Per Zahnradbahn erreichbar: Das Wendelsteinhaus auf 1725 Metern Höhe. Foto: Panitz - Panitz

Bad Feilnbach im bayerischen Voralpenland wird auch das „bayrische Meran“ genannt. Ein Ausflug lohnt sich.

Bad FeilnbachWer auf der A8 von München in Richtung Salzburg fährt, und den Irschenberg – ohne geblitzt zu werden – überwunden hat, nimmt am besten die nächste Ausfahrt, wenn er weg vom Trubel und einen Ausflug ins schöne bayerische Voralpenland machen will. Dann sind es nur noch ein paar Kilometer bis Bad Feilnbach. Ein kleines Städtchen mit 7435 Einwohnern, das sich in den vergangenen Jahren immer mehr herausgeputzt hat. Mittendrin eine schmucke Kirche, mit typisch oberbayerischem Zwiebelturm.

Dahinter, in sieben Kilometern Luftlinie, sieht man noch einen Turm, den 55 Meter hohen Fernmeldemast des Bayerischen Rundfunks auf dem 1838 Meter hohen Wendelstein. Das ist der Hausberg von Bad Feilnbach, und zwar ein besonderer – von den Ausblicken vergleichbar mit dem Grünten, dem „Wächter des Allgäus“. Zum Wendelstein hoch führen gute Wanderwege, bequemer und aussichtsreicher geht es mit aber mit der Zahnradbahn (ab Brannenburg) beziehungsweise mit der Seilbahn (ab Osterhofen/Bayrischzell). In jedem Fall lohnt sich eine Wendelstein-Tour, denn die Aussicht von da oben ist gigantisch. Vom bewirtschafteten Wendelsteinhaus auf 1725 Metern Höhe führt ein gut gesicherter Steig nach ganz oben (circa 30 Minuten).

Blick auf zig Alpengipfel

Mit einem Blick auf zig Alpengipfel, darunter der Großglockner, wird man für den Aufstieg belohnt. Auf der Südseite sieht man runter auf den Simssee und auf den Inn, der sich Richtung Donau schlängelt. Wer über den Panoramaweg (Trittsicherheit erforderlich) zum Wendelsteinhaus zurück wandert, hat dann im Osten, 30 Kilometer entfernt, auch die ganze Pracht des Chiemsees vor Augen.

Dann geht es wieder abwärts und zurück ins „bayerische Meran“, so wird Bad Feilnbach auch genannt, vermutlich wegen seines Moor-Heilbads. Zwei Kurkliniken gibt es hier und einen Kurpark mit Musikpavillon. Der Ort wird auch immer mal wieder von den „Rosenheim-Cops“ aufgesucht, die hier den neuesten Kriminalfall für die TV-Kultserie recherchieren. Es gibt eigentlich keinen Trubel in Bad Feilnbach, aber los ist schon ein bisserl was. Zum Beispiel jedes Jahr am zweiten Oktober-Wochenende, wenn der Apfelmarkt steigt, der immer tausende Besucher anlockt. Schmackhaftes Apfelbrot, Apfelkaramelcreme, aromatischer Apfelschnaps oder Apfelwein stehen dann auf den Speisekarten der Feilnbacher Gasthöfe. Blaskapellen, Plattler und Alphornbläser sorgen für Stimmung – und wer sich einen Überblick verschaffen will, steigt ein ins Riesenrad.

Ansonsten ist die Region zwischen Rosenheim, Bad Feilnbach und Chiemsee ein Eldorado für Radler. Insgesamt 2000 Kilometer befestigte Radwege, Wald- und Forststraßen sowie Mountainbiketrails, halten dabei für jeden Biker abwechslungsreiche Touren bereit. Mit dem Fahrrad zum südlichsten Hopfengarten Bayerns, von Baum zu Baum radeln oder entlang der Wasserwege fahren – das Chiemsee-Alpenland, so viel steht fest, ist am besten auf dem Sattel erlebbar.

Anfahrt, Events, Kontakt

Anfahrt: Von Esslingen über die Autobahn A8/A99/A8 nach Bad Feilnbach circa 290 Kilometer.

Wandertipp: Zur Wirtsalm auf 888 Metern Höhe. Schöne Lage unterhalb des Wendelsteins: Ab Wanderparkplatz unteres Jenbachtal (circa 1,5 Stunden, ab Wanderparkplatz oberes Jenbachtal rund 20 Minuten). Empfehlenswert ist auch eine Tour zur Tregleralm, die ganzjährig offen ist.

Veranstaltungen: Der Apfelmarkt in Bad Feilnbach steigt vom 11. bis 13. Oktober 2019. – Am 11. und 26. Oktober geführte Moorwanderungen. – „Feilnbach brennt“ heißt es immer zur Pfingstzeit. Acht Obstbrennereien öffnen dann ihre Tore.

Information im Internet unter www.chiemsee-alpenland.de

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