Donar Munding und sein neuer Dienstwagen Ligier JS P320, der 455 PS leistet und es auf 290 km/h bringt – weil dann ein Geschwindigkeitsbegrenzer eingreift. Foto: privat

Der Stuttgarter Donar Munding fährt in eine neue Karriere – der 18 Jahre alte Rennfahrer hat ein Cockpit im der Le-Mans-Cup gefunden und gibt seine Langstreckenpremiere in Barcelona.

Stuttgart - In der Nacht auf Dienstag hat sich Donar Munding mit seinem Vater ins Auto gesetzt, sie sind aufgebrochen nach Barcelona. Gut 1270 Kilometer lagen vor ihnen, auf einen Satz wollten sie die Entfernung zurücklegen. Eine Mammuttour, doch für den 18 Jahre alten Teenager aus Stuttgart sollte die Kilometerfresserei kein Problem darstellen. Denn Donar Munding startet an diesem Samstag auf dem Circuit de Catalunya im Le-Mans-Cup – es ist seine erste Strecke in einem Langstreckenrennen. „Diese Serie ist aufgebaut auf den 24 Stunden von Le Mans“, erzählt der Rennfahrer, „es ist ein nächster Schritt auf der Karriereleiter.“ Der Le-Mans-Cup besteht aus fünf Zwei-Stunden-Rennen in Barcelona, Le Castellet, Monza, Spa und Portimao sowie zwei 55-Minuten-Rennen in Le Mans.

Das Auto könnte schneller als 290 km/h fahren

Der Fokus von Donar Munding lag auf dem Porsche Carrera-Cup. „Gerne hätte ich als Fahrer des Porsche Talent-Pools teilgenommen, leider war die Sponsorensuche wegen der Corona-Bedingungen nicht erfolgreich“, erzählt er. In diesem Markenpokal liegt der Saisonetat im mittleren sechsstelligen Bereich, für Privatiers kaum zu finanzieren, und potente Sponsoren sind in der Pandemie seltener als Impfdosen in Deutschland. Doch es öffnete sich für den Stuttgarter dank seines Ex-Teamchefs Lance David Arnold ein Türchen. Munding erhielt ein Vorstellungsgespräch beim deutschen Rennteam Black Falcon, er überzeugte und erhielt ein Cockpit im Ligier JS P320 des Teams. Das Auto leistet bei 950 Kilogramm Gewicht 455 PS, der Geschwindigkeitsbegrenzer greift bei 290 km/h. Lediglich einen Testtag hat Donar Munding im Fahrzeug der Prototypenklasse LMP3 in Spa absolviert, um seinen neuen Dienstwagen kennenzulernen – in seiner bisherigen Laufbahn war er meist in einem Porsche GT3 unterwegs. „Der Ligier ist eine Rennmaschine“, erzählte er, „ich habe nicht lange gebraucht, bis ich mich mit dem Auto vertraut gemacht habe. Die Fahreigenschaften sind ähnlich wie bei einem Kart, nur ein paar Dimensionen größer.“

Neues Umfeld, neuer Teamkollege

Neben dem Ligier muss sich der Stuttgarter auch mit dem Teamkollegen arrangieren, als Langstreckenfahrer teilt er sich das Cockpit mit Maik Rosenberg, der seit 2007 Motorsport betreibt. Mundig glaubt, dass sie ein gutes Team bilden, wenngleich sie sich erst einmal beim Team in Meuspath gesehen und einmal gemeinsam getestet haben. „Ich denke, dass wir klarkommen und wir uns gegenseitig antreiben“, sagt er. Ein Ziel für seine Le-Mans-Cup-Premiere in Barcelona hat sich der Pilot aber nicht gesetzt – alles ist neu, das Team, der Kollege, das Auto, die Rennserie. „Ich muss erstmal ankommen im neuen Umfeld“, sagte Donar Munding, „dann sehen wir weiter.“ Ankommen, das ist immer das Ziel im Langstreckenzirkus.

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