Mehr Licht und Farbe, wie hier in der Esslinger Bahnhofsunterführung, können das subjektive Sicherheitsgefühl positiv beeinflussen. Foto:  

Die Esslinger Gruppe WIR/Sportplätze sieht tagsüber in der Stadt keine Angsträume. Als positives Beispiel wird die Straße Am Kronenhof genannt.

In der Frage zum Umgang der Stadtgesellschaft mit sensiblen Orten in Esslingen, an denen Menschen sich unwohl fühlen, meldet sich auch die im Gemeinderat mit zwei Sitzen vertretene Gruppe WIR/Sportplätze zu Wort.

„Tagsüber kann man sich in Esslingen überall aufhalten, da gibt es keine Angsträume oder No-go-Areas“, erklärt der Stadtrat Hermann Beck. Und er ergänzt, das Esslinger Stadtbild sei geprägt von den Weinbergen, der Burg, den Kirchen und der Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern.

Für Videoüberwachung an sensiblen Orten in Esslingen

Die Gruppe WIR/Sportplätze hält allerdings Video-Überwachung an sensiblen Orten für sinnvoll und verspricht sich davon eine präventive Wirkung und eine Unterstützung bei der Aufklärung und Verfolgung von Delikten. Eine schnelle Bestrafung beziehungsweise zügige Konsequenzen für Fehlverhalten zeigten erfahrungsgemäß Wirkung.

„An sensiblen Orten sehen wir hauptsächlich den Bahnhof und die Straße Am Kronenhof. Welche positive Wirkung Helligkeit und Beleuchtung haben können, zeigt sich aktuell Am Kronenhof. Die großflächige Beleuchtung bei der Firma Brogle lässt die ganze Straße in einem anderen Licht erscheinen“, schreibt der Stadtrat.

Das traditionelle Juweliergeschäft Brogle strahlt Am Kronenhof mit seinen Auslagen. Foto: Roberto Bulgrin

Gruppe WIR/Sportplätze: Alkoholverkaufsverbot eine „Scheinlösung“

Den Vorschlag, mit einem Alkoholverkaufsverbot ab 22 Uhr in Supermärkten, Spätis und Tankstellen die Probleme wie Vermüllung, Lärm und Konflikte lösen zu wollen, betrachtet die Gruppe WIR/Sportplätze als „ Scheinlösung“.

Problematischer seien „Drogenkonsum und seine Auswirkungen sowie die Bildung von Kleingruppen, die Menschen Angst machen können“. Laut Beck verstärke sich das Sicherheitsgefühl der Menschen durch Helligkeit, Vermeidung dunkler, unausgeleuchteter Ecken, durch Belebung mit Menschen und vor allem im Esslinger Bahnhofsbereich durch die mobile Wache des kommunalen Ordnungsdienstes.