organisieren.

„Vor dem Hintergrund der aktuellen Infektionslage macht die Durchführung eines solchen Events im Sommer keinen Sinn. Das ist zu riskant“, verdeutlicht Gerald Lietzenmayer. Der Vorsitzende der TSG Esslingen macht aber auch klar: „Wir sind heiß darauf, endlich wieder gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen. Gemeinsam Sport aktiv zu erleben. Wir hoffen, mit dem Eßlinger Zeitung Lauf zeigen zu können, dass der Breitensport noch immer lebt.“ Andreas Heinkel, der Geschäftsführer der Eßlinger Zeitung, pflichtet ihm bei: „Der EZ-Lauf im November könnte wieder eine der ersten Veranstaltungen mit Gemeinschaftscharakter sein. Alle freuen wir uns doch wieder auf sportliche Erlebnisse im Freien.“

Am 7. November lädt die Esslinger Händlergemeinschaft zudem zu einem verkaufsoffenen Sonntag – wenn es die Pandemieregeln denn zulassen. So könnte es an diesem Tag einen doppelten Grund zum Besuch der Esslinger Innenstadt geben. „Wir benötigen konkrete Öffnungsperspektiven für unsere Bürgerinnen und Bürger, aus sozialer und ökonomischer Sicht“, sagt Zieger, der nach seinem für September angekündigten Rückzug im November kein OB mehr ist. Die Verlegung des Laufs in die zweite Jahreshälfte sei die „rationale Antwort auf die schwierige Situation“, sie bringe mehr Verlässlichkeit und Planungssicherheit, auch für die Läuferinnen und Läufer. Geplant ist, wie in den Vorjahren vier Bambini- und drei Schülerläufe zu starten, gefolgt vom Hauptlauf.

Die bei Letzterem viermal zu absolvierende Runde wird dabei in der 21. Auflage des EZ-Laufs modifiziert. Die Ecke Landolinsplatz/Neckar Forum war in der Vergangenheit für den einen Läufer oder die andere Läuferin in der Streckenführung schwer zu durchschauen, dort wurde zudem eine recht offene Flanke identifiziert, was aus Terrorschutzgründen verbesserungswürdig ist. Der genaue Streckenverlauf wird in den kommenden Wochen in Zusammenarbeit mit dem Württembergischen Leichtathletikverband festgelegt.

Die Veranstalter wollen mit der Neuansetzung des Laufs nicht nur Hobbyläufern eine Perspektive bieten, sie wollen auch Kinder und Jugendliche wieder ins Laufen bringen. Schließlich haben diese mit dem Wegfall von Sportunterricht und Vereinssport ein akutes Bewegungsdefizit. TSG und EZ hoffen zudem, mit dem neuen Termin den Schulen ein attraktives Angebot machen zu können, sodass diese in bewährter Form organisatorische Fäden bei der Anmeldung in die Hand nehmen.

Zieger betont, dass der Esslinger Sport sich während der Pandemie vorbildhaft verhalten habe. Mit dem EZ-Lauf verbindet der Oberbürgermeister die Hoffnung auf „notwendige Öffnungsschritte“ – sofern dies die Gesamtlage auf allen Ebenen zulasse. Er würde sich jedenfalls freuen, wenn traditionsreiche Veranstaltungen wie der EZ-Lauf bald wieder ein Stück Normalität im Alltag bieten könnten. Dies wird wohl jeder und jede unterstreichen.

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