Übung im städtischen Klinikum: Im Frühchen-Simulator können Ärzte und Pflegekräfte Notfälle bei Frühchen und Neugeborenen trainieren. Foto: Max Kovalenko

Mit dem bevorstehenden Aus der Geburtsabteilung in der Anna-Klinik ist die Frage: Reichen die Kapazitäten in Stuttgart dann noch aus? Die anderen Krankenhäuser mit Geburtskliniken wollen ihr Versorgungsangebot erhöhen.

Als Reaktion auf das Ende der Geburtshilfe in der traditionsreichen Bad Cannstatter St.-Anna-Klinik Ende März wollen die anderen Häuser in der Stadt ihr Kapazitäten entsprechend ausbauen. Im Verband der Stuttgarter Kliniken, dem der städtische Kämmerer und Krankenhausbürgermeister Thomas Fuhrmann (CDU) vorsteht, hätten sich diese „zu einer engeren Kooperation und Erweiterung der Kapazitäten verpflichtet“, heißt es in einer Erklärung der Stadt. Mit einem „abgestimmten Versorgungsangebot“ werde man auch künftig „für eine stabile Geburtshilfe in der Landeshauptstadt sorgen“, machte Thomas Fuhrmann deutlich.

In den Stuttgarter Krankenhäusern mit Geburtsabteilung – städtisches Klinikum, Robert-Bosch-Krankenhaus (RBK), Marienhospital – kamen in den vergangenen Jahren im Schnitt etwa 6200 Kinder zur Welt. Den größten Anteil hat hier die Frauenklinik des städtischen Klinikums mit seiner Neonatologie der höchsten Stufe (circa 3200 Geburten), gefolgt vom Robert-Bosch-Krankenhaus (rund 1200 Geburten) und dem Marienhospital (rund 1100 Geburten). Die St.-Anna-Klinik verzeichnete als kleinstes Geburtskrankenhaus 2023 rund 700 Geburten.

Kooperation der anderen Kliniken

Bereits heute kooperieren die Stuttgarter Geburtskliniken. So etwa das Marienhospital, deren Geburtshilfe von Neonatologen des städtischen Klinikums wenn nötig mitbetreut wird. Neu ist nun, dass es vom 1. Januar 2025 an eine solche Kooperation auch zwischen dem städtischen Klinikum und dem Robert Bosch Krankenhaus geben wird. Bisher wurde die Geburtshilfe des RBK vom Perinatalzentrum des Klinikums Ludwigsburg mitbetreut.

Vom neuen Jahr an kommt die neonatologische Versorgung bei Geburten im RBK dann vom städtischen Klinikum. Dieser Schritt war schon geplant, bevor das Ausscheiden der Anna-Klinik aus der Geburtshilfe bekannt wurde. Deren Schließung treffe auf eine stabile Krankenhauslandschaft in Stuttgart, „die das abfedern kann“, erklärte Mark Dominik Alscher, der medizinische Geschäftsführer des RBK.