Domenico Tedesco aus Weil im Schönbuch hat bei einem europäischen Pizza-Wettbewerb den ersten Platz erreicht. Er verrät, was seine Pizza so besonders knusprig macht.
Seine Pizza Napolitana hat die Jury überzeugt: Unter 60 Teilnehmern des Wettbewerbs „Pizza Europa Liga“, der während der Stuttgarter Gastromesse Intergastra ausgetragen wurde, hat der Pizzabäcker Domenico Tedesco aus Weil im Schönbuch den ersten Platz in der Kategorie „Traditionelle Pizza“ erreicht. „Ich bin sehr glücklich“, sagt Tedesco und freut sich, dass die Jury besonders seinen Teig gelobt habe.
An dem tüftelt er nämlich tagein, tagaus, wenn er in seinem Ristorante namens Pizza Vola Pizzen backt. Sein Rezept ist nie fix, immerzu feilt er daran und berücksichtigt zum Beispiel, wie Temperatur oder Luftfeuchtigkeit sind, da sich beides auf den Teig auswirke. Die Kunst sei, sagt Tedesco, die perfekte Kombination von Mehl, Salz, Hefe und Wasser zu finden. Aber es brauche noch drei weitere Zutaten, damit eine Pizza gelinge: „Liebe, Passion und Erfahrung.“
Pizza Vola: Domenico Tedesco kommt – genau wie die Pizza – aus Neapel
Domenico Tedesco ist das Pizzabacken quasi in die Wiege gelegt worden. Denn er ist dort geboren, wo auch die Pizza ihren Ursprung genommen haben soll: in Neapel. Dort hat er an einer Pizzaschule sein Handwerk gelernt. Mit 26 Jahren kam er nach Deutschland und war zunächst als Pizzabäcker in Tübingen angestellt. Seit 2001 backt er seine Holzofenpizzen in seiner eigenen Pizzeria in Weil im Schönbuch.
Der neapolitanischen Backweise mit dem dicken, weichen Pizzarand ist er treu geblieben – zumindest fast. „Zehn Prozent mache ich anders. Die Deutschen haben einen anderen Geschmack, sie mögen es mehr knusprig“, sagt er. Trotzdem soll seine Pizza möglichst genau so schmecken wie von einer Nonna aus Napoli. „Es ist wie beim Rostbraten. Der soll hier doch auch schmecken wie von der Oma. Das ist unser Motto.“
Was seine Pizza so knusprig macht? Der Pizza-Meister verrät seinen Trick: Während viele seiner Kollegen ihre Pizzen standardmäßig bei 420 Grad in den Holzofen schieben würden, backe er seine Pizzen nur bei 380 Grad „und dafür eine Minute mehr“.
Der eigene Anspruch: Die beste Pizza der Welt
Tedescos Ansporn, wenn er in seiner Pizzeria am Holzofen steht, ist der, dass jeder Kunde sich an seine Pizza erinnert als die beste, die er je gegessen hat. „Alle Pizzabäcker machen gute Arbeit. Aber die Leute sollen denken: Die Pizza von Domenico war noch besser“, sagt er und lacht.
Der Pokal, den er vor ein paar Tagen verliehen bekommen hat, reiht sich ein in die Riege der vielen anderen, die schon in seinem Ristorante stehen. Zweimal ist er bereits Deutscher Meister im Pizzabacken geworden: 2007 in der Kategorie Geschmack, 2010 in der Kategorie Schnelligkeit. Außerdem hat er 2007 in der Rubrik Akrobatik den dritten Platz gewonnen. 2019 wurde er Vize-Europameister, bei der Deutschen Pizzameisterschaft 2023 Vize-Meister. Und jetzt: Europameister.