Wolfgang Baumann (rechts) ist von Bürgermeister Bernhard Richter ausgezeichnet worden. Foto: privat

Geballtes ehrenamtliches Engagement kann die Gemeinde Reichenbach melden. Sie hat nicht nur ihren neuen Ehrenbürger, sondern noch mehrere weitere Engagierte gefeiert.

Die Gemeinde Reichenbach hat einen neuen Ehrenbürger. Der Sozialdemokrat Wolfgang Baumann, der sich in vielfacher Weise um Reichenbach verdient gemacht hat, hat diese besondere Auszeichnung erhalten. Baumanns großes Engagement für die Gemeinschaft wurde bei Ehrungsabend der Gemeinde in der Brühlhalle gewürdigt, wo er sich auch ins Gästebuch der Gemeinde eintrug.

An dem Abend wurden außerdem die beiden ehemaligen Gemeinderäte Matthias Weigert (Grüne) und Andreas Nitsch (Freie Wähler) mit der Goldmedaille der Gemeinde ausgezeichnet. Weigert war 1984 als mit Abstand jüngster Reichenbacher Gemeinderat gewählt worden, gehörte dem Gremium 40 Jahre lang an und zählt zu den Gründungsmitgliedern des Grünen Ortsverbands.

Geballtes ehrenamtliches Engagement in Reichenbach

Der ebenfalls ehrenamtlich sehr aktive Andreas Nitsch wurde für seine 35-jährige Mitarbeit in der Arbeitsgemeinschaft der Reichenbacher Vereine und sein Wirken in der Feuerwehr sowie beim TV Reichenbach geehrt. Außerdem erhielt der SPD-Gemeinderat Rudi Munz die Ehrennadel des baden-württembergischen Gemeindetags für 30 Jahre kommunalpolitische Arbeit.

Sozial engagiert im Heimatort

Aber zurück zu Wolfgang Baumann, der sich seinerseits vor drei Jahren bereits über die Goldmedaille, die zweithöchste Ehrung der Gemeinde, freuen konnte. Fast 30 Jahre gehörte er dem Gemeinderat an, den Vorsitz des SPD-Ortsvereins hat er bis heute inne.

Matthias Weigert, Heike Baumann, Bernhard Richter, ehemalige Staatssekretärin und Bundestagsabgeordnete Karin Roth, Andreas und Birgit Nitsch (v.l.)) beim Eintrag von Wolfgang Baumann ins Gästebuch der Gemeinde. Foto: privat

Ehrenamtlich tätig ist Baumann weiterhin auf vielfältige Weise an verschiedenen Stellen in seinem Heimatort. So wirkt der Reichenbacher als Vorstandsmitglied des Sozialnetzwerks „Sonne“, an dessen Aufbau er wesentlich beteiligt war. Beim Schwäbischen Albverein engagiert sich Baumann als Wanderführer und beim Radsportverein AllHeil stellt er sich immer wieder als Kassenprüfer zu Verfügung.

Einst Gastgeber für ehemalige Zwangsarbeiter

Baumann, der tief im christlichen Glauben verwurzelt ist, engagiert sich außerdem für die Partnerschaft mit dem französischen Sainte Savine. Völkerverständigung und Aussöhnung sind dem langjährigen ehemaligen Rektor seit Jahrzehnten ein großes Anliegen. So hat er vor allem die Aufarbeitung des Nationalsozialismus in Reichenbach in der Geschichtswerkstatt von Historiker Joachim Scherrieble wesentlich mitgetragen.

Als um die Jahrtausendwende der Zwangsarbeiterfriedhof in der Filsstraße hergerichtet wurde, waren auch ehemalige Zwangsarbeiter aus Weißrussland dabei, die man eingeladen hatte. Wolfgang Baumann hatte mit seiner Frau zwei dieser Gäste aufgenommen und bis zu deren Tod Kontakt mit ihnen gehalten. Und zu den elf Zwangsarbeitergräbern auf dem Gemeindefriedhof mit ihren inzwischen kaum noch lesbaren Inschriften mahnte er bereits vor Jahren Informationen an.

Eigentlich hätte an dem Abend auch der langjährige ehemalige CDU-Gemeinderat Erwin Hees zum Ehrenbürger ernannt werden sollen. Weil Hees krankheitsbedingt fehlte, soll diese Ehrung nachgeholt werden. Als Hees 1980 zum ersten Mal in den Gemeinderat gewählt wurde, war er erst 28 Jahre alt. Bis heute begeistert sich Hees für die Partnerschaft mit Saint Savine und für den Chorverband Karl Pfaff.