Plötzlich tauchen sie auf: winzige Badeenten in Marbachs Gassen. Sie sorgen für Rätselraten – und ein Lächeln. Was steckt hinter dem Trend und warum könnten es bald noch mehr werden?
Ja, wer bist denn du? Ziemlich verloren guckt die Miniatur-Ente den Besucher an. Das liegt vor allem daran, dass das Plastik-Federvieh im Quietschenten-Style gerade mal gut einen Zentimeter groß ist. Lindgrün getupft hockt sie da – so unschuldig, als wolle sie sagen: Ich? Nein, ich gehöre hier gar nicht hin. Wer sich tief hinunterbückt, sieht, dass sie badeentenmäßig fröhlich und ein bisschen frech grinst.
Das – und ein Blick in ihre schwarzen Knopfaugen – zaubert einem automatisch ein Lächeln ins Gesicht. Wie süß, eine kleine Mini-Badeente! Aber wo kommt sie her? Weit und breit kein Ententeich oder Badewanne als natürliches Habitat des Tierchens.
Invasion der Miniatur-Enten
Und dann die Entdeckung: Keinen Meter entfernt von Entlein Nummer eins sitzt Nummer zwei. Sie (oder er?) hockt am Rande eines Aschenbechers und schimmert bläulich. Ob das am blauen Dunst liegt? Vielleicht träumt sie vom Leben als Jazz-Sängerin in einer verrauchten Bar.
Dann beginnt die Suche, denn wo zwei Enten sind, müssen es noch mehr sein. Und tatsächlich: Nummer drei und Nummer vier sind extrem gut getarnt. Ihr winziger Körper ist aus durchsichtigem Plastik. Auf zwei Fenstersimsen sind fast nur ihre Augen und Schnäbel zu sehen. Nummer fünf ist quietschgrün und guckt erwartungsfroh von einem Mäuerchen herab.
Langsam fühlt man sich wie auf Schatzsuche – nur dass der Schatz nicht aus Gold, sondern aus Plastik und Watschel-Chic besteht. Ob in der Marbacher Innenstadt noch weitere Enten-Geschwister warten? Unklar. Auch der Verbleib der Enten-Eltern ist nicht bekannt. Überhaupt: Was machen die Entlein hier? Sind die zu Besuch und wollen sich Marbach anschauen? Haben sie sich verlaufen? Planen sie eine Mini-Enten-Invasion?
Der Trend soll Freude bereiten
Fragen über Fragen. Und das Internet weiß tatsächlich Rat: Es gibt einen Trend, bei dem Menschen irgendwo kleine Plastikenten aussetzen. Das nennt sich „Ducking“. Diese geheime Untergrund-Bewegung der Miniatur-Tierchen soll anderen Leuten eine Freude bereiten. Klingt harmlos. Aber wer weiß? Heute fünf Mini-Enten, morgen 50. Lassen Sie schon mal das Badewasser ein!