Eine ungewöhnliche Bühne für ein Streichquartett: der Kaisersaal des Esslinger Amtsgerichts. Foto: Ines Rudel

Am Dienstag durfte im Esslinger Amts­gericht jeder selbst sein Urteil fällen: Das Podium Festival gastierte mit einem poetisch­-musikalischen Abend im Kaisersaal.

Esslingen - Nicht zimperlich konfrontierten die Macherinnen und Macher des Esslinger Podium Festivals ihr Publikum mit der Aufforderung „Du sollst dein Leben ändern“. Der Kaisersaal füllte sich trotzdem bis auf den letzten Platz. Der radikale Imperativ stand als Motto über dem philosophischsten Format des bunten Reigens der Veranstaltungen. Er beendet das Sonett „Archaischer Torso Apollos“ von Rainer Marika Rilke und den ungemein bedeutungssatten Dienstagabend: Behutsam spricht ihn der fantastische Sprecher Thomas Halle aus, man hätte eine Stecknadel fallen hören, so verharrten die Anwesenden in seinem Bann. Verantwortlich für das Konzept über Leben und Kunst zeichnet der Alleskönner Steven Walter. Durch zwei Jahrhunderte mäandernde Musik der kammermusikalischen Königsdisziplin Streichquartett, zwei umrahmende Gedichte und die berühmten „Briefe an einen jungen Dichter“ waren die Grundzutaten. Im Wechsel wird rezitiert und musiziert.

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