Für die Nahwärmezentrale in Echterdingen müssen einige Bäume gefällt werden. Foto:  

Im Herzen von Echterdingen steht der Bau der stark umstrittenen Energiezentrale kurz bevor. Um die Baustelle einzurichten, müssen Bäume gefällt werden.

Exakt 637 Unterschriften hatte die Bürgerinitiative Pro Historische Mitte Echterdingen gesammelt, um mobil gegen die im Herzen von Echterdingen geplante Energiezentrale zu machen. Bis zuletzt hatte die Initiative gehofft, dass der Gemeinderat von Leinfelden-Echterdingen den Beschluss zurückgestellt, die Entscheidung vertagt. Die Anlieger wollten verhindern, dass die Heizzentrale zwischen denkmalgeschützten und stadtteilprägenden Häusern gebaut wird. Sie störten sich an der Kubatur des Baus. Dieser sei zu klobig, zu modern, zu industriell. Sie befürchteten Lärm und Gestank. Dennoch hatten die Fraktionen im Frühjahr grünes Licht gegeben, das Baurecht für das Gebäude erteilt.

Nun steht der Bau der Nahwärmezentrale in der historischen Mitte von Echterdingen kurz bevor. Von November an müssen für das Einrichten der Baustelle einige Bäume gefällt werden, gab Bürgermeister Benjamin Dihm am Rande der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses bekannt. Im Zuge der weiteren Bauarbeiten müssten weitere Bäume in dem Gebiet gefällt werden. Von Januar an sollen die Bohrungen für die Erdwärmesonden über die Bühne gehen. Hinzu kommt, dass Leitungen in Richtung Echterdinger Zeppelinschule und dem Feuerwehrhaus verlegt werden müssen.

Im alten Ortskern ist ein Wärmenetz geplant. Die Quellen sollen zu 85 Prozent Erd- und Luftwärme sowie zu 15 Prozent Gas sein. Wenn alles fertig ist, sollen von Anfang 2027 neben fünf städtischen Gebäuden auch knapp 50 Privathäuser an das Netz angeschlossen werden. Die Gesamtkosten dafür sollen elf Millionen Euro betragen.