Für Handwerker im Kreis Böblingen gibt es im kommenden Jahr eine große Verbesserung: Zahlreiche Kommunen führen einen gemeinsamen Parkausweis ein. Obwohl ihnen dadurch Einnahmen verloren gehen.
Für Handwerker soll das Arbeitsleben im Landkreis Böblingen ab Jahresbeginn etwas leichter werden – zumindest was das Parken angeht. Bislang hatte jede Kommune ihre eigene Regelung samt Gebührenforderung. „Wenn der Handwerker in Böblingen regelmäßig parken will, zahlt er 100 Euro – und in Sindelfingen muss er eben noch mal zahlen“, beschrieb Gisa Gaietto, die Böblinger Ordnungsamtsleiterin, im Verwaltungsausschuss am Dienstag. Das soll sich zum 1. Januar ändern.
14 von 26 Kommunen machen mit – bis jetzt
Nach dem Vorbild des Rems-Murr-Kreises setzten sich Böblinger Landratsamt und Rathäuser zusammen und einigten sich auf eine gemeinsame Lösung – zumindest (Stand jetzt) in 14 der 26 Kommunen im Landkreis, nämlich in Böblingen, Sindelfingen, Herrenberg und Leonberg sowie Holzgerlingen, Ehningen, Gärtringen, Magstadt, Renningen, Rutesheim, Schönaich, Weil der Stadt, Weil im Schönbuch und Weissach.
Demnach sollen Handwerker einmal 100 Euro zahlen, um dann in allen diesen Kommunen während ihrer Arbeitseinsätze parken zu können – dies gilt an Parkuhren und -automaten, wo es eine Parkscheibenpflicht gibt oder auf diversen Bewohnerparkplätzen. Bereiche, wo auch normale Autofahrer nicht parken dürfen wie Fußgängerzonen, Behindertenparkplätze oder Halteverbotszonen, sind aber auch für die Handwerker im Regelfall tabu. Ein Ausweis gilt für bis zu drei Fahrzeuge und läuft ein Jahr.
Segen der Gemeinderäte fehlt noch
Das bedeutet aber auch, dass den Städten und Gemeinden ein bisschen Geld verloren geht. „2022 waren das in Böblingen 7000 Euro“, berichtete Gisa Gaietto im Ausschuss am Dienstag, „das nehmen wir dann nicht mehr ein.“ Denn die Handwerker sind frei, wo sie den Ausweis beantragen und zahlen, dieser gilt dann aber im ganzen vereinbarten Gebiet. Da dies eine gemeinschaftliche Regelung ist, die jede einzelne Kommune betrifft, muss in den jeweiligen Gemeinderäten zugestimmt werden. Mit großen Widerständen ist aber kaum zu rechnen.
Der Böblinger Verwaltungsausschuss gab am Dienstag schon einmal grünes Licht für den Handwerker-Parkausweis, der ab 1. Januar 2024 gelten soll.