Verloren in einer Parallelwelt des Selbstgefühls – so sieht Eva Illouz den amerikanischen Präsidenten Donald Trump. Foto: John McDonnell/AP/dpa

Die Emotionsforscherin Eva Illouz hat in ihrer Marbacher Schillerrede gezeigt, wohin übersteigertes Selbstgefühl führt – und Donald Trump als Beispiel angeführt.

Ein zentrales Moment im Denken der israelischen Soziologin Eva Illouz ist die Zirkularität, in der unsere Gefühle einerseits von gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Prozessen geprägt werden, um ihrerseits wieder auf diese zurückzuwirken. Und wenn man so will, erklärt dieses Modell aufs Genaueste, was der Emotionsforscherin gerade selbst widerfährt: Je plausibler sie die Hintergründe jenes postkolonial begründeten „tugendhaften Antisemitismus“ bestimmter universitärer und linker Milieus offenlegt, desto nachdrücklicher wird sie zu dessen Opfer. Der Gazakrieg hat dieser explosiven Ideologiemixtur entscheidenden Zündstoff hinzugefügt.

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