Die Titelheldin von „Anny“ arbeitet schon lange als Prostituierte. Foto: DOK.fest München

Die Tschechin Helena Trestikova ist eine ganz Große des Dokumentarfilms. Ihr neues Werk hat die Jury beim DOK.fest München voll überzeugt.

München - Beim 36. Internationalen DOK.fest München ist der Hauptpreis „Viktor Main Competition DOK.international“ an den Dokumentarfilm „Anny“ gegangen. Der Film der tschechischen Autorin und Regisseurin Helena Trestikova erzählt von der Sexarbeiterin Anny, die im postsowjetischen Prag auf der täglichen Suche nach Glück ist.

Anny ist 46, als sie nach ihrer Scheidung beschließt, ihren Lebensunterhalt als Prostituierte auf der Perlova-Straße in Prag aufzubessern. Daneben spielt sie Theater, putzt Toiletten und setzt sich für die Sicherheit der Sexarbeiterinnen ein. „Letztlich geht es immer um eines: irgendwie durchkommen“, schreibt die Jury über die Dokumentation aus Videoaufnahmen aus der Zeit zwischen 1996 und 2012.

Ausschließlich online

Der Preis wurde vom Bayerischen Rundfunk zusammen mit Story House Productions, einem Unternehmen der Bavaria Film Gruppe, gestiftet. Helena Trestikova studierte an der Prager Filmhochschule FAMU und realisierte bis heute mehr als 50 Filme. Das DOK.fest München stellt in diesem Jahr im Rahmen seiner Hommage neun Filme der Grande Dame des tschechischen Dokumentarfilms vor.

Das DOK.fest München findet dieses Jahr vom 5. bis 23. Mai statt. Das Festival präsentiert seine Filme ausschließlich online, auch die Preisverleihung ist dort noch abrufbar.

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