Einschulungen, Stundenpläne, neue Lehrkräfte, Elternabende: Mitunter sind diese Dinge herausfordernd für Mamas und Papas, insbesondere, wenn sie die deutsche Sprache schlecht verstehen. Foto: Boris Roessler/dpa

In Leinfelden-Echterdingen und Filderstadt setzen sich seit 2021 ehrenamtliche interkulturelle Elternmentoren für ein gutes Miteinander ein.

Die Sommerferien kommen, doch gleich danach geht es wieder mit Tempo los: Einschulungen, Stundenpläne, neue Lehrkräfte, Elternabende. Mitunter sind diese Dinge herausfordernd für Mamas und Papas, und noch komplizierter wird es, wenn man die Sprache schlecht versteht. In Leinfelden-Echterdingen und Filderstadt gibt es seit 2021 interkulturelle Elternmentorinnen und -mentoren, die Familien, die neu in Deutschland sind, zur Seite stehen. Sie sind vertrauliche Ansprechpersonen und neutrale Vermittler, die sich in Kitas und Schulen für eine Stärkung der interkulturellen Zusammenarbeit einsetzen. Sie haben in der Regel selbst einen Migrationshintergrund und sprechen eine für deutsche Ohren fremde Sprache. Sie beraten und unterstützen zugewanderte Familien, begleiten sie zu Elterngesprächen und vermitteln. Gemeinsam mit der Koordinierungsstelle und anderen Mentorinnen und Mentoren planen sie zudem Infoabende, Elterntreffs und andere Angebote. Alles rein ehrenamtlich, inklusive einer kleinen Aufwandsentschädigung.

Carola Leuthold aus dem Amt für soziale Dienste koordiniert das Ganze für Leinfelden-Echterdingen. Aktuell sind dort drei Elternmentorinnen und -mentoren aktiv. Die Personen sprechen Türkisch, Arabisch und Kroatisch. „Der Einsatz ist sehr unterschiedlich, je nach Sprache“, sagt sie. Türkisch und Arabisch seien besonders gefragt. Die Schulen und Kitas fragten bei der Stadt an, wenn Elterngespräche, Tage der offenen Tür oder Schulinformationstage anstünden. „Es geht nicht nur um die Sprache, sondern um die interkulturelle Vermittlung“, erklärt Carola Leuthold. Wie läuft der Alltag in Schulen und Kitas ab? Warum sind Elternabende wichtig? Was passiert, wenn es in der Schule auch mal Probleme gibt? Dinge, die Eltern anderen Eltern am besten erklären können.

Unterstützung auf Ukrainisch, Englisch und Italienisch

Auch in Filderstadt wird der Einsatz geschätzt. Im Moment gibt es dort drei Engagierte, die Ukrainisch, Englisch und Italienisch sprechen. Die interkulturellen Elternmentorinnen und -mentoren seien sehr wichtig, „da Eltern mit Einwanderungsgeschichte auf Augenhöhe, mit Respekt und viel Empathie, möglicherweise durch ähnlich gemachte Erfahrungen, Unterstützung und Hilfe erfahren“, sagt Magdalena Kraft aus dem zuständigen Amt für Integration, Migration und Soziales.

2021 fand die erste Schulungsreihe statt. Personen aus Leinfelden-Echterdingen, Filderstadt und Kirchheim haben seinerzeit teilgenommen. Nun sollen neue Freiwillige gefunden und ausgebildet werden. Der Landkreis Esslingen bietet in Kooperation mit der Elternstiftung Baden-Württemberg unter dem Motto „Eltern stärken Eltern“ eine weitere Basisqualifizierung an. Zwischen dem 18. Oktober und dem 6. Dezember läuft die Ausbildung. Dazu wird in Bernhausen und Leinfelden je ein Kurs in Präsenz ausgerichtet, weitere Einheiten laufen online. In den Workshops erfahren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer alles Wichtige über das hiesige Schulsystem, über die Grundlagen der Gesprächsführung und der Kommunikation und mehr. Am Schluss gibt es ein Zertifikat.

Weitere Informationen zum Programm und zu den Schulungsterminen erhalten Interessierte aus Leinfelden-Echterdingen bei Carola Leuthold vom Amt für soziale Dienste per Mail an elternmentoren@le-mail.de oder unter Telefon (0711) 1600246. Wer aus Filderstadt kommt und sich einbringen möchte, kann sich an Ricarda Fischer im Amt für Integration, Migration und Soziales wenden, E-Mail an Rfischer@filderstadt.de, Telefon (0711) 7003414.