Mit Schultüte und neuem Ranzen: Einschulung der Fasanenhofschule Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

In dieser Woche sind auch in Stuttgart die Erstklässler eingeschult worden, an den 69 öffentlichen Grundschulen 4660 Mädchen und Jungen. An der Möhringer Fasanenhofschule waren es 103 Kinder, so viele wie noch nie.

„Willkommen in der Fasanenhofschule“ steht Buchstabe für Buchstabe auf bunten Wimpeln am Eingang. Auf einer Tafel am Eingang zur Turnhalle ist zu lesen: „Mein erster Schultag“. Hier stellen sich einige Eltern mit ihren Kindern hin und machen ein Foto zur Erinnerung an diesem Tag.

Der Sechsjährige Tsventukh ist aufgeregt wie die meisten Kinder. „Er hat die ganzen Zeit schon gefragt: Wann gehe ich in die Schule?“, erzählt seine Mutter Yuliia. Die Familie kommt aus der Ukraine und hat sich im Fasanenhof gut eingelebt. Sie spricht gut Deutsch und betont, dass sie und ihr Mann schon lange arbeiten. Von der Grundschule in dem Stadtteil ist Yuliia begeistert: „Es ist sehr gemütlich hier, wir haben viel Unterstützung bekommen, die Schule ist wie eine Familie.“ Schon ihr älterer Sohn, der inzwischen aufs Gymnasium gewechselt hat, wurde hier in die dritte Klasse aufgenommen.

Erstklässler Tsventukh Makar freut sich mit seiner Mutter Yuliia und Vater Serhii auf die Einschulungsfeier. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Junus ist sieben, und auch er fiebert der Einschulungsfeier entgegen. Ganz so aufgeregt, wie er es vielleicht sein könnte, ist er aber nicht. „Er war schon drei Wochen hier in der Betreuung“, erzählt seine Mutter Selin. Dass das schon einige Zeit vor der Einschulung zum Kennenlernen möglich ist, findet sie gut. Auch sonst sagt ihr die Fasanenhofschule zu. Vor allem, dass schon in der ersten Klasse Schwimmen angeboten wird. „Das gibt es nur an wenigen Schulen.“

Die kleine Teresa kommt mit ihrer großen Schultüte angelaufen und berichtet ihrer Mutter Martina glücklich, dass sie schon einige andere ihr bekannte Erstklässler getroffen hat. „Die sind aus meiner Kitagruppe.“ Vater Philipp betrachtet das Geschehen amüsiert. Seine Tochter lebe sich in neuer Umgebung schnell ein „und ist sofort dabei“.

In der neuen, noch frisch riechenden Schulturnhalle herrscht lautes Stimmengewirr. Das verstummt, als ein lautes Klatschen anhebt. Das sind die Schüler der Klasse zwei, die das Signal zum Beginn der Einschulungsfeier geben. Dann beginnen sie unter ihren Fuchs-Masken mit dem musikalischen Theater „Der Löwe und der Fuchs“. Die Dekoration mit selbst gebastelten Papierblättern und grünen Krepppapierstreifen erzeugt Dschungelatmosphäre.

103 Erstklässler werden an diesem Tag in der Fasanenhofschule eingeschult. Zum ersten Mal ist die Grundschule vierzügig. Da 13 der Erstklässler eine Förderklasse besuchen, weil sie noch nicht richtig schulreif sind, kommt noch eine kleine Klasse dazu. Schulleiterin Corinna Konzelmann freut sich über die Entwicklung. Die Schule hat 263 Schülerinnen und Schüler sowie 26 Lehrkräfte, eine „bunte und bereichernde Mischung und ein junges, engagiertes Kollegium“.

Start in einen neuen Lebensabschnitt: Teresa Böcker mit Vater Philipp und Mutter Martina Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Wie viele Grundschulen hat die Fasanenhofschule so viele Erstklässler wie noch nie, statt 90 (die Förderklasse nicht mitgezählt) waren es lange Zeit nur etwa 60. Man habe aber noch genügend Klassenzimmer, sagt die Rektorin. Nur in der Mensa stoße man „an Kapazitätsgrenzen“. An den 69 öffentlichen Stuttgarter Grundschulen werden 4660 Mädchen und Jungen eingeschult. 2021 waren es 4198 Kinder, im Vorjahr dann 4592.

In ihrer Ansprache an die Eltern, als die Erstklässler schon zum Schnuppern in ihren Klassenzimmer sind, macht Corinna Konzelmann deutlich, dass man zum Gelingen des Schulstarts auch deren Hilfe benötige. „Nehmen Sie sich Zeit, es ist wichtig, dass Sie als Eltern da sind“, sagt sie. Diese sollten die Kinder loben und unterstützen, ihnen auch Ruhe geben und dafür sorgen, dass sie genug Bewegung haben und Zeit mit Freunden und der Familie draußen verbringen. Weniger am Handy oder alleine am Computer.