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Der Gesundheitsmarkt und insbesondere die Pflege stehen vor großen Herausforderungen. Neben dem allseits bekannten Fachkräftemangel ist wohl die Digitalisierung das meistdiskutierte Thema dieser Branche. Wie weit darf diese gehen? In welchen Bereichen kann eine konsequente Digitalisierung konkret was bewirken und wie wird Datenschutz garantiert?

Was kann Digitalisierung leisten

Die aktuelle Situation hat dem Gesundheitswesen vor Augen geführt an welchen Stellen dieses optimal aufgestellt ist und wo nachgebessert werden muss. Es ist natürlich vermessen zu sagen, dass durch eine stärker ausgeprägte Digitalisierung die Corona-Krise in Deutschland anders verlaufen wäre, allerdings hätten durchaus Entscheidungen schneller getroffen werden können. In Deutschland wird Datenschutz - und das ist gut so - groß geschrieben. Das zeigt auch der lange Entwicklungszyklus der Corona-Warn-App sowie die damit verbundenen Ängste der Bevölkerung überwacht zu werden. Dennoch gibt es inzwischen Vorhaben Schnittstellenproblematiken unseres Gesundheitssystems anzugehen. So war das 2019 hervorgebrachte  Digitale-Versorgung-Gesetz der richtige Schritt die Digitalisierung voranzutreiben. “Das DVG schafft dabei den wichtigen Spagat zwischen Incentivierung neuer Geschäftsmodelle und pragmatischer Regulierung und ermöglicht in einem naturgemäß stark regulierten Markt strukturierte Innovationsräume, die sich sehr nah an der operativen Realität heutiger Innovationstreiber orientieren.”, stellt Julius Knoche, Geschäftsführer des Softwareanbieters NOVENTIcare fest. Für den Patient macht sich das vor allen Dingen in einer besseren Versorgungsqualität bemerkbar. Denn: Durch das DVG wird auch die Entwicklung der elektronischen Patientenakte weiter vorangetrieben. Die zentrale Speicherung relevanter Patientendaten ist entscheidend, um das Gesundheitswesen und seine Akteure patientenfokussiert zu verbinden. “Ärzte werden schneller auf qualitativ bessere Informationen zugreifen können, um z.B. auch bei kommunikativ eingeschränkten Patienten auf aktuellen Daten basierende Entscheidungen treffen zu können.”, skizziert Knoche die Vorteile.

Digitalisierung im Kampf gegen den Fachkräftemangel

Die Frage inwieweit Digitalisierung dem Fachkräftemangel entgegenwirken kann wird immer häufiger diskutiert. Gerade in der Organisation und Abwicklung administrativer Aufgaben greift die Digitalisierung schon heute tief ein. Nichtsdestotrotz wird weiterhin der Mensch im Fokus stehen. “Die Digitalisierung ist kein Allheilmittel. Software kann beispielsweise den Verwaltungsaufwand minimieren und dazu beitragen, dass Pflegerinnen und Pfleger mehr Zeit für die eigentlichen und wichtigen Arbeiten haben.”, ordnet Julius Knoche ein. Den Fachkräftemangel wird die Digitalisierung auf keinen Fall im Alleingang lösen. Hier müssen nachhaltig andere Konzepte entwickelt werden, um vor allen Dingen junge Menschen für soziale Berufe zu begeistern. Viele werden in der Corona-Zeit die Notwendigkeit für bessere Arbeitsbedingungen erkannt haben und setzen sich jetzt für Änderungen ein. Zu hoffen ist, dass der Applaus für die, die an erster Linie gegen die Pandemie gekämpft haben nicht verstummt, sondern lange auch über die Corona-Krise hinaus anhält. In Kombination mit sinnvoller Digitalisierung kann hier langfristig dem Problem begegnet werden.

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