Dieses Bild wird es dieses Jahr nicht geben: Das Feld des Hauptlaufs vor dem Start im vergangenen Jahr. Foto: Roberto Bulgrin

Corona-Verordnung des Landes lässt bis Ende Oktober keine Veranstaltung dieser Größenordnung zu. Hoffnung auf einen Start im Jahr 2021.

Esslingen - Dieses Wochenende sollte in Esslingen eigentlich dem Bürgerfest gehören, darin eingebettet sollte der Eßlinger Zeitung Lauf zum 21. Mal sportliche und atmosphärische Akzente setzen. Doch die Zeiten sind außergewöhnliche. Schon Anfang April wurden Fest und der für den 5. Juli vorgesehene Lauf abgesagt. Seitdem haben die Veranstalter versucht, den Sportlern im Herbst doch noch eine Möglichkeit zum Wettstreit zu bieten. Doch auch daraus wird nichts. Mit der Vorgabe der Landesregierung, im Zuge der Corona-Pandemie bis Ende Oktober Veranstaltungen mit mehr als 500 Teilnehmern zu untersagen, ist der in Erwägung gezogene Ausweichtermin (18. Oktober) keine Alternative mehr. Und auch für einen noch späteren Termin besteht keinerlei Planungssicherheit. Daher haben die Veranstalter, die TSG Esslingen und die EZ, entschieden: Dieses Jahr wird es keinen Eßlinger Zeitung Lauf geben. Bleibt zu hoffen, dass Bürgerfest und Lauf im kommenden Jahr stattfinden können.

Es war ein Hoffen und Bangen, ein Abwägen von Chancen und Risiken angesichts sich schnell verändernder Rahmenbedingungen, doch letzen Endes waren alle Bemühungen um eine Verlegung des Lauf vergebens. Gerald Lietzenmayer, der Vorsitzende der TSG Esslingen, macht deutlich, dass die endgültige Absage ein Gebot der Vernunft sei. „Wir bedauern das sehr, nicht zuletzt weil die Vereinsmitglieder hoch motiviert sind und sich alle nach einem Stück Normalität sehnen“, sagt Lietzenmayer. Letzten Endes spielten auch finanzielle Risiken eine Rolle, denn mit nahendem Termin wären immer mehr Verpflichtungen einzugehen gewesen. Auch Andreas Heinkel, Geschäftsführer der Eßlinger Zeitung, ist enttäuscht: „Wir bedauern sehr, dass der EZ-Lauf unter den von der Landesregierung vorgegebenen Rahmenbedingungen aufgrund der Corona-Pandemie nicht durchgeführt werden kann.“ Er verweist zudem auf einen „unverhältnismäßig hohen Mehraufwand“ in einer von Infektionsschutz geprägten Organisation. Außerdem wären Begrenzung und Lenkung der Zuschauerströme an der Strecke nicht zu beherrschen gewesen.

Bei der Stadt Esslingen stießen die Organisationen mit ihrem Ansinnen, den Lauf zu verschieben, auf offene Ohren und große Unterstützung. Doch auch dort wurde konstatiert, dass ein Start unter diesen Voraussetzungen nicht möglich ist. Oberbürgermeister Jürgen Zieger verweist darauf, dass bundesweit seit März im Zuge des Infektionsschutzes auch fast alle Laufveranstaltungen untersagt worden sind. „Nun musste diesem Vorsichtsgedanken auch in Esslingen gefolgt werden“, macht der OB mit Blick auf einen möglichen Ausweichtermin klar. „Der EZ-Lauf ist eines der größten Laufsport-Events im Landkreis Esslingen. Wir bedauern es außerordentlich für alle Hobbyläufer, für alle Top-Athleten und für alle, die sich seit Monaten trotz herrschender Planungsunsicherheit mit großem Einsatz auf die Veranstaltung vorbereitet haben“, sagt Zieger, der selbst ambitionierter Hobbyläufer ist. Doch aus Verantwortung gegenüber Läuferinnen und Läufern, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und der gesamten Bevölkerung sei angesichts der Pandemie die Absetzung des Laufs für das Jahr 2020 „ein notwendiger Schritt“.

Läufer hofften auf Verlegung

In den Vorjahren gingen stets rund 3000 Läufer in Esslingen an den Start, etwa 1500 davon im Hauptlauf, die andere Hälfte verteilte sich auf die Bambini- und Schülerwertungen. Ob diese Zahlen auch dieses Mal erreicht worden wären, ist eher unwahrscheinlich, schließlich ist die Verunsicherung in der Bevölkerung nach wie vor groß. Dies war auch von Lehrern zu hören. Viele hätten einen Startschuss zwar als erfreulichen Schritt in Richtung Normalität begrüßt, doch wie Eltern und Schüler mit einem solchen Wettbewerb unter Hunderten umgegangen wären, sei nur schwer vorherzusehen. Hinzu kommt, dass Zuschauer, die zu Bürgerfest-Zeiten ansonsten zu Tausenden die Strecke säumen, die Einhaltung der Pandemie-Vorgaben unmöglich gemacht hätten.

Seit dem Öffnen der Anmeldung Anfang und deren Schließung Ende März hatten einige Dutzend Läufer diese frühe Chance ergriffen – und offensichtlich auch auf eine Verlegung gehofft. Denn kaum einer forderte die bereits abgebuchte Startgebühr zurück. Und die Veranstalter hielten sich die Möglichkeit offen, die bereits Angemeldeten unkompliziert ins Starterfeld eines späteren Laufs zu versetzen. Nun werden die bereits registrierten Läuferinnen und Läufer in den kommenden Tagen eine Mail bekommen, in der die Firma Mikatiming, der Partner bei Zeitnahme und Anmeldung, die Verwendung des Geldes abfragt. Darin inbegriffen ist die Möglichkeit zur kompletten Rückerstattung der Startgebühr, aber auch die, diese der TSG Esslingen zu spenden, um die bisherigen Auslagen zumindest in Teilen aufzufangen.

Nach der endgültigen Absage für dieses Jahr bleibt ein hoffnungsvoller Blick voraus. „Um so mehr bauen die Veranstalter TSG und EZ wie auch die Stadt Esslingen als Partnerin auf eine erfolgreiche Neuauflage des Laufes im Jahr 2021“, gibt Oberbürgermeister Zieger die Losung vor, um dann ohne virusbedingte Beschränkungen starten zu können. „Wir hoffen, dass 2021 wieder ein normales Leben möglich ist. Und wir freuen uns heute schon darauf und werden alle Kraft darauf verwenden, dass wir 2021 wieder einen Eßlinger Zeitung Lauf durchführen können, wie ihn alle gewohnt sind“, ergänzt der TSG-Vorsitzende Lietzenmayer.

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