EXIT - Raub auf dem Mississippi Foto: Kosmos - Kosmos

Ein Raum, verschlossen mit Rätseln, Tüfteleien und Knobelspaß durchaus auch für Erwachsene: Was Escape-Rooms in real anbietet, ist längst auch auf dem Spieltisch angekommen.

Esslingen Längst gibt es eine wahre Flut an Spielen, die das Escape-Raum-Gefühl an den heimischen Wohnzimmertisch bringen wollen. Die meisten der Spiele bieten auf ihre Art zumindest nette Unterhaltung, Knobelei und Zeitvertreib - doch manche fesseln und begeistern dabei weitaus mehr als andere. Eine kleine Vorstellung einiger Titel:

Elegantes Einweg-Erlebnis: „Exit – Das Spiel“

Ein Escape-Spiel im Handtaschenformat? Das nach der Partie verknickt, zerschnitten, bemalt – kurzum: Papiermüll ist? Klingt nach einer miesen Idee – und doch ist „Exit“ das umsatzstärkste Familienspiel in Deutschland. Die Macher haben den Dreh für pfiffige, überraschende und logische Rätsel raus. Eine Stunde Zeit – allein oder mit bis zu drei Mitspielern – plus Rätselhunger, mehr braucht‘s nicht. Nach kurzer Anleitung leitet das Spiel durch Karten, Heftlein und Material. Eine App liefert den Sound und zählt die Zeit runter. Ob man sich nun in einer Waldhütte, einer Grabkammer, einer Geisterbahn oder sonst wo zurechtfinden muss: Fesselnde Story und Atmosphäre liefert das nicht. Aber das Knobeln macht so viel Laune, dass man glatt die Zeit vergisst. Die Rätsel-Hilfen vermeiden Frust, zudem gibt es die Spiele in drei Niveaus. „Exit – Das Spiel“ wurde zurecht „Kennerspiel des Jahres 2017“.

(„Exit – Das Spiel“, Inka & Markus Brand, Kosmos Verlag, 1-4 Spieler, ca. 12 Euro)

Knobeln mit Karten: „Deckscape“

Klein, zugänglich, günstig – in diesen drei Kategorien haben die „Deckscape“-Spiele ihre Qualitäten, passen sie doch als Kartenspiel locker in die Hosentasche und reduzieren sie im Prinzip die Regeln auf die erste Spielkarte. Allein oder mit bis zu fünf Mitspielern kann man die Knobelei angehen – bei den kleinen Karten ist eine zu große Gruppe vielleicht aber doch hinderlich. Die Karten dienen als Rätsel oder als Material, das teilweise pfiffig kombiniert werden muss –sie leiten durch das Spiel, bieten bei Bedarf Hilfen oder gar Lösungen und treiben die und Story voran. Apropos: Die Geschichten entführen in ein Labor, den Dschungel, den Big Ben… und bilden einen roten Faden, ohne die Spielenden wirklich zu vereinnahmen. In 60 Minuten geht es durch 60 Karten – wobei das Rätselniveau gut zu meistern ist und man auch kein Spielmaterial zerstört. Eine hübsche Knobelei für die Familie.

(„Deckscape“, Martino Chiacchiera & Silvano Sorrentino, dvGiochi/Abacus, 1-6 Spieler, ca. 10 Euro)

Katz` im Kasten: "Cluebox"

Mal ganz was anderes: Ein Escape-Spiel in Würfelform – zum Lösen braucht es Köpfchen und beide Hände! Die „Clue Box“ fordert auf, in 60 Minuten eine Aufgabe zu lösen: „Öffne die Box und rette Schrödingers Katze“. Gemach, liebe Tierfreunde: Gemeint ist ein Gedankenexperiment der Quantenphysik, in dem eine Katze mit einem instabilen Atomkern in eine Box eingeschlossen wird. Irgendwann zerfällt der Kern und das Tier wird getötet – keiner weiß, wann. Physikalisch gesehen ist bis zu dem Punkt, an dem jemand die Box öffnet, die Katze gleichzeitig lebendig und tot. Warum das auch immer so ist: Die Spieler öffnet also die Box – mithilfe von Schiebern, Rädern und eingeritzten Hinweisen. Kommt das Tier frei? Das weiß allenfalls Schrödinger. Jedenfalls kann man die 52 Bestandteile der Birkenholz-Box danach wieder zusammenbauen und einem Knobelfreund weiterreichen – was auch immer man dann in die Box packt.

(„Cluebox“, Alexander Krys & Darius Fischer, iDventure, 1-2 Spieler, ca. 30 Euro)

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