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Sigor Paesler über die Handball-WM

EsslingenEinschaltquoten, die den Fußball abhängen, gemeinsames Fernsehschauen bei den Vereinen, kollektiver Jubel nach dem Halbfinaleinzug des deutschen Teams und Tränen in Hamburg und vor den TV-Geräten nach dem Aus am Freitagabend – die Handball-WM in Deutschland und Dänemark hat viele Emotionen freigesetzt und diesen Sport für gut zwei Wochen ins Zentrum des Interesses gerückt.

Das lag vor allem am Auftreten der deutschen Mannschaft, die alle Tugenden zeigte, die man von Sportlern erwartet, und die gleichzeitig nahbar und sympathisch blieb. Vorneweg Trainer Christian Prokop, der nach dem vorherigen EM-Debakel gezeigt hat, dass man auch in dieser exponierten Position lernfähig und nach der Aufarbeitung einer Enttäuschung erfolgreich sein kann. Denn das geriet bei aller Euphorie und dem Wunsch nach dem Titel etwas aus dem Blickfeld: Platz vier ist für das deutsche Team ein ordentliches, beim Betrachten der Konkurrenz ein realistisches Ergebnis.

Die allgemeine Begeisterung für den Handball wird bei allen Bemühungen des Deutschen Handball-Bundes um Nachhaltigkeit wieder abebben. Das liegt sicherlich auch daran, dass die Handball-Bundesliga nur im Bezahlfernsehen zu verfolgen ist. Aber auch daran, dass Handball außerhalb der Hochburgen von weniger Menschen betrieben wird als etwa Fußball. Das ist aus Sicht des Verbandes bedauerlich. Aber dieses Schicksal teilen viele Sportarten, die es verdienen, mehr Beachtung zu finden. Und die nächste Handball-EM ist schon in einem Jahr.

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