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Dass Flugzeuge riesige Mengen an Ultrafeinstaub ausstoßen, haben Mitglieder der Schutzgemeinschaft Filder am Stuttgarter Flughafen gemessen. Das deckt sich mit den Ergebnissen der Messstationen am Frankfurter Flughafen. Die unerforschte Problematik sollte auch in Stuttgart untersucht werden, fordert Elisabeth Maier im Kommentar.

Leinfelden-EchterdingenWelche Gefahr sogenannter Ultrafeinstaub für die Gesundheit der Menschen mit sich bringt, ist umstritten. Dass die winzigen Partikel bei Starts und Landungen von Flugzeugen in besonders hoher Konzentration in die Lunge gelangen, ist medizinisch erwiesen. Ob und welche Gesundheitsgefahr diese Belastung jedoch auf Dauer mit sich bringt, lässt sich wissenschaftlich noch nicht belegen.

Dass die Schutzgemeinschaft Filder nicht nur die Anwohner des Flughafens, sondern auch die Landespolitiker und die Flughafengesellschaft für das Thema sensibilisieren will, ist wichtig. Ein ehemaliger Hochschulprofessor aus Esslingen hat den Umweltschützern ein Messgerät gestiftet. Mit dem vergleichsweise einfachen Modell lassen sich Konzentrationen feststellen. Wissenschaftlich fundiert sind diese Studien noch nicht.

Das ist auch nicht das Ziel von Steffen Siegel und Rolf Keck, die den Anstoß für die Ultrafeinstaub-Messungen gaben. Mit den Werten wollen sie die Landespolitiker wie auch die Betreiber des Flughafens dazu bewegen, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen. Am Großflughafen Frankfurt haben der grüne Verkehrsminister Tarek-al-Wazir und seine Fraktionskollegin, Umweltministerin Priska Hinz, die Debatte auf politischer Ebene angestoßen.

Dem Thema muss sich auch die grün-schwarze Landesregierung in Baden-Württemberg stellen. Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) will Stuttgart zum nachhaltigsten Flughafen Deutschlands machen. Mit dem Fairport-Konzept haben die Betreiber Maßstäbe gesetzt. Es muss auch in Stuttgart feste Messstationen geben, die wissenschaftlichen Standards genügen. Über die neue Entgeltordnung werden Fluggesellschaften dazu animiert, synthetisches Kerosin zu tanken. Nun bei der Erforschung der Gefahren des Ultrafeinstaubs zu den Vorreitern zu gehören, sollte für Politiker und Betreiber eine Pflichtaufgabe sein. Dazu gehört es, die Forschung zu unterstützen. In die Entwicklung umweltfreundlicher Hybrid-Antriebe hat der Flughafen viel investiert. Das sollte auch für die Untersuchung des Ultrafeinstaubs gelten.

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