Auf dem Weg zur imposanten Burg Trifels, bei Annweiler Foto: Panitz - Panitz

Die Pfalz war im Mittelalter ein Zentrum der Macht – viele Burgen, Schlösser und Ruinen zeugen bis heute davon. Eine Stippvisite.

AnnweilerWer in Esslingen auf die B 10 fährt und auf ihr bleiben würde, käme nach rund 150 Kilometern nach Annweiler, eine historische Kleinstadt im Pfälzer Wald. In dieser Region dürfte ihm/ihr die Dichte der Burgen/Burgruinen auffallen. Sie erinnern noch heute daran, dass die Pfalz im Mittelalter ein Zentrum der Macht war.

Kaiser und Könige trafen sich hier – und die Reichsburg Trifels war die meistbesuchte. Majestätisch thront sie auf einem mächtigen Felsen über Annweiler und erinnert an 1000 Jahre deutsche Geschichte. 1081 erstmals urkundlich erwähnt, beherbergte sie den Überlieferungen nach zeitweise auch den Stauferkaiser Friedrich I. („Barbarossa“) und den englischen König Richard Löwenherz. Letzterer war allerdings zwangsläufig zu Gast, denn er wurde auf Trifels um 1193/1194 mindestens drei Wochen gefangen gehalten. Auf dem Rückweg von einem Kreuzzug ins Heilige Land wurde Löwenherz von Getreuen des österreichischen Herzogs Leopold V. in Wien festgenommen, obwohl er sich verkleidet hatte, damit ihn keiner erkennt. Hat nichts genutzt. Löwenherz wurde an Heinrich VI., ein Sohn Barbarossas, übergeben und zunächst auf Trifels eingesperrt. Erst Monate später durfte er gegen Lösegeld das Land wieder verlassen.

Macht und Mythos

Dass die Reichsburg über 100 000 Besucher pro Jahr anzieht, das liegt einerseits an den historischen Ereignissen, andererseits an der Ausstellung von sogenannten Reichskleinodien (Reichskrone, Reichsschwert, Reichsapfel, Heilige Lanze), aber vor allem liegt es an der imposanten Burg selbst, die jeden Besucher faszinieren dürfte. Die ständige Ausstellung „Macht und Mythos“ in der Burg erklärt nicht nur ihre Geschichte und den Bau, sondern erzählt auch von ihren Bauherren und Herrscherpersönlichkeiten.

Von Annweiler aus gibt es zahlreiche Rundwanderungen, die nicht nur an der Burg Trifels sondern auch an den benachbarten Burgruinen Anebos und Scharfenberg vorbei führen. Wer nur die Burg Trifels besichtigen will, kann auch unterhalb der Burg parken und hat dann nur noch 650 Meter zu laufen (60 Höhenmeter).

Noch mehr Besucher, 200 000 pro Jahr, zieht das Hambacher Schloss, bei Neustadt, am Rande des Pfälzer Walds, an. Es ist ein wichtiges Symbol Deutschlands und ging 1832 in die Geschichte ein: 30 000 Menschen, darunter Freiheitskämpfer aus Polen und Frankreich, zogen damals mit schwarz-rot-goldenen Fahnen „Hinauf, hinauf zum Schloss!“ und demonstrierten für Freiheit, Bürgerrechte und nationale Einheit. Schwarz-Rot-Gold prägt seitdem, mit Unterbrechungen, die Farben der deutschen Flagge.

Die Pfälzer wehrten sich damals gegen die zunehmenden Repressalien der bayerischen Obrigkeit. Seither gilt das Hambacher Schloss als Wiege der deutschen Demokratie. Die Dauerausstellung im Schloss zeigt die Ereignisse von 1832, ihre Voraussetzungen und Nachwirkungen in Deutschland und Europa. Die Anfahrt zum Schloss ist gut ausgeschildert. Es gibt vom Parkplatz einen Shuttle-Service beziehungsweise einen rund 650 Meter langen Weg (20 Höhenmeter), der um den Schlossberg herum zum Tor führt.

Die einzige Burg in der Pfalz, auf der man übernachten und etwa ein „Rittermahl“ einnehmen kann, ist indessen Burg Berwartstein, bei Dahn im Pfälzer Wald (18 Kilometer südwestlich Annweiler). Es ist eine legendäre Raubritterburg aus dem 12. Jahrhundert. Auf ihr hauste einst Hans Trapp, Marschall und Heerführer der kurpfälzischen Streitkräfte. Seine Raubzüge sind legendär. Eine Fackelführung auf der Burg, garniert mit Trapps Geschichten, lässt einen geradezu erschauern.

Die Pfalzcard

Mit der Pfalzcard, die in vielen Pfälzer Hotels und Pensionen an die Gäste ausgegeben werden, sind viele Freizeitleistungen frei, etwa Eintritte in Museen, Burgen, Schwimmbädern, Tierparks. Ebenso gilt sie für den gesamten Verkehrsverbund Rhein-Neckar. Mehr unter www.pfalz.de

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