EZ-Herausgeberin Christine Bechtle-Kobarg (Zweite von rechts) überreichte gemeinsam mit Schatzmeister Norbert Kindler (ganz rechts) den Mitarbeitern der sozialen Organisationen die ersten Spendengelder. Foto: Roberto Bulgrin - Roberto Bulgrin

Erste Spendengelder aus der Weihnachtsaktion der Eßlinger Zeitung werden an soziale Organisationen überreicht. Hilflosen Menschen wird durch eine kleine Spende ein Lichtblick gegeben.

EsslingenDurch traumatische Erlebnisse, durch Krankheit und Armut fallen viele Menschen in eine hilflose Lage. Das sind Menschen, die mitten unter uns leben. Der Nachbar, ein Freund aus dem Sportverein oder eine Bekannte aus der Chorgemeinschaft. Damit sie mit Hoffnung in die Zukunft blicken können, rufen die Eßlinger Zeitung und der Verein „Gemeinsam helfen“ jedes Jahr zu Weihnachten eine große Spendenaktion ins Leben. Damit werden Menschen in Not, einzelne Familien, aber auch soziale Einrichtungen unterstützt.

EZ-Herausgeberin und Vereinsvorsitzende Christine Bechtle-Kobarg überreichte zusammen mit Schatzmeister Norbert Kindler den Vertretern der sozialen Organisationen und verschiedene Gemeinden Spendenschecks. „Wir sind sehr glücklich. Der Spendeneingang bewegt sich auf der Ebene des vergangenen Jahres und die Aktion läuft noch ein paar Wochen“, sagte Christine Bechtle-Kobarg. „Ich denke, wir können sehr viel tun, um arme Menschen zu unterstützen. Es ist schön, wenn man ein paar Lichtblicke in einzelne Familien bringen kann“, so die EZ-Herausgeberin.

Der Verein Wildwasser aus Esslingen unterstützt Erwachsene und Kinder, die sexualisierte Gewalt erfahren mussten, mit Beratungen und traumatherapeutischen Angeboten. Nicht vom Land gefördert wird die Erwachsenenberatung. Daher wird dieses Angebot nur durch Spenden ermöglicht. Die Spendengelder würden in die kunsttherapeutische Arbeit mit einer Erwachsenengruppe fließen, sagte Claudia Weist-Brockhaus, systemische Therapeutin bei Wildwasser.

Mit traumatischen Erfahrungen haben auch geflüchtete Menschen zu kämpfen – vor allem Kinder. Der Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt (AWO) hilft geflüchteten Schülern mit dem Projekt „Flüchtlingskinder an die Hand nehmen“. Die Spenden aus der Weihnachtsaktion fließen in diese erlebnispädagogischen Aktivitäten. Sozialpädagogin Janina Kurz und Geschäftsführer Carsten Krinn haben genaue Pläne, wie sie die Spenden einsetzen.

Mit einer ambulanten Betreuung und Beratungen unterstützt das Team der Stiftung Tragwerk Eltern und ihre Kinder im Alltag. Zu den Angeboten der Stiftung gehören unter anderem die Erziehungshilfestelle in Plochingen und die ambulante Betreuung namens Flexx21, erklärte Vorstandsvorsitzender Jürgen Knodel. Für ihre tägliche Arbeit in den Familien vor Ort müssen die Mitarbeiter mobil sein. „Wir haben ein großes Gebiet und sind zum Beispiel auch in allen Schurwald-Gemeinden unterwegs“, sagte Knodel. Deshalb möchte sich die Stiftung von den Spendengeldern ein E-Auto kaufen, um betroffene Familien vor Ort zu beraten und ihnen zu helfen. Mit dem E-Auto wolle man auch einen Beitrag zum Klima leisten, so Knodel.

Christiane Robel und Stephanie Roos vom sozialen Dienst der Stadt Ostfildern nahmen einen Spendenscheck für einzelne Hilfsbedürftige, deren Schicksale sie erreicht haben, entgegen. Leben Menschen bereits an der Armutsgrenze, sei es eine weitere Belastung, wenn beispielsweise die Waschmaschine kaputt geht, erklärten sie. Der Verein Lebenshilfe Göppingen unterstützt mit einer sozialmedizinischen Nachsorge Familien im gesamten Landkreis Esslingen, deren Kinder chronisch, schwer krank oder viel zu früh geboren wurden. „Wir haben einen große Anteil an Nachsorge-Anfragen für palliative Kinder“, erzählte Anja Molfenter, Kinderkrankenschwester und Leiterin der sozialmedizinischen Nachsorge. „Das sind schwer kranke und sterbende Kinder.“ Vom Esslinger Landratsamt nahmen Sozialdezernentin Katharina Kiewel und Ilona Röhm vom Amt für Soziale Dienste und Psychologische Beratung den Scheck dankend an. Für einzelne Menschen, die vom Schicksal getroffen wurden, krank sind oder auf der Straße leben, bietet die katholische Gesamtkirchengemeinde Esslingen eine Anlaufstelle. Mit dankenden Worten nahmen Diakon Esteban Rojas und Diakon Thomas Kubetschek in Vertretung für die Hilfesuchenden den Scheck entgegen. „Die meisten Menschen, mit denen wir sprechen, leben unter sich, sind häufig obdachlos und haben viele persönliche Probleme“, erzählte Diakon Rojas. Es werde nicht bar, sondern in Form von Gutscheinen für Tafelläden an die Menschen ausgezahlt.

Stadtmitarbeiter David Blank vom Amt für Soziales, Integration und Sport kümmert sich sowohl um Anfragen von einzelnen Hilfesuchenden, als auch von Familien. Auch die Vertreter der diakonischen Bezirksstelle des Landkreises, Anne Burkhardt und Ralf Weers, unterstützen Menschen in Not. „Wenn die Familien die Spenden erreicht haben, dann wird es bei ihnen Weihnachten“, sind sich beide einig. Auch die Caritas Fils-Neckar-Alb erhielt einen Scheck, den die Mitarbeiterinnen Helga Rütten und Ann-Kathrin Huber für einzelne, vom Schicksal getroffene Menschen, dankend entgegennehmen.

Obdachlosen Menschen steht der Verein Heimstatt Esslingen unterstützend zur Seite. Das Team rund um den Leiter Ralf Brenner hilft mit Beratungen den Menschen, die keine Wohnung finden. Mit den Spenden wird diesen Menschen ein Hoffnungsschimmer geboten und ihnen eine kleine Weihnachtsfeier mit anderen Betroffenen ermöglicht.

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