Mit Plakaten wird auf dem Esslinger Marktplatz darauf aufmerksam gemacht, dass eine Etage tiefer bereits fleißig gearbeitet wird. Foto: Johannes M. Fischer

Bis 2027 will Esslingen einen neuen Marktplatz haben – pünktlich zum Stadtjubiläum. Doch bisher ist kaum eine Baustelle zu sehen. Wird das ambitionierte Projekt rechtzeitig fertig?

Wenn Esslingen 2027 seinen 1250. Geburtstag feiert, will sie einen Großteil der Veranstaltungen auf einem neuen Marktplatz abhalten. Doch nur wer genau hinschaut, sieht, dass bereits einiges im Gange ist.

Vom Marktplatz führt die Abt-Fulrad-Straße zu einem der schönsten Brücken der Stadt, der Agnesbrücke. Unscheinbar an der Schnittstelle von Platz und Straße gibt es einen kleinen Bauzaun. Dahinter verbirgt sich etwas: der Eingang in einen unterirdischen mittelalterlichen Stollen. Auf dem Platz selbst vor dem über Esslingen hinaus bekannten Kielmeyerhaus wird ebenfalls eine kleine Fläche von einem Bauzaun umgeben: Hier ist der zweite Eingang in den Stollen. Dieser Stollen hat eine große Bedeutung für die Sanierung des Marktplatzes.

Sanierung des historischen Tunnels: Esslingen im Zeitplan

Im Verlauf des ersten Halbjahres 2027 soll der Marktplatz in Esslingen saniert sein und deutlich besser aussehen. Foto: Roberto Bulgrin

Denn zwischen diesen beiden Eingängen wird ein mannshoher Tunnel mit einem Rundbogen saniert. Weil der Gang unter der Erde unter Denkmalschutz steht, sind die Sanierungsarbeiten nicht ganz einfach. Aber sie sind die Voraussetzung dafür, dass es danach oberirdisch weitergeht. Esslingens Bürgermeister für Stadtentwicklung, Infrastruktur, Bauen und Umwelt der Stadt Esslingen Hans-Georg Sigel ist zuversichtlich, dass diese unsichtbare Baustelle noch in diesem Jahr geschlossen wird. „Die Arbeiten befinden sich im Zeitplan und werden nach aktuellem Stand vor dem Aufbau des Mittelalter- und Weihnachtsmarkts abgeschlossen.“

Das hat Auswirkungen auf das oberirdische Geschehen: Noch in diesem Jahr werden „einige Vorabmaßnahmen zur Neugestaltung“ des Marktplatzes erkennbar sein, so Sigel. Baustellen sind lästig. Wohl deshalb betont Sigel, dass man auf die Anwohnerinnen und Anwohner zugehen wolle, bevor es losgeht.

Ausschreibung für Marktplatz: Fontänenfeld und Pflaster geplant

Zurzeit arbeitet die Verwaltung nach Auskunft von Sigel an den Grundlagen für die Ausschreibung der Arbeiten – das soll dann schon bald, nämlich „noch vor der Sommerpause“ erfolgen. Dabei geht es unter anderem um ein Fontänenfeld, dass den Marktplatz schmücken soll, und das zu verlegende Pflaster.

Im Frühjahr 2027 soll dann alles fertig sein, auch das Schwörfest könnte dann wieder auf dem Marktplatz stattfinden. In diesem Jahr findes es das letzte Mal auf dem alten Marktplatz statt, im kommenden Jahr während der Bauarbeiten muss es auf andere Plätze der Stadt verlegt werden.

Aber wird dann auch wirklich alles fertig? Sigel: „Zeitliche Risiken sind insbesondere unerwartete historische Funde und die Witterung.“