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Es gab viel Ärger um ein geeignetes Konzept für die Sanierung der Grundschule Lichtenwald. Nun hat ein Entwurf von Eltern und Schulleitung den Gemeinderat überzeugt.

Lichtenwald Die Bemühungen um die Sanierung der Grundschule Lichtenwald biegen auf die Zielgerade ein. Eine monatelange Auseinandersetzung um den Weg dorthin, die Beteiligung der Eltern an den Planungen und auch die Kosten hatte Bürgermeister Ferdinand Rentschler nicht nur Freunde eingebracht. Die Schule und die Elternvertretung haben einen alternativen Entwurf zu den Planungen erarbeitet und nun bei einer Anhörung dem Gemeinderat vorgestellt. Der Vorschlag überzeugte das Gremium, das einen entsprechenden Beschluss signalisierte.

Die Sanierung des Sanitärbereichs und die Erweiterung des Verwaltungstrakts der Grundschule stehen auf der Prioritätenliste der Gemeinde weit oben. 107 Kinder besuchen derzeit die Schule, die von elf Lehrern unterrichtet werden. Während das Gebäude ausreichend Platz für die Klassen bietet, ist der Verwaltungstrakt viel zu klein und bietet keine zeitgemäßen Arbeitsplätze. Die Toiletten für die Schüler und die Lehrer sind veraltet und so marode, dass sich die Kinder teilweise weigern, sie zu benutzen.

Der Weg zur Sanierung, den Bürgermeister Ferdinand Rentschler eingeschlagen hatte, fand nicht nur Zustimmung und löste bei vielen Eltern und Teilen des Gemeinderats Verärgerung aus. So wurde ihm vorgeworfen, zu sehr auf das Geld zu schauen, damit eine zukunftsfähige Lösung zu verhindern und das Gremium sowie die Expertise der Eltern und der Schulleitung zu wenig in die Planungen einzubeziehen, mit denen ein Ingenieurbüro beauftragt war. Die Schulleiterin Bettina Schopf und die Elternvertretung machten sich darauf an die Arbeit, einen Sanierungsvorschlag zu erstellen, der aus ihrer Sicht dem Bedarf der Kinder und Lehrer entsprechen, für die kommenden Jahre tragfähig sein und im vom Gemeinderat vorgegebenen Kostenrahmen bleiben könnte. Dafür wurde die Lichtenwalder Bauingenieurin und Innenarchitektin Cidalia Weiler ins Boot geholt.

Der Vorschlag sieht vor, den Verwaltungstrakt um einen 50 Quadratmeter großen Anbau zu erweitern, die Räume indes völlig anders aufzuteilen. Damit wäre es möglich, ein Rektorat und ein Lehrerzimmer einzurichten, die dem Bedarf an modernen Arbeitsplätzen entgegen kommen, ein Besprechungszimmer und einen Bereich für Besucher zu gestalten. Cidalia Weiler rechnet mit Mehrkosten von etwa 33 000 Euro gegenüber den vom Planungsbüro veranschlagten 105 000 Euro.

Die Sanierung des Sanitärtrakts hatte die Gruppe genau unter die Lupe genommen: So wurde neben einer veränderten Raumaufteilung ein kindgerechtes Farbkonzept entwickelt, das den Schülern eigene Gestaltungsmöglichkeiten bietet. Zudem sollen die nicht behindertengerechten Toiletten für Erwachsene entsprechend umgebaut werden. Dies würde mit rund 127 000 Euro nur unwesentlich mehr als bislang geschätzt kosten.

Die Ratsmitglieder zeigten sich einhellig überzeugt von dem Vorschlag. Constanze Pfaff (LBL) zollte „allergrößten Respekt vor dieser enormen ehrenamtlichen Leistung“. Detlef Dieter Sahm (FUW) lobte „eine Planung mit Hand und Fuß. Besser kann man es gar nicht machen, und die Mehrkosten können wir tragen.“ Martina Häußermann (CDU) sah „ein fantastisches Konzept mit pädagogischem Hintergrund“ und Werner Kiepfer war überzeugt, es sei nicht vorstellbar, „dass jemand im Gremium gegen diesen Vorschlag stimmt“. Die Elternvertreterin Sonja Müller und Bettina Schopf waren erleichtert. „Wir sind sehr dankbar, dass der Vorschlag so positiv aufgenommen wird, und wenn er bald umgesetzt wird, sind wir sehr zufrieden“, sagte Müller. „Es war zwar ein recht holpriger Weg, aber das Ergebnis zählt, und bald können wir wieder einen super Job machen“, sagte Schopf.

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