Stark- und Dauerregen, der Straßen und Häuser flutet, ist in Deutschland keine Seltenheit mehr. Foto: dpa - dpa

Unwetter mit Starkregen verursachen immer höhere Versicherungsschäden. Immoblienbesitzer sollten sich gut absichern.

EsslingenDie Zahlen sind alarmierend: Unwetter mit Starkregen haben im Jahr 2016 in Deutschland fast zehnmal höhere Versicherungsschäden verursacht als im Jahr zuvor. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft beziffert die Überschwemmungsschäden auf rund 940 Millionen Euro. „Aufgrund des Klimawandels müssen wir in Zukunft mit extremen Wetterlagen wie Hagel, Sturm und Starkregen rechnen. Deshalb lohnt es sich, den Versicherungsschutz für die eigenen vier Wände zu überprüfen“, sagt Rainer Dangel, Leiter der Abteilung Versicherungen der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen.

Der Fachmann gibt diesen Tipp nicht ohne Grund, denn viele ältere Verträge zur Wohngebäudeversicherung umfassen nur den Schutz bei Sturm und Hagel. Kommt es dann nach einem Starkregen zu einem Schaden am Gebäude, kann das für den Versicherungsnehmer weitreichende Folgen haben: „Den Betroffenen wird oft erst im Schadenfall bewusst, dass sie gegen Sturzfluten überhaupt nicht versichert sind. Überschwemmungsschäden an Häusern und Hausrat ersetzt die Versicherung nämlich nur dann, wenn zusätzlich der Baustein der erweiterten Elementargefahrenversicherung abgeschlossen wurde“, erklärt Dangel.

Zu viele sind unterversichert

Der Versicherungsexperte empfiehlt deshalb Hauseigentümern, besser gleich den Vollkaskoschutz für ihr Haus zu wählen. Bislang sind bundesweit allerdings nur rund 40 Prozent der Gebäude gegen Naturgefahren versichert. Viel zu wenig, bemängelt Dangel: „Das Jahr 2017 lief mit Blick auf Unwetterschäden zum Glück vergleichsweise glimpflich ab. Doch schon seit den 90er-Jahren lässt sich eine deutliche Tendenz zu immer kostenintensiveren Unwetterschäden durch Stürme und Überschwemmung erkennen. Es gibt also Handlungsbedarf.“

Die Wohngebäudeversicherung sichert grundsätzlich Schäden ab, die an einer Immobilie durch Feuer, Leitungswasser oder Sturm und Hagel entstehen. Sie ersetzt die entstandenen Kosten und kommt auch für Folgeschäden auf. Wer beispielsweise während der Sanierung des Schadens nicht in der Immobilie leben kann, für den übernimmt die Versicherung die Hotelkosten. „Wichtig ist es, sich die Risiken von Naturgefahren bewusst zu machen und den Versicherungsvertrag jeweils den neuen Gegebenheiten anzupassen“, betont Rainer Dangel. Zu den erweiterten Elementargefahren zählen Schneedruck und Lawinen, Überschwemmung durch Starkregen und Hochwasser, Erdbeben sowie Erdrutsch und Erdfall.

Wichtige Dokumente sicher lagern

Wie können Hauseigentümer selbst für den Fall der Fälle vorbeugen? Der größte Gebäudeversicherer in Baden-Württemberg, die SV SparkassenVersicherung, empfiehlt, Dokumente wie Geburtsurkunden, Kaufverträge oder Versicherungsunterlagen grundsätzlich nicht im Keller, sondern in höher gelegenen Räumen aufzubewahren. Auch wassergefährdende Stoffe wie etwa Lacke oder Lösungsmittel gehören nicht ins Souterrain, sondern sollten oben gelagert werden. red

Die „SV Haus & Wetter“-App informiert rechtzeitig per SMS oder E-Mail über Unwetter.

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