Wolfgang Fahrian, Regionalbeauftragter der Telekom. Foto: Peter Stotz - Peter Stotz

Flächendeckend schnelles Internet für Lichtenwald? Die Registrierungsphase für Anschlüsse startet.

Kreis EsslingenDie Gemeinde Lichtenwald soll Pilotkommune beim Aufbau einer zukunftsfähigen digitalen Infrastruktur werden. Die Deutsche Telekom möchte das Ortsgebiet flächendeckend mit Glasfaserkabeln und damit einem Zugang zum schnellen Internet versorgen. Voraussetzung dafür ist aber, dass sich in den kommenden drei Monaten 500 Haushalte für einen Anschluss registrieren. Der Zuspruch bei einer Informationsveranstaltung der Telekom im überfüllten Bürgerzentrum legte nahe, dass dieses Ziel erreicht werden könnte. Mehr als 200 Besucher kamen zur der Infoveranstaltung.

Die Landkreise Böblingen, Esslingen, Göppingen, Ludwigsburg und Rems-Murr, die Stadt Stuttgart und der Regionalverband haben sich zur Gigabit-Region Stuttgart GmbH zusammen geschlossen. Diese Gesellschaft möchte mit der Telekom als Partner bis zum Jahr 2025 alle Schulen und Unternehmen sowie 50 Prozent der Haushalte mit Glasfaserkabeln ausstatten, bis 2030 sollen 90 Prozent der Anschlüsse Zugang zum schnellen Internet erhalten. In Lichtenwald soll dies nach den Planungen der Telekom allerdings wesentlich zügiger voran gehen. Wie Wolfgang Fahrian, der Regionalbeauftragte für Infrastrukturvertrieb der Telekom erklärte, könnten bereits ab dem Ende des kommenden Jahres alle etwa 1270 privaten und gewerblichen Anschlüsse in der Gemeinde mit Glasfaserkabeln ausgestattet sein.

Bürgermeister Ferdinand Rentschler bekräftigte dazu, dass die Gemeinde die flächendeckende Versorgung aller Bürger und Gewerbebetriebe und damit nicht zuletzt auch Standortvorteile sicherstellen wolle. Der Gemeinderat hatte deshalb beschlossen, sich mit 150 000 Euro am Ausbau in Wohngebieten in Ortsrandlage sowie in den Gewerbegebieten zu beteiligen. „Damit sind wir nicht nur Pilotgemeinde, sondern die einzige, die tatsächlich 100 Prozent in der geschlossenen Ortslage ausgebaut bekommt“, sagte Rentschler. Derzeit wird die Internetversorgung in der Gemeinde über eine Richtfunkantenne sichergestellt, im Ort sind Kupferkabel verlegt. Damit sind Übertragungsgeschwindigkeiten von maximal 50 Mbit pro Sekunde möglich. „Bereits derzeit ist das nicht ausreichend und dazu noch sehr störanfällig. Und der Datenbedarf und die Datenmenge wachsen. Glasfaser ist damit die Zukunft. Es ermöglicht bis zu 1000 Mbit pro Sekunde, ist ein optisches Medium und arbeitet mit Lichtgeschwindigkeit bis ins Haus. Schneller geht nicht“, erklärte Fahrian.

Für den Zugang zur digitalen Zukunft soll ein etwa 25 Kilometer langes Hauptkabel vom Verteiler in Baltmannsweiler nach Lichtenwald verlegt werden. Daran angeschlossen werden rund 130 Kilometer Glasfaserkabel zu den Gebäuden gezogen. Auf Nachfrage einiger Zuhörer erläuterte Fahrian, dass dafür möglichst vorhandene Kabeltrassen und Leerrohre genutzt werden sollen. In einigen Straßen müsse zwar aufgegraben werden, ansonsten würden für die Verlegung jedoch nur Schlitze in Gehwege oder Straßen gefräst. „Das bedeutet: keine Straßensperrung und schnelles Arbeiten. So wären wir Ende 2020 komplett fertig“, versicherte Fahrian. Die Unterschrift unter den Vorvertrag soll dadurch erleichtert werden, dass die Telekom die sonst fällige Anschlussgebühr von 800 Euro erlässt. „Nicht die Gemeinde und nicht die Telekom entscheiden also über den Ausbau, sondern die Bürger selbst“, betonte er.

Mehr Informationen

Die Registrierungsphase für den Anschluss läuft ab sofort bis 12. Dezember. In den kommenden beiden Wochen steht ein Informations-Mobil der Telekom auf dem Parkplatz des Supermarkts in Thomashardt. Im Oktober werden Bürgersprechstunden zum Ausbau im Rathaus angeboten. Am Donnerstag, 26. September, und Mittwoch, 23. Oktober, sind weitere Informations-Veranstaltungen im Bürgerzentrum geplant. Mehr Infos im Internet unter: www.telekom.de/jetzt-glasfaser

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