Mit neuen Elektrohybridbussen wie diesem will der Verkehrsbetrieb etwas fürs Klima tun. Foto: Bulgrin Quelle: Unbekannt

Von Alexander Maier

Kurz vor dem Jahreswechsel hat der Esslinger Gemeinderat wichtige Weichen für die Zukunft des örtlichen Busverkehrs gestellt: Knapp zwei Drittel des Busverkehrs in Esslingen fährt vom 1. Juli 2018 an der Städtische Verkehrsbetrieb (SVE). Ein gutes Drittel der Buskilometer übernimmt die mittelständische Firma Rexer aus Calw als Sub-Unternehmer des SVE. Außerdem beschloss der Gemeinderat gestern, sechs neue Elektrohybridbusse anzuschaffen. Das Ziel der Kommune ist klar: Die 63 Prozent des Esslinger Stadtverkehrs, die der SVE selbst übernimmt, sollen möglichst rasch rein elektromobil bedient werden. Damit will die Stadt einen Beitrag zur Verbesserung der Luftqualität leisten und den SVE zu einem „Modellunternehmen in Zeiten des Klimawandels“ machen. Ein entsprechender Grundsatzbeschluss war im Sommer mit nur einer Stimme Mehrheit im Gemeinderat gefallen - mit der Anschaffung der sechs neuen Elektrohybridbusse geht Esslingen nun den nächsten Schritt.

Rund 5,8 Millionen Euro lässt sich die Stadt die sechs neuen Elektohybridbusse kosten, die sowohl an der Oberleitung als auch mit einer Batterie rein elektrisch im Stadtgebiet unterwegs sein werden. Sie sollen die heute bereits 15 Jahre alten Oberleitungsbusse der Firma VanHool möglichst zeitnah ersetzen - die Fahrzeuge, die derzeit noch im Einsatz sind, besitzen neben einem Elektroantrieb, der per Oberleitung betrieben wird, einen Dieselmotor, damit sie auch auf nicht elektrifizierten Strecken fahren können. Die neuen Fahrzeuge holen sich die nötige Energie ebenfalls bevorzugt aus der Oberleitung - sie können aber auch bis zu 15 Kilometer mit Batteriestrom zurücklegen. Nachdem die Grundsatzentscheidung zum Ausbau der Elektromobilität im Esslinger Linienbusverkehr im Sommer noch heftig umstritten war, ging der Beschluss zum Kauf der neuen Busse gestern im Gemeinderat bei sechs Gegenstimmen vergleichsweise geräuschlos über die Bühne.

Knapp zwei Drittel des Busverkehrs in Esslingen werden künftig vom Städtischen Verkehrsbetrieb übernommen. Der Gemeinderat hat in seiner gestrigen Sitzung eine neue Vereinbarung mit dem SVE beschlossen. In diesem so genannten Öffentlichen Dienstleistungsauftrag (ÖDLA) sind die Rahmenbedingungen des Stadtverkehrs für die kommenden zehn Jahre klar geregelt. Die Vereinbarung enthält exakte Anforderungen zum Beispiel an die Linienführung, die Taktung und das Serviceangebot im Stadtverkehr. So ist etwa geregelt, dass die eingesetzten Busse höchstens elf Jahre alt sein dürfen, bei O-Bussen und Elektrohybridbussen sind es 15 Jahre. Es muss sich um Niederflurbusse handeln, und sie müssen eine Klimaanlage besitzen. Nach Abstimmung mit dem Landkreis wurden außerdem im neuen ÖDLA einige Verkehrsangebote angepasst, verbessert oder neu eingeführt - etwa die Führung der Linie 110 über die Neue Weststadt, die dauerhafte Fortführung der Linie 118 in ihrer heutigen Form und die Einführung der Nachtbuslinien N12 und N13 als Ersatz für das bisherige Nachttaxi-Angebot.

Sub-Unternehmer Rexer beauftragt

Der klar festgelegte Kostenrahmen des Dienstleistungsauftrags der Stadt an den SVE liegt bei rund 16,6 Millionen Euro im Jahr. Für etwa ein Drittel der Leistungen hat der Verkehrsbetrieb „eine mittelstandsfreundliche Ausschreibung durchgeführt“, die die Anforderungen an mögliche Sub-Unternehmer ebenfalls klar definiert. Mehrere Bieter hatten ein Angebot für bestimmte Leistungen im Esslinger Stadtverkehr abgegeben - zum Zuge kam das wirtschaftlich günstigste Angebot. Die Albert Rexer GmbH & Co. KG aus Calw ist als Sieger aus dieser europaweiten Ausschreibung hervorgegangen.

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