„Das mit Abstand beste Konzert seit Jahren in der Liederhalle“, schreibt Leserbriefautor Klaus Spießhofer über die Aufführung von Gustav Mahlers neunter Sinfonie mit Teodor Currentzis und dem SWR Symphonieorchester. Die Besprechung in der EZ hat Klaus Spießhofer allerdings weniger gefallen. Foto: Moritz Metzger - Moritz Metzger

Leserbriefe vom 28.12.2019

Esslingen Zu den neuen SPD-Vorsitzenden Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans:

Wie die Lemminge rennen sie zum Abgrund und stürzen sich in den Tod. Sie haben wohl die Hoffnung, wie Phönix aus der Asche wieder aufzuerstehen. Mit diesen zwei neuen Co-Vorsitzenden hat die SPD-Basis ihre Totengräber bestellt. Sie werden auch in Zukunft sicherlich vom kleinen Kevin geführt. Seit Schröder geht es unaufhörlich bergab. Auf jede Niete folgt eine größere Enttäuschung. Diese werden nur noch von den Versagern bei den Grünen übertroffen. Wenn Annalena Baerbock davon spricht, dass man den Strom im Netz speichert und dass dies auch durchgerechnet ist, dann gehen bei mir die Lichter aus. Aber sie fertigt ja auch die Batterien (Akkus) nicht aus Kobald sonder aus Kobold. Ihr Kollege, der Kinderbuchschreiber, verfasst dann noch ein Kinderbuch für die Freitägler. Mit solchen Experten gehen wir dann wie die Lemminge Richtung Abgrund.

Aber auch die CDU bringt nichts zuwege. Sie ist auch vorwiegend mit sich beschäftigt. Alle Zukunftsaufgaben sind bei der CDU unbekannt und werden daher auch nicht angegangen.

Franz Heiss

Neuhausen

Mit dummer Antwort aus dem Rennen

Zu „Elf Fragen vor dem großen Duell“ vom 14. Dezember über die beiden Präsidentschaftskandidaten des VfB:

Beim Bewerbungsvergleich der beiden Kandidaten für das VfB-Präsidium hat sich Kandidat Riethmüller mit einer dummen Antwort selbst aus dem Rennen verabschiedet. Auf die Frage der Redaktion, wo der VfB in zehn Jahren steht, antwortet Riethmüller: „Im Stadion ...“ Man kann es kaum glauben, dass solche Leute überhaupt den Mut haben, sich für dieses Amt zu bewerben.

Hansjörg Stahl

Aichwald

Nicht mal Bronze,
sondern Blech

Zu „Vier Sportvereine wollen zu einem verschmelzen“ vom 4. Dezember über Fusionspläne in Wernau:

In den vergangenen 20 Jahren haben die Bürgermeister von Wernau versucht, die Sportvereine zu fusionieren. Als dann der TSV das Gespräch mit dem Bürgermeister wegen zusätzlicher Sportstätten suchte, sah dieser die Chance zur Fusion. Er beauftragte die IKPS zur Erstellung eines Gutachtens zur Sportstätten- und Vereinsentwicklung.

Auf Grundlage dieses Gutachtens und der Wünsche der Vereine erstellte die Firma SpOrt concept eine Sportstättenkonzeption Neckartal. Diese wurde im Oktober 2018 vorgestellt. Es wurde die Variante 3b als die optimale angesehen. Kosten: rund elf Millionen Euro. Der Gemeinderat hat dem Plan und den Kosten zugestimmt und in der Finanzplanung bis 2022 elf Millionen Euro reserviert.

Der Gemeinderat hat drei Bedingungen gestellt. Eine davon ist die Fusion der Sportvereine. Die Sportvereine suchten das Gespräch, das Angebot ist doch zu verlockend. Die Gespräche ergaben unter anderem, dass der TSV zwei von den elf Millionen Euro zu übernehmen hat. Der TSV-Vorstand bekam kalte Füße und verzichtet nun auf die Geschäftsstelle, diese könnte ja im jetzigen Vereinsheim des WSF untergebracht werden. Im November wurde dann noch beim Seniorennachmittag mitgeteilt, dass der Kunstrasenplatz ebenfalls nicht gebaut wird.

Vom ursprünglichen Plan 3b bleiben nur noch Sporthalle und Kaltsporthalle übrig. Ob die Sporthallen von der Stadt bei 19 Millionen Euro Schulden finanziert werden können, ist doch sehr fraglich.

Bürgermeister und Gemeinderat haben den Vereinen große Versprechungen gemacht, damit sie sich verschmelzen. Die Vereine werden dies wohl tun, die Stadt wird ihr Versprechen wohl kaum halten, wenigsten nicht in allem. Letztlich wird der Bürgermeister sein Ziel erreichen, die Fusion der Sportvereine. Was bleibt für den Verein? Wie sagt der erste Vorstand Manfred Leutz vom TSV immer: „Wir haben auf dem Kehlenberg Gold, wenn wir ins Neckartal gehen, muss es Platin sein.“ So, wie es aussieht, wird es noch nicht mal Bronze, sondern Blech.

Hans-Hermann Birgler

Wernau

Manche Sätze in der

Kritik sind Bullshit

Zu „Currentzis dirigiert Mahlers Neunte“ vom 14. Dezember über ein Konzert des SWR Symphonieorchesters:

Ich habe selten eine abgehobenere Kritik gelesen, die wohl nur von wenigen Musikwissenschaftlern und solchen, die es gerne wären, verstanden wird. Mit Verlaub – manche Sätze darin sind Bullshit! Mahler ist keine einfache Kost, und er hat mit der Neunten das Tor zur Moderne aufgestoßen und damit Epochales vollbracht. Aber mit dieser Konzertkritik kann wahrscheinlich ein Normalbürger und Konzertbesucher nicht das Geringste anfangen und wird somit nicht in der Lage sein, damit einen Konzertbesuch in Erwägung zu ziehen. Mit Kritik in dieser Art wird es auch sicherlich nicht möglich sein, interessierte Jugendliche wieder in den Konzertsaal zu bringen.

Als Konzertbesucher kann ich nur eines sagen: Es war das mit Abstand beste Konzert seit Jahren in der Liederhalle. Was Teodor Currentzis aus dem neu zusammengestellten SWR Symphonieorchester herausholt, ist Weltklasse. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es jemals eine bessere Interpretation von Mahlers Neunter geben wird. Es wäre zu begrüßen, wenn die Esslinger Zeitung in Zukunft eine Konzertkritik bringen würde, die vermutlich nicht nur von einem Bruchteil der Bevölkerung verstanden wird.

Klaus Spießhofer

Esslingen

Unzumutbare
Zustände

Zu „Jeder Zweite hält sich nicht an Tempo 30“ vom 12. Dezember über Verstöße in Ostfildern:

Mit Interesse habe ich den Artikel gelesen. Es ist eigentlich bedauerlich, dass man nur von der Otto-Schuster-Straße schreibt, am meisten wird in der Ludwig-Jahn-Straße viel zu schnell gefahren. Von der Kreuzung Paulinenstraße aufwärts in Richtung Esslingen kann man von einer „Rennstrecke“ sprechen. An der neuen Kita in dieser Straße hat man jetzt einen beampelten Überweg gemacht, sehr löblich für die Kleinen und Begleitung. An die übrigen Bewohner hat wohl niemand gedacht. Auch kommen viele Schulkinder aus der Paulinenstraße mit Rädern. Ich empfinde den Zustand dort zum Teil als lebensgefährlich für die Schüler, auch für ältere Menschen, die die Straße queren wollen. Vier Anschreiben an die Verkehrsabteilung der Stadt Ostfildern wurden lapidar beantwortet. Zwar war hin und wieder eine Tempoanzeige montiert – jedoch an welcher Stelle, zum Beispiel kurz vor einer scharfen Kurve! Man entschuldigt dies alles mit Personalmangel. Wenn kontrolliert wird, dann in verkehrsarmen Zeiten, soweit ich dies bis dato feststellen konnte. Die Frage lautet doch: Was wurde bei der Planung Bauvorhaben Hindenburgstraße überhaupt gedacht? Ich persönlich glaube, man hat gewusst, was man den dort wohnenden Bürgern, viele ältere und kranke Leute, zumuten wird. Zu Stoßzeiten die Wohnung lüften? Unmöglich, zuviel Abgase. Und der Abflugverkehr kommt noch hinzu. Alle Welt spricht von Umweltschutz. Wo sind die Leute, um hier auch mal zu „riechen“? Die Baufahrzeuge machen hier zum Teil einen Lärm von 95 Dezibel und mehr, stinken nach Abgasen bei Stau, keiner hält sich an 30 km/h.

Für meine Begriffe: Unzumutbare Zustände. Dies soll laut Planung bis September 2020 dauern. Dann bei Tempo 20 in der Hindenburgstaße, ohne Buchten für die Busse, ein Kreisverkehr ohne Ampeln – was wird da wohl passieren? Ich denke, wir hier in der Ludwig-Jahn-Straße werden wohl mit unserer Gesundheit diese Planung bezahlen.

Jürgen Eckstein

Ostfildern

Von armen Ländern
abgeworben

Zu „Merkel macht Druck wegen Fachkräftemangel“ vom 16. Dezember:

Wie berichtet warnt die Bundeskanzlerin vor drastischen Folgen des Fachkräftemangels. Dabei hat die Luxusnation Deutschland keine Skrupel, diese bei ärmeren Ländern abzuwerben. Wenn man genauer hinsieht, haben wir uns das selbst eingebrockt: Es begann in den 70er-Jahren. Damals galten „Dinkis“ als Ideal (double income, no kids). Die Enthaltsamkeit dauerte etwa 30 Jahre. Im finanziellen Überfluss begann man, in alle Welt zu fliegen, konnte sich große Autos leisten und hatte mindestens einen Hund. Familien mit mehr als zwei Kindern erregten Mitleid oder galten als asozial. Inzwischen sind 50 Jahre vergangen. Jetzt möchte man gerne gepflegt werden. Kein Problem, man hat ja Geld. Man wirbt Fachkräfte den ärmeren Ländern einfach ab. Wer von den gut ausgebildeten jungen Menschen könnte widerstehen? Fachkräfte? Dahinter steckt Ausbildungsanstrengung etwa in Mexiko oder Indien. Die jungen Hoffnungsträger sind dann einfach weg. Zurück bleibt das Elend in diesen Ländern. Der Bundeskanzlerin möchte ich sagen: Verantwortliche Politik sieht anders aus. Verantwortlich würde heißen, wir bieten Ausbildungsplätze und Stipendien mit begrenztem Aufenthalt und schicken die Fachkräfte dann zurück in ihre Heimatländer. So könnten wir einen Teil von unserem Luxus sinnvoll abgeben.

Ulrich Bayer

Esslingen


Andere Nationen
lachen sich einen Ast

Zu „Grüne setzen CO 2 -Preis durch“ vom 17. Dezember:

Endlich kann Deutschland das Weltklima retten! Der CO 2 -Preis wird nun deutlich erhöht. Der Steuerzahler wird durch die Subvention eines Staatsunternehmens durch weniger Mehrwertsteuer bei Zug­tickets entlastet und kann dann eventuell Greta Thunberg im überfüllten ICE begegnen. Im Gegenzug muss der Einzelne sich einen neuen Pullover aus Bangladesh oder sonst woher zulegen, damit er zu Hause die Heizung abdrehen kann. Autofahrer sollten möglichst mehr als 20 Kilometer fahren, damit sie in den Genuss der höheren Pendlerpauschale kommen.

Meine Frau arbeitet in einem Pflege­beruf und muss mit dem Auto fahren (Schichtdienst, Wochenende). Sie hat eine einfache Strecke von 14 Kilometern. Mit unserem monatlichen durchschnittlichen Haushaltseinkommen können wir uns leider nicht alle drei Jahre eine neue Heizungsanlage leisten, geschweige denn ein neues, passables Elektro-Auto, welches unter 30 000 Euro ja gar nicht zu haben ist. Die Privat-Ausgaben für die Installation einer Ladestation zu Hause sind gar nicht berücksichtigt. Mit der errechneten Steuerentlastung bei der EEG-Umlage in Höhe von jährlich 62 Euro kann sich meine Frau nicht einmal eine Tankfüllung pro Monat für den Weg zur Arbeit leisten.

Vielleicht sollten wir etwas mehr vom billigen Atom-Strom aus Frankreich oder Kohle-Strom aus Polen beziehen, damit sich die finanzielle Belastung des „kleinen Bürgers“ etwas in Grenzen hält. Ich bin ganz sicher für Klimaschutz, aber solange USA, Brasilien, Asien und China (und andere mehr) nicht mitmachen, wird uns das Geld aus der Tasche gezogen, und die anderen Nationen lachen sich einen Ast.

Frank Bohsmann

Neuhausen

Winterruhe statt
Winterschlaf

Zu „Winterschlaf“ in der Rubrik „Am Rande“ vom 10. Dezember:

In dem Artikel steht, dass Bären in einem Krankenhaus Winterschlaf halten wollten. Das stimmt nicht. Bären sind keine Winterschläfer, sie halten Winterruhe. Sie schlafen zwar schon mehr als sonst, aber wenn sie Hunger haben, gehen sie Futter suchen.

Patrick Schmid (neun Jahre)

Esslingen

Hohn in den

Ohren aller Opfer

Zu der tödlichen Attacke auf einen Feuerwehrmann in Augsburg:

Die Nachricht vom diesem Verbrechen war erst mal wieder eine Verharmlosung. Erst war es ein Augsburger, dann ein in Augsburg Geborener, der neben der deutschen auch die türkische und die libanesische Staatsbürgerschaft hat und polizeilich bekannt ist. Also ein Intensivtäter, der trotzdem frei herum läuft und Menschen zu Tode prügeln kann. Ich hätte dazu gerne mal eine Erklärung, wie so etwas in Deutschland möglich ist. Ich kenne sehr viele anständige und liebe Menschen mit Migrationshintergrund, auch die haben Angst. Laut unserer Politik ein Alltagsrisiko, es kann jeden treffen. Das Leid der Familie möchte ich nicht ertragen müssen. Seehofers Aussage, Deutschland sei das sicherste Land in Europa, muss wie Hohn in den Ohren aller Opfer klingen.

Christa Rössle

Plochingen

Führt zu mehr
Parallelgesellschaften

Zu „Traum vom zweigeteilten Bad“ vom 16. Dezember über den Plan für ein geschlechtergetrenntes muslimisches Bad in Frankfurt:

Meine Frage bei allen Problemen um den Islam ist: Warum hören die Politiker in Deutschland nicht auf die muslimischen Frauen, die sich ausdrücklich zur Demokratie und unserer offenen Gesellschaft bekennen? Sie wissen Bescheid, sie kennen die inneren Räume des Islam, der Familien und der Verhältnisse. Weil sie sich zu unserer demokratischen Ordnung bekennen, werden sie angefeindet, bedroht und brauchen Personenschutz. Ich denke an Frauen wie Seyran Ates oder Necla Kelek. Eine davon ist die muslimische Theologin Dina El Omari, die in dem Artikel zitiert wird. Sie drückt präzise aus, was meiner Meinung nach zu dem Thema „zweierlei Schwimmbäder“ gesagt werden muss.

Erstens: Schwimmbäder nur für Muslime führen zu mehr Parallelgesellschaften.

Zweitens: Muslimische Frauen, die sich einer rigiden Geschlechtertrennung nicht unterordnen wollen, geraten noch mehr unter Druck. Außerdem besteht bei uns die Schulpflicht. Es ist nicht das Recht des Vaters, seine kleine Tochter dem Schulfach Schwimmen und der Gemeinschaft der Klasse zu entziehen.

Luise Reich

Esslingen

Nachahmenswerte
Idee

Zu „Schule verliert ihr Herz an Hühner“ vom 21. Dezember:

Ich finde es klasse, das sich auf dem Schulgelände praxisnah Lehr- und Lernmaterial (wenn man Tiere so bezeichnen darf) eingefunden hat. Viele Kinder von heute haben leider wenig Beziehungspunkte zum Thema Tier. Deshalb finde ich die Idee der Schulleiterin sehr lobens- und nachahmenswert. Altes Kulturgut wird bewahrt, aktiver Tierschutz praktiziert, und die Schüler lernen artgerechte Haltungsbedingungen kennen.

Tiere zu betreuen ist Verantwortung und hat auch eine erzieherische, bewusstseinsbildende Funktion für junge Menschen. Im Kreis Esslingen gibt es viele Vereine, welche Kleintierzuchtanlagen haben, wobei auch im Vereinsleben Jugendgruppen existieren. Hier kann man erfahren, wie schön die Liebe zu Tieren, insbesondere zu Rassegeflügel- oder Rassekaninchenzucht sein kann. Zum Beispiel wenn die Frühstückseier von glücklichen Hühnern aus der eigenen Parzelle stammen; wenn die Henne mit den ersten Kücken spazieren geht; wenn nestjunge Tauben in der Nistschale sind oder wenn frisch geborene Kaninchen das Licht der Welt erblicken.

Wobei dies natürlich alles nicht selbstverständlich ist, sondern tägliche verantwortungsvolle Aufgabe des Halters dieser Tiere. Die Idee der Lichtenwalder Grundschule ist deshalb sehr nachahmenswert.

Günter Schneider

Esslingen

Hinweis

Veröffentlichungen in dieser Rubrik

sind keine redaktionellen Meinungsäußerungen. Die Redaktion behält

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