Vor 20 Jahren wurde in Esslingen das Festival Rock for one World gegründet. Trotz mancher Schicksalsschläge lebt die Idee, Musik zu genießen und damit Gutes zu tun.
Das Festival Rock for one World (ROW) ist eine feste Größe im Esslinger Veranstaltungskalender – und das soll auch so bleiben. Auch wenn das ehrenamtliche Organisationsteam schon so manchen Schicksalsschlag verkraften musste, ist die Idee, Livemusik zu genießen und dabei Gutes zu tun, so lebendig wie eh und je. Das nächste Festival steht schon bald ins Haus: Namhafte Bands der Heavy-Metal-Szene wollen das Esslinger Jugend- und Kulturzentrum Komma am 7. März wieder zum Klingen bringt. Der Vorverkauf läuft, die Tickets dürften wie in jedem Jahr rasch knapp werden.
Als im Dezember 2004 der Tsunami in Thailand wütete, erlebte der Esslinger Musiker Ralf Schulz die Katastrophe hautnah mit. Zurück in Deutschland wollte er für die Opfer dieser Naturkatastrophe etwas tun. Als Schlagzeuger der Bands Tyran’ Pace und Sinner konnte er einige der wichtigsten Bands dieser Szene für ein Benefiz-Festival gewinnen, das 2005 seine Premiere feierte. Seither geht Rock for one World alljährlich über die Bühne – nur in der Coronazeit 2021/2022 war notgedrungen Pause.
Unterstützung für soziale Einrichtungen
Mehr als 180 000 Euro an Spenden wurden seit dem ersten Festival mobilisiert – allein 2025 wurden mehr als 14 000 Euro an soziale Einrichtungen verteilt. Möglich ist das nur, weil sich viele auf der Bühne und hinter den Kulissen für dieses Benefiz-Festival engagieren: „Die Bands spielen ohne Gage, die Kosten für An- und Abreise sowie Übernachtungen werden übernommen. Auch das Catering wird gespendet, eine Küchencrew sorgt für das leibliche Wohl.“
Der Gedanke von Rock for one World wird trotz mancher Rückschläge weitergetragen: Ralf Schulz’ Tod riss 2014 eine tiefe Lücke, doch mit Stanislaw „Stani“ Szczepaniak und Klaus „Metal Dad“ Wagner übernahmen zwei seiner Weggefährten die Festivalleitung. Als auch diese beiden 2024 binnen weniger Wochen überraschend gestorben sind, hing die Zukunft von Rock for one World am seidenen Faden. Doch für das Organisationsteam und für Wagners Kinder war es Ehrensache, das Festival weiterzuführen: Mit neuer Crew und neuen Sponsoren wurde das ROW 2025 erfolgreich gestaltet.
Die nächste Auflage des Benefiz-Festivals geht am Samstag, 7. März, im Esslinger Komma über die Bühne. Steffen Würtele, der seit einigen Jahren im engsten Mitarbeiterkreis vom ROW mitarbeitet, hat die Festivalleitung übernommen, und er kann sich wie in jedem Jahr auf die Unterstützung zahlreicher Helferinnen und Helfer verlassen. Denn für ihn und seine Mitstreiter ist klar: „Der gute Geist von Rock for One World soll weiterleben.“
Vier starke Bands geben den Ton an
Das Programm des kommenden Festivals steht: Um 18 Uhr werden sich die Türen des Esslinger Jugend- und Kulturzentrums öffnen, um 19 Uhr beginnt der Konzertabend mit den Lokalmatadoren der Esslinger Band Targa. „Die Musik dieser vier Jungs hat Energie und geht sofort in die Beine“, versprechen die Veranstalter. Weiter geht’s danach mit Firephenix. Kenner der Heavy-Metal-Szene schätzen die vier Jungs aus Göppingen für ihre „Mischung aus komplexen Songstrukturen, virtuosen Instrumentaleinlagen und einem gesunden Grad an Catchiness“.
Als Co-Headliner hat sich die italienische Band Alterium angesagt, die klassische Power-Metal-Einflüsse mit modernen Einflüssen verbindet. Und zum großen Finale gehört die Bühne den Jungs von Motorjesus, die kraftvollen Rock ’n’ Roll im Stil von Bands wie Motörhead, Turbonegro oder Gluecifer mit dem epischen Metal-Spirit der 80er-Jahre verbinden. Die Einnahmen aus Eintrittsgeldern, Sponsoring und Verpflegung gehen diesmal an den Verein Wildwasser Esslingen, das Esslinger Hospiz, das Projekt „Hängebrücke“ des Kinderschutzbunds und die Weihnachtsspendenaktion der Eßlinger Zeitung. Weitere Infos zum ROW-Festival gibt es unter: www.rock-one-world.de