Florian Späth im Outrigger-Einer nach dem Gewinn der deutschen Sprint-Meisterschaft über 500 Meter in München. Foto: Christiane Pape

Der erfahrene Esslinger Kanute Florian Späth startet im traditionellen Auslegerkanu Va‘a bei den IVF Sprint-Weltmeisterschaften auf Hawaii und hat große Ambitionen.

Es ist kein Jahr her, als Florian Späth das erste Mal in einem Va‘a saß. Der erfahrene Kanute, der das Paddel für die SV 1845 Esslingen schwingt, fand Spaß an den Auslegerkanus Outrigger und Va‘a, die sich traditionell vor allem im polynesischen Raum großer Beliebtheit erfreuen. In Deutschland ist diese Disziplin mit 20 Jahren noch recht jung.

Viele Überlieferungen zur Besiedelung der Südsee sind unweigerlich mit dem Ausleger-Kanu verbunden. In Deutschland ist diese Trendsportart dem Deutschen Kanu-Verband angegliedert. Während Langstreckenrennen meist auf dem Meer ausgetragen werden, fanden die deutschen Meisterschaften in München statt.

Florian Späth holte Gold und Silber in München

Nun werden die IVF Sprint-Weltmeisterschaften im Va’a auf Hawaii ausgetragen und Späth hat im März dieses Jahres die erforderte Norm geschafft – die Freude ist groß, für Deutschland zu starten. „ Es wird auch toll, sich einiges von den absoluten Profis abzuschauen“, sagt Späth. Erst Anfang Juli holte er die Silbermedaille bei den deutschen Meisterschaften im Va‘a-Einer. Die ersten deutschen Sprint-Meisterschaften im Outrigger und Va’a fanden auf der Olympia-Regattastrecke in München-Oberschleißheim statt. Späth startete auch im Outrigger und holte auf Anhieb Gold – diese Disziplin wird auf Hawaii aber nicht gefahren. Im Endspurt im Outrigger-Einer eroberte er nach Zielfotoentscheid mit einem Vorsprung von 0,2 Sekunden die Führung und gewann den deutschen Meistertitel vor Fahrern der Union Böckingen und des HKC Hannover.

Gesteuert durch Paddelschläge

Vor gut 20 Jahren feierte der Physiker schon Titel als deutscher Meister der Junioren. Größter Unterschied zu seinen bisherigen Kanu-Disziplinen ist die Steuerung: Va‘a wird nicht mit den Füßen, sondern den Paddelschlägen gesteuert, Outrigger hingegen auch mit den Füßen. In Frankfurt kam Späth durch seine Freundin Christiane Pape zur Trendsportart. „Ich wurde gefragt, ob ich mal mitfahren will und war auf Anhieb begeistert“, erzählt Späth. Pape und Späth sind sowohl beim SV 1845 Esslingen als auch beim Frankfurter Ruder- und Kanusportverein Sachsenhausen. Sie trainieren auch in beiden Städten, und das passt ganz gut, da die beiden berufsbedingt zwischen Esslingen und Frankfurt pendeln. Pape arbeitet als Wirtschaftsingenieurin in Frankfurt, Späth als Wissenschaftler in Stuttgart.

Bei den Weltmeisterschaften starten die beiden jeweils im Einer, Sechser und Zwölfer. In den Mannschaftsdisziplinen rechnet sich der 40-Jährige Späth – der vor dem Start noch seinen 41. Geburtstag feiert – durchaus Chancen aus. Im Einer startet er in der Klasse Ü 40, hat aber auch angefragt, in der Open-Klasse antreten zu dürfen. „Das wurde aber noch nicht bestätigt“, sagt er. Pape ist mit 39 Jahren sowieso für die Open-Rennen gemeldet. „International ist das eine ganz andere Konkurrenz, als bei den deutschen Meisterschaften. Wir freuen uns sehr darauf, in der Hilo Bay zu starten“, betont Späth. Auf dem Meer zu fahren, sei eben noch einmal etwas ganz Besonderes. Die Favoriten kommen aus Hawaii, Tahiti und Neuseeland.

Erst die WM, dann Urlaub auf Hawaii

Der Open-Einer-Lauf ist auf Montag, 19. August, terminiert. Der Ü-40-Start findet einen Tag zuvor statt. Die Distanz ist jeweils über 500 Meter. Zudem starten die beiden Kanuten über 1500 Meter im Sechser. Die Besonderheit: Es wird fünf Mal gewendet. Es gibt kein Mixed, also geht das Paar nicht gemeinsam in ein Rennen.

Nach der Weltmeisterschaft verbringen Späth und Pape noch ihren Urlaub auf Hawaii – wie sollte es anders sein, natürlich viel auf dem Wasser mit dem Paddel in der Hand. Wenn das Flugzeug in Hawaii landet, werden erst elf Monate vergangen sein, seitdem Späth das erste Mal in dem traditionellen Auslegerkanu gesessen ist. Sein Ziel hat der Esslinger Kanute dennoch klar definiert: „Ich will in einem Finale mitfahren.“