Die neue Grundschule Zell rückt in greifbare Nähe. Und an der Klaraanlage beginnt die Modernisierung von drei historischen Schulhäusern. Zudem stehen Neubauten auf dem Zollberg und in der Pliensauvorstadt auf der Agenda. Insgesamt wandern in den kommenden Jahren etwa 60 Millionen Euro in Esslinger Schulbauprojekte.
Marode Schulhäuser, gesamtgesellschaftliche Veränderungen, die die Schule immer mehr zum Lebensraum machen, dazu noch die Unwägbarkeiten der Bildungspolitik: Das stellt die Kommunen landauf, landab vor große Herausforderungen. Rund 60 Millionen Euro will die Stadt Esslingen in den kommenden vier, fünf Jahren in ihre Bildungslandschaft investieren. Jetzt hat der Gemeinderat mit den Baubeschlüssen für eine neue Grundschule in Zell und die Sanierung des Schulhauses Katharinenstraße 47 an der innerstädtischen Klaraanlage die ersten Nägel mit Köpfen gemacht. Die Zeit drängt vor allem in Zell: Dort sacken große Teile des bisherigen Schulensembles seit Jahren ab.
Das Gesamtbudget für das neue Zeller Schulhaus mit integrierter Turnhalle hat die Ratsrunde von 13 auf 14,4 Millionen Euro hochgeschraubt. In der Innenstadt kommen gut neun Millionen Euro für Umbau und Erweiterung der in großen Teilen denkmalgeschützten Katharinenstraße 47 zusammen. Dabei sind diese Bauarbeiten nur der Auftakt für eine zusammengerechnet gut 28 Millionen Euro schwere Sanierung von drei Schulhäusern an der Klaraanlage und am Schillerpark, die alle um 1900 herum gebaut worden sind. Und von der am Ende die Katharinenschule, eine Grundschule, und die Schule Innenstadt, eine Gemeinschaftschule, profitieren sollen.
Labiler Untergrund
Die Gebäudeteile aus den 1950er- und 1960er-Jahren des Zeller Schulensembles stehen auf einem unzureichend zugeschütteten Dorfteich und müssen seit Jahren abgestützt werden. Der Neubau auf dem jetzigen Schulhof soll den Altbestand bis auf das historische Schulhaus von 1914 ersetzen. Doch die drei geplanten Geschosse bringen so viel Gewicht auf den labilen Untergrund, dass man eine Pfahlgründung braucht. Die integrierte Turnhalle, große Deckenspannweiten und ein mehrgeschossiges Atrium erschweren zusätzlich die Statik. Dazu kamen gestiegene Anforderungen an Brandschutz, Sicherheit und Energieeffizienz. Laut dem Baubürgermeister Wilfried Wallbrecht hat die Bauverwaltung „die Planung intensiv durchleuchtet, aber das Einsparpotenzial des Entwurfs ist nach den Maßstäben eines funktionierenden Schulhausbaus nun ausgeschöpft“. Der Baubeschluss samt Nachschlag sei somit „ein entschiedenes Bekenntnis der Schulstadt Esslingen zu einer optimalen zukünftigen Raumsituation mitsamt neuer Turnhalle für die Grundschule Zell“, sagt OB Jürgen Zieger. Der Baubeginn ist für Sommer 2021 angepeilt. Die Kinder sollen im Januar 2023 in den Neubau ziehen, der auf einen Ganztagsbetrieb ausgerichtet ist.
Moderne Schule in denkmalgeschütztem Haus
In der innerstädtischen Klaraanlage legen die ersten Handwerker noch im Oktober los. Dort muss in einem ersten Schritt das Schulhaus Katharinenstraße 47 modernisiert und erweitert werden. Profitieren wird davon die gegenüberliegende Katharinenschule, die mit der Schule Innenstadt die Häuser tauschen wird. In dem sanierten Gebäude kann sie dann nicht nur als zweieinhalb-, sondern als dreieinhalbzügige Ganztagsgrundschule geführt werden. Der historische Gebäudeteil von 1892 bekommt neue Fenster und wird energetisch ertüchtigt.
Der Anbau aus den 1960er-Jahren wird umgebaut und erhält einen Aufzug, das Dachgeschoss wird ausgebaut. Im Sockelgeschoss entsteht eine kleine Mensa, die für Entspannung in der großen nebenan sorgen soll. Denn die wird auch von der Schule Innenstadt genutzt – der im Anschluss daran selbst umfangreiche Bauarbeiten an ihren Standorten Klaraanlage und Schillerpark ins Haus stehen.