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Politische Führung hin oder her. Die USA bleiben auf der Beliebtheitsskala der Reiseziele führend. Und auch das Bundesland Baden-Württemberg erfreut sich bei US-amerikanischen Bürgern großer Beliebtheit, wie eine Auswertung des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg zeigt. Im Jahr 2016 lebten demnach 16 770 US-Amerikaner in Baden-Württemberg. In der Stadt Stuttgart lebten die meisten (2085). Doch auch der Rhein-Neckar-Kreis (1380), die Stadt Heidelberg (1270) und der Landkreis Böblingen (1130) erfreuten sich bei den US-Amerikanern großer Beliebtheit. Im Landkreis Esslingen lebten immerhin 750 US-Amerikaner. Was die Esslinger und Baden-Württemberger ihrerseits vor einem Trip in die USA zu organisieren haben und im Vorfeld entscheiden müssen, das verrät dieser Ratgeber.

Die Anreise ist klar. Das Ziel ist die große Frage

Ost- oder Westküste. Das ist in den allermeisten Fällen die erste Frage, die es zu klären gilt. Die folgenden Faktoren helfen bei der Entscheidung für den Osten oder den Westen des Landes.

Klima. Wer auf beständiges Urlaubswetter abzielt, der sollte an die Westküste reisen. Milde Winter und angenehme Sommer sowie weitestgehend konstante Temperaturen zeichnen den Westen aus. Je nördlicher der Urlauber kommt, desto größer wird das Regenrisiko. Die Ostküste ist hingegen durch sehr ausgeprägte Klimaverhältnisse gezeichnet. Warme, sonnige Sommertage erleben die Gäste im Süden, beispielsweise in Florida. Den saisonalen Wechsel zwischen Frühling, Sommer, Herbst und Winter erfahren Besucher je weiter sie sich an der Ostküste Richtung Norden bewegen.

Urbanität. Die Orte der Ost- und der Westküste lassen sich keinesfalls miteinander vergleichen. Mehr Menschen und auch eine umfangreiche Tradition sowie Geschichte erleben die Besucher der Ostküste. Durch die dichtere Lage lassen sich viele Orte sogar mit öffentlichen Verkehrsmitteln erkunden. An der Westküste ist die Besiedlung deutlich weitläufiger. Das heißt für Gäste, dass viele Meilen auf den Straßen zugebracht werden, um von A nach B zu kommen. Da die Städte entlang der Westküste erst später erbaut wurden, gibt es hier weniger Geschichtliches zu erleben. Touristenattraktionen gibt es dennoch zuhauf.

Look and Feel. Die Westküste sowie die meisten Touren, die das Westküsten-Erlebnis mit einem Ausflug ins Landesinnere verbinden, sind gezeichnet von einem sehr gemütlichen Lebensstil. Die Outfits sind locker-lässig. Je weiter es ins Landesinnere geht, desto mehr Indianer-Feeling kommt auf. Die Ostküste ist hingegen deutlich schicker geprägt. Fashionistas kommen hier eher auf ihre Kosten.

Vorbereitungen zur Einreise

Wer einen Trip in die USA plant, um dort Urlaub zu machen, muss die Einreisehürde in die USA meistern. Um gerade Touristen diese Hürde zu erleichtern, wurde das ESTA Programm eingeführt, das all jenen dient, die weniger als 90 Tage die USA bereisen wollen. ESTA steht als Kurzform für Electronic System for Travel Authorization (auf Deutsch: elektronisches System zur Einreisegenehmigung) und ermöglicht eine Einreise ohne Visum, wenn der Reisende aus einem der 38 teilnehmenden Länder stammt.

Ein informatives ESTA Themendossier, in dem alle Fragen rund um die Länder, die Wege, die Gültigkeit und andere Einreisemodalitäten dokumentiert sind, ist online verfügbar. Ähnlich wie für ausländische Bürger, die nach Deutschland reisen wollen, wird die Durchsetzung eines Visa-Antrags nämlich kontinuierlich schwieriger. Der jüngste Fall ist der von Journalist Hajo Seppelt, der kein Visum für die Fußball-WM in Russland erhalten hat.

Die Qual der Unterkunft-Wahl. Camper, Hotel oder what else?

Ähnlich wie bei jeder anderen Urlaubsreise muss auch bei einer Reise in die USA entschieden werden, wo genächtigt werden soll. Je nachdem, wer anreist und wann, gibt es verschiedene Optionen.

Unterwegs als Paar oder solo

Paare oder Singles, die das Land der unbegrenzten Möglichkeiten für sich entdecken wollen, dürfen ihre Pläne recht vage halten. Das heißt, sie buchen in der Regel lediglich Hin- und Rückflug und haben eine ungefähre Routenplanung vor Augen, welche Stationen sie besichtigen mögen. Außerhalb der Saison ist es kein Problem, ein Motelzimmer entlang der Route zu finden. Fällt die Übernachtung in einer Großstadt auf ein Wochenende, ist es sinnvoll, dort eine Unterkunft vorzubuchen. Unabhängiger von einem Motel sind diejenigen, die mit dem Camper unterwegs sind. Allerdings dauert die Fahrzeit mit einem busähnlichen Camper auch deutlich länger. Das Argument, im Hotel „versorgt zu sein“, gilt in den USA im Übrigen nicht. Gastronomische Verpflegung wird eher selten offeriert. Eine Kaffeemaschine auf dem Zimmer gehört zur Grundausstattung. Wird allerdings ein Frühstück im Hotel offeriert, könnte es sich dabei auch nur um ein paar Donuts handeln. Nur wenn ein „kontinentales Frühstück“ ausgewiesen wird, ist auch ein großes Frühstück zu erwarten.

Eine USA-Reise mit der Familie

Wer als Familie verreist, sollte eine Tourplanung gestalten, die kinderfreundlich ist. Längere Aufenthalte an ein- und demselben Ort verhindern, dass der Familienurlaub zum Roadtrip wird. Gerade an der Westküste sind mitunter lange Wegstrecken zurückzulegen, die besser durch zwei- bis dreitägige Aufenthalte unterbrochen werden. Empfehlenswert ist der Urlaub im Camper für Familien vor allem deswegen, weil das Ein- und Auschecken im Hotel entfällt und der Camper ein stückweit ein Zuhause auf Zeit offeriert. Bei weiteren Strecken kann sich der Nachwuchs hier die Zeit mit Spielen oder Schlafen vertreiben. Zudem bieten die Campingplätze häufig ein großes Angebot an Freizeitaktivitäten an und die Familie muss nicht jeden Abend ein Restaurant aufsuchen. Nach einem langen Trip den Grill anzuwerfen oder einfach nur eine Brotzeit vorzubereiten, kommt Familien hier eher entgegen, als die Kinder erneut an einen Tisch im Restaurant um stilles Sitzen zu bitten.

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