Im Kreis Göppingen gibt es mehr Frauen als Männer, das Verhältnis ist exakt so wie im Landesdurchschnitt. Foto: Giacinto Carlucci

In den allermeisten Kommunen im Landkreis Göppingen wohnen mehr Frauen als Männer. Allerdings gibt es in einer Gemeinde eine kuriose Konstellation.

Männer sind in der Minderheit: Das zeigen aktuelle Zahlen des Statistischen Landesamts. Konkret heißt das im Kreis Göppingen zum Stichtag 30. September 2025, dass 128.047 Männern 130.214 Frauen gegenüberstehen. Oder in Prozentzahlen: 49,6 zu 50,4 Prozent. Damit steht der Landkreis aber nicht alleine da, die prozentuale Verteilung sieht im Landesdurchschnitt genau gleich aus. Diverse Personen wurden von den amtlichen Statistikern in dieser Auswertung nicht gesondert erfasst.

In einigen Kommunen mehr Männer als Frauen

Doch nicht überall im Kreis ist die Verteilung der Geschlechter identisch. In einigen Kommunen gibt es sogar mehr Männer als Frauen. In Geislingen kommen auf 13.732 Frauen immerhin 14.086 Männer, in Aichelberg stehen 662 Männern nur 624 Frauen gegenüber. Nahezu ausgeglichen ist das Verhältnis in Böhmenkirch: 2831 Männer zählen gerade einmal 18 mehr als die weiblichen Einwohner. In Gammelshausen kommen auf 757 Herren 763 Damen, während in Gruibingen die Männer mit gerade einmal 21 in der Überzahl sind (1131), in Ottenbach steht es 1190 zu 1180 für die Männer. Auch in Salach, Schlierbach, Lauterstein, Hohenstadt und Wiesensteig haben die Herren die Nase leicht vorn. Ansonsten gibt es durchgehend mehr Frauen – bis auf eine Gemeinde.​

Denn ein Kuriosum gibt es in der Gemeinde Kuchen: Hier wohnen mit 2752 genauso viele Frauen wie Männer. Damit reiht sich die Kommune in den illustren Kreis von nur zehn der insgesamt 1101 Gemeinden im Land ein, wo es einen solchen Gleichstand der Geschlechter gibt, wie das Landesamt berichtet. Mit die größten Frauenanteile im Kreis haben Rechberghausen und Bad Boll, hier beläuft sich dieser Wert auf mehr als 52 Prozent – deutlich über dem Kreis- und Landesschnitt.

Regelmäßig werden mehr Jungen als Mädchen geboren

Das Bundesland Baden-Württemberg hatte Ende September 2025 rund 11,24 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner, teilt das Statistische Landesamt mit. Zu diesem Stichtag lag die Zahl der Männer im Südwesten um etwa 89.000 niedriger als die der Frauen. Für den höheren Anteil der Frauen an der Gesamtbevölkerung sei deren höhere Lebenserwartung entscheidend: Ein neugeborenes Mädchen kann heute in Baden-Württemberg auf eine durchschnittliche Lebenserwartung von rund 84 Jahren hoffen, bei den Jungen sind es im Schnitt knapp 80 Jahre und damit gut vier Jahre weniger. Allerdings war das männliche Geschlecht nicht in allen Altersklassen in der Unterzahl: Bei den Kindern und Jugendlichen sowie im jüngeren und mittleren Erwachsenenalter dominierten in beinahe allen Altersjahren zahlenmäßig die Männer. Ursache dafür ist in den jüngeren Jahren hauptsächlich, dass regelmäßig mehr Jungen als Mädchen geboren werden: In Baden-Württemberg standen in den vergangenen Jahrzehnten 1.000 Mädchengeburten immerhin rund 1.055 Geburten von Jungen gegenüber.

Ab 62 Jahren sind die Frauen stärker vertreten

Im Alter zwischen 45 und 56 Jahren verschob sich das Verhältnis zugunsten eines höheren Frauenanteils. In den fünf nachfolgenden Jahrgängen dominierten zahlenmäßig wieder die Männer. Ab einem Alter von 62 Jahren waren die Frauen ausnahmslos stärker vertreten, wobei diese zahlenmäßige Dominanz mit zunehmendem Alter immer ausgeprägter wurde: Unter den 70- bis 80-Jährigen waren 54 Prozent Frauen, bei den 80-Jährigen und Älteren bereits 60 Prozent.

Innerhalb des Landes Baden-Württemberg zeigten sich Unterschiede bei der Geschlechterproportion der Bevölkerung, die aber beim Vergleich der 44 Stadt- und Landkreise relativ recht moderat ausfielen. Anteilsmäßig am wenigsten Männer gab es in den Stadtkreisen Freiburg und Baden-Baden (jeweils 47,7 Prozent) sowie in Heidelberg (47,9). Am höchsten war der Männeranteil im Stadtkreis Karlsruhe (50,8), gefolgt vom Stadtkreis Heilbronn (50,6) und dem Hohenlohekreis (50,4). Im Main-Tauber-Kreis und im Kreis Sigmaringen war das Geschlechterverhältnis nahezu ausgeglichen.​

Vier Millionen Menschen sind zugewandert

Landesweit
 Im Jahr 2025 lag die Einwohnerzahl Baden-Württembergs bei gut 11,2 Millionen. Seit der Gründung des Landes im Jahr 1952 bis Ende 2024 sind nach Angaben des Statistischen Landesamts mehr als 4,1 Millionen Menschen aus dem übrigen Bundesgebiet und aus dem Ausland in den Südwesten gezogen. Hätte es diese Zuwanderung nicht gegeben, ergibt sich rechnerisch demnach eine hypothetische heutige Einwohnerzahl von nur 7,1 Millionen.​

Kreisweit
Im Landkreis lebten Ende 1970 genau 227.461 Menschen, neun Prozent (20.496) davon waren Ausländer. Ende September 2025 zählten die Statistiker im Kreis 258.261 Einwohner, darunter 19,3 Prozent (49.741) Ausländer. Das bedeutet: Ohne weitere Zuwanderung hätte sich die Einwohnerzahl des Landkreises seit 1970 fast nicht verändert.