OB Stefan Belz (linkes Foto) spricht vor Einwohnern in der Festhalle. Im Bild rechts posiert er mit Ortsvorsteher Hendrik Queck und dem Dagersheimer Jubiläums-Maskottchen. Foto:  

Wilder Müll bis Verkehrslärm: Bei der Einwohnerversammlung in Dagersheim kommt eine Vielzahl an Themen zur Sprache – darunter eine Personalie in Sachen Hallenbad.

Bis Weihnachten ist es noch eine Weile hin, dennoch hatte Böblingens Erster Bürgermeister Tobias Heizmann am Dienstag bei der Einwohnerversammlung in der Festhalle Dagersheim bereits eine frohe Botschaft zu vermelden: Der Betrieb im Rappen-Hallenbad ist bis auf Weiteres gesichert. Grund dafür ist eine Personalie, die eng mit dem seit Jahren dringend sanierungsbedürftigen Schwimmbad verknüpft ist.

Die Rede ist von dem mittlerweile über 70 Jahre alten Betriebsleiter Uwe Ozimek, der seinen Dienst zum Jahresende beenden wird. „Wir haben jetzt einen Nachfolger gefunden“, teilte Heizmann bei der Versammlung mit. Es handele sich um jemanden, der diesen Bädertyp gut kenne und auch über das notwendige „Improvisationstalent“ verfüge.

Langfristige Zukunft des Bads weiter ungewiss

Genau so jemanden hatte Böblingen gesucht. Schließlich kümmert Ozimek sich schon seit dem Eröffnungsjahr 1974 darum, dass TSV Dagersheim, TV Darmsheim und DLRG das Schwimmbad gemeinsam nutzen können und der Badebetrieb trotz veralteter Technik, kniffliger Ersatzteilbeschaffung und anderen Problemen weiterläuft.

Eltern, Kinder und Schwimmvereine können jetzt also erst einmal aufatmen. Die längerfristige Zukunft des Rappenbaumbads, das die Städte Böblingen und Sindelfingen in einem Zweckverband betreiben, bleibt allerdings weiter ungewiss. Man führe „konstruktive Gespräche“ und sei „auf einem guten Weg“, zeigte sich Tobias Heizmann hier jedoch zuversichtlich.

Die Nachricht zur Nachfolge von Betriebsleiter Ozimek war wohl eine der wichtigsten Erkenntnisse bei dieser Einwohnerversammlung. Böblingens Oberbürgermeister Stefan Belz (Grüne) hatte gemeinsam mit seinem Ersten Bürgermeister und der Baubürgermeisterin Christine Kraayvanger als Leiter der drei Dezernate im Böblinger Rathaus zu der Veranstaltung geladen.

Bei der Einwohnerversammlung stellte sich das Maskottchen zu Dagersheims 950-Jahr-Jubiläum vor. Foto: Langner

Zu Beginn um 17 Uhr hatten sich schätzungsweise 70 bis 80 Personen versammelt – eine Resonanz, mit der Tobias Heizmann sich durchaus zufrieden zeigte. Christine Kraayvanger, hatte dagegen gehofft, dass mehr Menschen sich für dieses Kommunikationsangebot interessieren. So sah das auch Annette Halbmeyer. „Es ist erschreckend, dass bei einem Ort mit so vielen Einwohnern so wenig Leute kommen“, so die 57-Jährige. Die Stadt hätte den Termin besser und frühzeitiger kommunizieren können, fand sie.

Lob hatte sie dagegen dafür, dass die Verwaltung nicht mehr auf Frontalvorträge setzt. Stattdessen hatten die Dagersheimer nach der Eröffnungsrede des Verwaltungstrios eine Stunde Zeit, um Fragen per Zettel oder online zu stellen. „So trauen sich auch die Schüchternen, ihre Fragen zu stellen“, erklärte Oberbürgermeister Belz den Vorteil des vor einiger Zeit eingeführten Formats.

Der Nachteil: Nach Ablauf der Stunde war gut die Hälfe der Leute bereits weg. Vielleicht aber auch, weil sie ihre Antworten schon an einem der vielen Infostände bekommen hatten. Dort sprach das Leitungspersonal diverser Ämter und Dienste über teils ortsspezifische Themen – darunter die die vergangene Woche nach sieben Monaten Arbeitszeit und 1,7 Millionen Baukosten fertiggestellte Sanierung der Hauptstraße, das Sanierungsgebiet Gassenquartier, Hochwasserschutz und Starkregengefahrenkarten, Balkonkraftwerke, wilden Müll, Lärmschutzpläne in Kombination mit Photovoltaikwänden an der B 464, Jugendtreff, Stadtteilbibliothek, Kinderbetreuungsangebot und Planungsstand der Kita Goethestraße 2.0 sowie steigender Raumbedarf in der Grundschule und das dort ausgebaute Dachgeschoss.

Am Stand von Projektleiterin Melanie Häußler ging es um Dagersheims 950-Jahr-Jubiläum, das 2025 mit großem Festprogramm über die Bühne gehen soll. Als Überraschungsgast gab es das noch namenlose Maskottchen für das Festjahr zu sehen. In Anlehnung an das Ortswappen handelt es sich um eine rote Schlange. Mehr dazu auf der Jubiläums-Homepage, die laut Melanie Häußler am Montag online gehen soll.