Dieter Deuschle, OB Jürgen Zieger, Künstler Markus Wolf und Karl-Heinz Rueß (von links) präsentieren die neue Esslinger Stauferstele. Foto: Kaier Quelle: Unbekannt

Die Staufestele steht an einem exponierten, äußerst geschichtsträchtigen Ort und erinnert mit ihren in Stein gemeißelten Inschriften an das Wirken der Staufer in Esslingen. Damit reiht sich der nun 32. Gedenkstein in ein europaweites Netz bedeutender Stätten der Herzogs- und Königsfamilie ein. „Stadtgeschichte ist aber auch immer Menschengeschichte“, hat der Vorsitzende der Stiftung Esslinger Kulturpreis Dieter Deuschle bei der Einweihung gesagt.

Von Sabine Försterling

Alles begann vor 16 Jahren, als die erste Stauferstele im Castel Fiorentino in Apulien zum 750. Todestag des letzten Stauferkaisers Friedrich II. eingeweiht wurde. „Wir dachten damals, das sei eine einmalige Aktion“, sagte Karl-Heinz Rueß vom Komitee der Stauferfreunde. Nun galt es am Samstagnachmittag die 32. Stauferstele in Esslingen ihrer Bestimmung zu übergeben. Inzwischen ist nämlich ein europäisches Netz von Gedenksteinen an den bedeutenden, mittelalterlichen Wirkungsstätten der Herzog- und Königsfamilie entstanden.

Und das von dem Bildhauer Markus Wolf geschaffene Werk steht an exponierter Stelle, nämlich am Eingang zur mittelalterlichen Kernstadt mit der Stadtkirche St. Dionys, der Lateinschule sowie dem Schelztorturm. Oberbürgermeister Jürgen Zieger zufolge weiß man nicht genau, wann die Staufer in Esslingen Fuß gefasst haben. Es gebe Indizien, dass dies bereits vor der Mitte des zwölften Jahrhunderts der Fall gewesen sei. Im Jahr 1181 ist ein Aufenthalt von Kaiser Friedrich Barbarossa belegt. 1213 übertrug Friedrich II. die Pfarrkirche St. Dionys an das Domkapitel Speyer, und 1228 oder 1229 wurde Esslingen zur Stadt im Rechtssinne erklärt. „Die Staufer haben geradezu die Welt nach Esslingen gebracht“, sagte Zieger. In dieser Epoche seien zudem vor allem völlig neue Entwicklungen angestoßen worden. „Die Stelen als Erinnerungszeichen machen auch deutlich, wie die Völker in Europa einst verbunden waren, bevor sie sich in nationale Staaten abgrenzten“, fügte der Stadtarchivar von Göppingen, Karl-Heinz Rueß an.

Stelen sind gleich gestaltet

Aufgrund des Wiedererkennungswertes sind die achteckigen fast drei Meter hohen Stelen, die mit einem goldenen Band abschließen, alle gleich gestaltet. Bis auf die Inschriften an den vier Seiten, die in der ehemaligen Reichsstadt die Wappen von Esslingen und Speyer, mit dem Reichsadler sowie den Löwen der Staufer zieren. Darunter sind die jeweiligen geschichtlichen Meilensteine zu lesen wie die zahlreichen Aufenthalte der Staufer von Friedrich Barbarossa bis zu Konradin. Aber auch Folgendes: „Irene Maria von Byzanz, Witwe von König Philipp von Schwaben schenkte kurz vor ihrem Tod 1208 dem Stift Adelberg einen Hof in Oberesslingen.“

Laut dem Vorsitzenden der Stiftung Esslinger Kulturpreis Dieter Deuschle ist Stadtgeschichte eben auch immer Menschengeschichte. Mit 20 000 Euro hat die Stiftung das Gedenken an eine glanzvolle Geschichte ermöglicht. Die Stele ist darüber hinaus dem Andenken der vor 20 Jahren verstorbenen Stifterin Renate Unkrodt gewidmet.

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